Eine verbindliche Forschungsstrategie fehlt

09. September 2010 12:22

Der Rechnungshof kritisiert die Bundesregierung in seinem Prüfbericht

Wien - Der Rechnungshof (RH) kritisiert in einem am Donnerstag veröffentlichten Prüfbericht das Fehlen einer verbindlichen Forschungsstrategie in Österreich. Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) habe zwar 2005 eine solche Strategie mit 59 Empfehlungen vorgelegt, die Bundesregierung habe diese aber nicht für verbindlich erklärt, die einzelnen Forschungsträger hätten bisher nur rund 40 Prozent der Empfehlungen des Rates vollständig umgesetzt. Dabei wäre nach Ansicht des RH eine verbindliche Forschungsstrategie "ein wesentliche Voraussetzung für den zielorientierten Einsatz öffentlicher Forschungsmittel".

Der RH weist in seinem Bericht noch darauf hin, dass die Bundesregierung im August vergangenen Jahres beschlossen hat, eine Forschungsstrategie zu erarbeiten, die im Sommer 2010 durch ein vom Ministerrat zu beschließendes Strategiedokument abgeschlossen werden soll. Doch die Realität sieht anders aus: Der Beschluss wurde zumindest auf kommenden Dezember vertagt, weil die Regierung das bereits fertig ausgearbeitete Papier nicht ohne Vorliegen der Budgetzahlen absegnen will.

Ratschläge und Empfehlungen

Vielleicht ermöglicht diese Verzögerung, noch die eine oder andere RH-Empfehlung in die Strategie einzuarbeiten. Die Prüfer haben sich konkret die Umsetzung der Empfehlungen aus der Strategie 2010 des RFT angesehen, und dabei eine erkleckliche Zahl an Ratschlägen formuliert. Sie empfehlen in der neuen Forschungsstrategie die derzeit auf mindestens drei Ressorts verteilten Forschungskompetenzen zu bündeln, "zur Erhöhung der Effizienz und Transparenz finanziell unterkritische und wirkungsschwache Programme zu identifizieren" und den österreichischen "Programmdschungel" weiter zu straffen.

Um dem Rückgang des Finanzierungsanteils des Unternehmenssektors bei den Forschungsausgaben entgegenzuwirken, sollten "adäquate Rahmenbedingungen" und "gezielte Förderungsmaßnahmen" gesetzt werden. Dazu zählen die Prüfer etwa eine "rasche Entscheidung hinsichtlich optimierter Instrumente der indirekten (steuerlichen, Anm.) Forschungsförderung" und die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für Privat Equity- und Venture Capital-Finanzierungen. Weiters fordert der RH u.a. eine den Bund und die Bundesländer umfassende Forschungsförderungsdatenbank, die Beseitigung allfälliger Doppelgleisigkeiten der Förderagenturen und die Forcierung von Schwerpunktsetzung an den Universitäten in den Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und Unis. (APA)

Herbert Hrabal (W24)
13.09.2010 17:39
Test

Test

Johannes Band
10.09.2010 09:15

Schön dass da jetzt der Rechnungshof auch draufkommt, nachdem die Wirtschaftsforscher das schon seit ca 10 Jahren sagen. Vor allem frag ich mich: was hat der Rechnungshof die Regierungsstrategie zu prüfen... das ist doch nur Wichtigtuerei des Herrn Moser.

:
09.09.2010 23:13

Witzig. Als ich heute mit dem Fahrrad in die Arbeit (eine Uni ausserhalb Österreichs) gefahren bin, habe ich über die österreichische Forschungs- und Bildungspolitik nachgedacht und mir gedacht: "Eigentlich die haben die keinen Plan."

Kharma1
09.09.2010 18:59
Es ist halt keine Strategie ...

... wenn der Rat 59 Empfehlungen formuliert die nichts anderes sind als die Summe an Wünschen der Unternehmen, Unis, Beamten und Förderagenturen.

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