Bundeskongress

Grüne fordern CO2-Fußabdruck auf Produkten

9. September 2010, 07:06

Glawischnig: Würde heimische Wirtschaft stärken - Bundeskongress am Wochenende in Graz

Wien - Die Grünen wollen sich bei ihrem Bundeskongress am Samstag und Sonntag in Graz unter anderem mit dem Thema "Raus aus Öl" beschäftigen. Vorgestellt wird dabei unter anderem die Forderung nach einem CO2-Fußabdruck bzw. Klima-Rucksack, mit dem angegeben werden soll, wie viele Treibhausgasemissionen von einem Produkt über den gesamten Lebenszyklus verursacht werden. Bundessprecherin Eva Glawischnig wünscht sich eine derartige Kennzeichnung EU-weit und verpflichtend ab 2011. Dies würde auch die heimische Wirtschaft stärken.

Mit dem CO2-Fußabdruck werde sichtbar gemacht, wie klimaschädlich ein Produkt ist, erläuterte Glawischnig im Vorfeld des Parteitags gegenüber der APA. Ein Kilogramm Freiland-Erdbeeren aus Österreich verursache beispielsweise 358 Gramm CO2, dieselbe Menge aus dem Glashaus über sechs Kilogramm. Ein noch drastischeres Bild ergibt sich demnach beim Strom: Ausgegangen von einem Jahresverbrauch eines Durchschnittshaushalts (Annahme 3.500 kWh) ergeben sich laut den Grünen 4,2 Kilogramm CO2 bei Ökostrom und 1.363 Kilogramm bei einem "konventionellen Strommix".

"Durchaus realistisch"

Glawischnig ist überzeugt, dass die Konsumenten solche Informationen interessieren. Die Grünen verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Eurobarometerstudie vom April 2009, wonach sich rund 87 Prozent der europäischen Bürger für eine Kennzeichnung von Treibhausgasemissionen bei Produkten ausgesprochen hätten. Die Europäische Kommission arbeite außerdem bereits an einer ISO-Norm, die derartige Messungen definiert, so die Parteichefin. Sie fordert deshalb eine verpflichtende Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen, die innerhalb der EU angeboten werden, ab 2011. Dies sei "durchaus realistisch".

Besteuerung importierter Produkte

In einem zweiten Schritt könne man diskutieren, ob man den Klima-Rucksack auch in Form von Besteuerung sichtbar macht, also etwa importierte Produkte mit einer höheren Mehrwertsteuer belegt. Wirken würde dies wie eine Art "Einfuhrzoll", meinte Glawischnig. Die heimische Wirtschaft würde so unter anderem durch Marktvorteile gestärkt, regionale Produkte billiger und, als Beispiel, "der Knoblauch aus China", sich wirtschaftlich nicht mehr rechnen, argumentiert die Politikerin. Das Modell, das am Bundeskongress als "Zukunftsthese" präsentiert wird, sei eine Möglichkeit, die Wirtschaft insgesamt umweltorientierter zu gestalten, sie zu regionalisieren und die Transportwirtschaft "wieder in den Griff zu kriegen".

Ein weiterer Schwerpunkt des Bundeskongresses sind "Grüne Wege aus der Wirtschaftskrise". 

Umweltminister: "Grundsätzlich ja"

Der Forderung nach einem verpflichtenden CO2-Fußabdruck auf allen Produkten stehen die anderen Parteien unterschiedlich gegenüber: Die SPÖ hält den Vorschlag für eine vernünftige Idee. "Grundsätzlich ja" hieß es laut einem Bericht im Ö1-"Mittagsjournal" am Donnerstag zwar im Büro von Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) - man betonte allerdings auch, dass es eine internationale Regelung bräuchte, denn es wäre sinnlos, die Produkte nur in Österreich zu kennzeichnen.

SP-Umweltsprecherin Petra Bayr wies darauf hin, dass eine derartige Kennzeichnung für die Konsumenten klar und einfach zu lesen sein müsste. Einer höheren Steuer auf Produkte aus dem Ausland, was Glawischnig in einem zweiten Schritt diskutieren möchte, steht Bayr skeptisch gegenüber. Stattdessen könnte man als Kostenausgleich Einwegflaschen verteuern, schlug sie vor.

Zu kurz gegriffen

Für die FPÖ ist Glawischnigs Forderung zu kurz gegriffen, man müsse sich generell bemühen, dass Produkte aus der näheren Umgebung gekauft werden. Das BZÖ kann sich eine freiwillige Kennzeichnung vorstellen, spricht sich aber klar gegen höhere Steuern für importierte Produkte aus - dies belaste nämlich die Konsumenten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 140
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Chrischarn
00
13.9.2010, 09:30
Liebe Eva,

so gut die Idee ist, sie ist nicht gerade neu! Es gab mal Zeiten, da haben die Grünen solche Ideen entwickelt und Handel und Industrie haben sie übernommen. Abgesehen von der Steuer-Komponente ist das Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft schon längst angekommen...

Dirty_Harry
02
12.9.2010, 15:32

die co2-sache ist nur eine masche um neue/höhere steuern kassieren zu können

ab besten ist gore, der reist um die welt mit dieser neuen religion - und im eigenen staat ist er tatenlos

echtzeit2
11
11.9.2010, 19:15
Boboland ist Abgebrannt

Meine Güte Eva, was drischt Du so auf die Medien ein, die berichten nur über den Sinkflug der Grünen ...

.

starship
 
01
11.9.2010, 12:11
schwierige themen - aber richtig gedacht.

ziemlich sicher lassen sich mit diesen themen nicht unmittelbar wählerstimmen maximieren. aber verantwortungsvolle politik kann sich nicht darin erschöpfen, dem geneigten wähler nur das zu offerieren, was leicht verdaulich und stammtischfähig ist.

NoPod
01
11.9.2010, 10:29
Genmanipuliertes Futter aus Brasilien ist Standard im Raiffeisen Lagerhaus

Jeder der Fleich Milch und Eier isst, isst genmaipulierte Lebensmittel. Danke ÖVP

http://www.youtube.com/watch?v=bWRBfELQ4pI

h 90
00
11.9.2010, 10:41

Wieso soll das Fleisch, Milch oder Eier deshalb genmanipuliert sein?

NoPod
00
11.9.2010, 11:25

Wir wollen keine Gentechnik, weil wir nicht wissen was diese Lebensmittel bewirken. Niemand weiß das, ich auch nicht.

Halten wir fest: Die ÖVP behauptet, Österreich ist Gentechnik frei.
Wenn sie bei Raiffeisen Futter kaufen, bekommen sie automatisch gentechnisch veränderte Futtermittel aus Brasilien. Wenn sie Gentechnik freie wollen, müssen sie das extra betonen und bestellen!

Ergo lügt die ÖVP.

h 90
00
11.9.2010, 11:57

Sie sollen das Futter ja auch dem Schwein/Kuh geben und nicht selber essen.....

Dann haben Sie auch kein gentechnisch veraendertes Lebensmittel.

Die OEVP luegt sich den ganzen Tag was zusammen aber ich will mal bezweifeln, dass sie das gesagt hat. Gentechnik ist ja aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Medizin, Polizei, Medikamente, Chemikalien etc etc...Da sollte ja auch dem duemmsten OEVPler klar sein.

Der Busfahrer
00
11.9.2010, 17:39
wußte ich´s doch!

unsere polizisten sind ein fehlgeschlagenes gentechnisches experiment!
....

aber sie brauchen nicht zu antworten...ich weiß was sie gemeint haben ;-)

Klammheim
10
11.9.2010, 10:28

China wird damit leben können. Aber viele Dritte-Welt-Länder haben nicht zum exportieren ausser ihre Agrarprodukte.
Wenn man denen die einzige Devisenquelle durch Schutzzölle abwürgt, dann sind sie pleite.

gemma24
31
11.9.2010, 10:02
ich wünsche Eva Glawischnig viel Erfolg

Sie ist die beste Frontfrau die, die Grünen je hatten.

Der Busfahrer
11
11.9.2010, 17:41
danke

ich liebe ironische postings :-)

h 90
10
11.9.2010, 11:08

nicht aufs waehlen vergessen. Weil wenn Sie nicht hingehen verliert sie 50 % Ihrer Stimmen.

asip
35
10.9.2010, 19:34

Hat die Frau Glawischnig noch nie etwas vom WTO-Abkommen gehört?
Der Vorschlag mit der höheren Mehrwertsteuer für importierte Produkte ist schlicht Unsinn. Selbstverständlich würden alle Handelspartner Österreichs auf eine solche Verletzung des WTO-Abkommens mit drastischen Einfuhrzöllen auf österreichische Produkte reagieren, und dann gute Nacht.

Bei den Grünen fällt mir immer der Grönemeyer-Song "Kinder an die Macht" ein.

h 90
00
11.9.2010, 10:47

Hoehere Mwst. auf importierte Produkte ist mal ueberhaupt Unsinn. Gibts dann je nach Land 20 verschiedene Mwst. Saetze und der Greisler ums Eck kriegt einen Herzinfarkt wenn er eine Rechnung mit Mwst und 10 Produkten ausstellen muss???
Diese unterschiedlichen Steuern nennt man ZOLL. Was eine interessante Idee waere wenn es global, also zumindest USA+EU durchgefuehrt wird. Fuer Oesterreich alleine oder als Wienwahl Thema (Gruenes Wahlmotto mehr Mwst fuer Wiener) ist es ein Unsinn, der Leute wie Faymann und Strache vergleichsweise wie Nobelpreistraeger erscheinen laesst.

asip
10
11.9.2010, 10:57

Diese unterschiedlichen Steuern würde die WTO "Abgaben mit zollgleicher Wirkung" nennen.
Das ist gerade der Kern des WTO-Abkommens: Im Streitfall entscheiden die zuständigen WTO-Institutionen darüber, ob eine Abgabe zollgleiche Wirkung hat. Falls ja, dann sind die übrigen WTO-Mitgliedsstaaten autorisiert, ihrerseits Schutzzölle auf Importe aus jenem Staat einzuheben, der das WTO-Abkommen verletzt.

h 90
00
11.9.2010, 11:07

Ja genau. Aber es ist sowieso ein Unsinn, weil die Mwst nicht dazu da ist. Dafuer gibts eben den Zoll.
Es wuerde eben nur global gehen unter Beteiligung der meisten Staaten, da es aber weltweit ausser Glawischnig nicht mehr als 5 andere Leute interessiert ist es witzlos.

Andreas Mittermayer
22
10.9.2010, 22:48
Wenn Sie schon die WTO zitieren, dann sollten Sie auch etwas davon wissen!

.
Zölle einzuheben für Produkte, die nicht nach gleichen Bedingungen produziert wurden (etwa gerade in solch einem Fall wo es um ökologische Standards geht), ist nämlich WTO-konform!

asip
11
11.9.2010, 01:03

"Wirken würde dies wie eine Art Einfuhrzoll, meinte Glawischnig." Das ist nicht WTO-konform.

Andreas Mittermayer
00
11.9.2010, 11:33
Also eine "ART" Einfuhrzoll.

.
So ist es!

Wenn dieser "Einfuhrzoll" begründet ist durch einen Ausgleich für unterschiedliche Produktionsbedingungen - also als eine Art Bettbewerbs-"Entzerrung" darstellt, dann IST diese Abgabe WTO-konform.

Wenn Sie das nicht wissen, müssen Sie sich halt informieren.

Der Blinde mit dem Seehund
15
10.9.2010, 17:07
Dann sollte mal Glawischnig mit guten Beispiel vorangehen,

und sollte einmal auf Ihren BMW Cabrio den CO2 verbrauch angeben. Ihr Ehemann sollte einmal den CO2 Verbrauch seines Porsche Cayenne veröffentlichen. Es ist doch total unglaubwürdig nur vor dem Museumsquartier wenn dort hunderte Fotografen bereit stehen mit diversen e-bikes und segways vorzufahren und ansonsten die Bevölkerung zu verarschen.

gemma24
00
11.9.2010, 10:04
Sie haben wohl etwas zuviel getrunken gestern Abend

Eva Glawischnig hat nähmlich gar kein Auto, und Ihr Mann einen VW Kombi.

h 90
22
10.9.2010, 19:26

Die Petrovic hatte ja so eine alte Kaefer Kabrio Drecksschleuder

chlorophyllmarxist
00
11.9.2010, 10:01

Nein, das war ein Golf Cabrio.

The Real Zet
 
20
10.9.2010, 13:21

Kurz: wenn es richtig gemacht wird, ist es eine Super Idee. Und nur dannn.

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