Integration in Deutschland

Es braucht seine Zeit

8. September 2010, 18:23

Integration kann man nicht mit schrillen Tönen von oben verordnen - von Birgit Baumann

Die Pressekonferenz des deutschen Innenministers Thomas de Maizière zum heiklen Thema Integration wirkte wie ein gezieltes Statement gegen Bundesbanker Thilo Sarrazin. Dessen Thesen zu integrationsunwilligen Migranten sorgen seit Tagen für Wirbel.

Auch der Innenminister räumte ein, dass Deutschland unter Versäumnissen in der Integrationspolitik leide. In den Neunzigerjahren habe sich Deutschland zu wenig um Zuwanderer gekümmert, diese wiederum hatten auch kein Bedürfnis, sich anzupassen. Dennoch zeichnet de Maizière ein weit weniger negatives und schrilles Bild. Die Mehrheit der Ausländer in Deutschland wolle sich integrieren.

Das Thema Integration wird die Deutschen noch jahrelang beschäftigen. Sie selbst bekommen immer weniger Kinder, sie sind auf Zuwanderung angewiesen. Viele Jahre lang dominierte dabei jedoch der Familiennachzug bei den Zuwanderern. Auf Facharbeiter wurde kaum Wert gelegt. Das rächt sich nun, da im Ingenieursland Deutschland Facharbeitermangel herrscht.

Umso mehr muss sich die Politik anstrengen, weitere Hilfen zu geben. Mehr Migranten als Lehrer und Islam-Unterricht an staatlichen Schulen sind konsequente Schritte. Aber es ist - leider - keine Lösung, die binnen weniger Monate alle Missstände beseitigt. Das Versäumte nachzuholen dauert und braucht seine Zeit. Integration kann man nicht mit schrillen Tönen von oben verordnen. (Birgit Baumann/DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 122
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Walter müller1
04
12.9.2010, 11:56
na klar wir brauche ausländer na klar

@ mit W. Lutz einen Demografen, der den "Austro-Nobelpreis" gewonnen hat: http://oe1.orf.at/programm/254672
Er meint, dass es nicht so ist, wer sagt, dass wir auf Zuwanderer angewiesen sind?"

na sicher um Löhne und Gehälter von Arbeitern und angestellten klein zu halten, denn ohne Migranten hätten wir kaum Arbeitslose und somit kein Druck auf den A.Markt und die Firmen müssten händeringend suchen nacht top Leuten und diese irgend wie abzuwerben!

Der Zwersch
20
12.9.2010, 16:08

Die Quintessenz der Aussage ist:

Ohne Ausländer hättens eher mehr Arbeitslose, weil die Industrie sich einwandernde Facharbeiter deswegen wünscht, weil sie kein Interesse an der Ausbildung derselbigen hat.

Walter müller1
01
12.9.2010, 16:26
quatsch

keine Ausbildung keine qualitativ hochwertige Arbeit, denn wissen wie es warum man was wie tut ist in den meisten Berufen entscheidend und das bekommt man eben nur mit einer Ausbildung vermittelt und wer das nicht kann ist raus aus dem Job, oder sogar raus aus dem Arbeitsmarkt ganz prinzipiell und wäre so nur für primitive handlanger arbeiten zu gebrauchen, aber genau die die nichts gelernt haben sitzen ruck zu auf der Straße und kosten den Steuerzahlern Milliarden!

Der Zwersch
00
12.9.2010, 18:04

Ich sehe in ihrer Antwort jetzt nichts das irgendwie Bezug auf meine Aussage hätte.

Ich schrieb, die Industrie wünscht qualifizierte Einwanderung, weil man sich nicht die Mühe machen will auszubilden.

josefa maier449
02
12.9.2010, 10:36
Deutsche / Österr. bekommen weniger Kinder, wir sind auf Zuwanderung angewiesen.

Eigenartig dass das immer wieder verbreitet wird, grad wenn es möglicherweise langfristig kulturelle Probleme mit v.a. Mxslems gibt. Möchte auf eine Interssante Sendung und Gespräch verweisen, mit W. Lutz einen Demografen, der den "Austro-Nobelpreis" gewonnen hat: http://oe1.orf.at/programm/254672
Er meint, dass es nicht so ist, wer sagt, dass wir auf Zuwanderer angewiesen sind?

Der Zwersch
20
12.9.2010, 16:08
"Eigenartig dass das immer wieder verbreitet wird, grad wenn es möglicherweise langfristig kulturelle Probleme mit v.a. Mxslems gibt."

Das betrifft nur Menschen mit selektiver Wahrnehmung.

Lucky Luke 1988
02
11.9.2010, 13:26
Es braucht seine Zeit... 50 Jahre wieviel denn noch?

Der Zwersch
20
12.9.2010, 16:10

Was nutzen 50 Jahre, wenn das Einwanderungsland in dieser Zeit nur Mist gemacht hat?

Brixente Wirklichkeitsbild
00
11.9.2010, 16:04

Na, daß Dir die Puste .. nicht ausgeht.. :-(

Ybes
61
Vielleicht sollte man folgenden Umstand näher betrachten:

Durch die neuen Massenverkehrsmittel werden in Zukunft immer mehr Menschen aus anderen Teilen der Erde nach Europa ziehen. Genau so werden auch immer mehr Menschen aus Europa dort hin ziehen. Auch werden sich die Völker Europas stark vermischen. Wir erleben heute extrem schnelle und schneller werdende Völkerwanderungen (Man sehe zB wievele "Ausländer jährlich Ö betreten und verlassen, zB an den Flughäfen). Das hat weitreichende Folgen, als einfachstes Beispiel: das Wort Heimat wird eine neue Bedeutung erlangen. Wir werden lernen müssen, mit anderen Kulturen und Traditionen täglich umgehen zu müsssen. Neue Insitutionen und Anpassung der Vorhandenen auf diese Umstände sind unvermeidlich notwendig.

Nr 14379
21
Wenn Europäer

in den Iran usw. auswandern (um dort zu arbeiten) werden sie es sich dort auch nicht "verordnen" lassen ein muslimisches Leben zu leben. Sie werden immer Europäer bleiben und auch europäisch leben. Mit ihren eigenen Sitten und Bräuchen und sie werden auch wenn sie unter gleichen sind IMMER deutsch, französisch, englisch etc. reden und nur im Notfall die Sprache der Einheimischen verwenden.

Und genau aus dem selben Grund wird das mit den Türken etc. NIE funktionieren. Warum auch sollte es?

an kog
17
"Sie selbst bekommen immer weniger Kinder, sie sind auf Zuwanderung angewiesen."

Das ist ja auch so ein Mantra das alle ungeprüft nachplappern.
Wahrscheinlich weil die Wirtschaft auch immer nur "wachsen" darf.

Ist Schrumpfung tatsächlich etwas negatives?

http://oe1.orf.at/programm/254672

mp3 anhören.

Wolfgang Lutz ist Demograf, er hat in Wien und den USA studiert, ist Direktor des Instituts für Demografie an der Österreichischen Akademie für Wissenschaften sowie Leiter des Weltbevölkerungsprogramms am IIASA, dem Internationalen Institut für Angewandte Systemanalysen in Laxenburg. Heuer im Juni hat er als erster Sozialwissenschaftler den renommiertesten Preis für Wissenschaftler in Österreich bekommen, den Wittgenstein-Preis.

Der Zwersch
10
12.9.2010, 16:12

Kurzfristig ist Schrumpfung etwas schlechtes und Politik denkt in aller Regel in Legislaturperioden.

an kog
01
12.9.2010, 16:54

Darauf sollten wir als verantwortungsvolle Bürger aber keine Rücksicht nehmen, oder?

Der Zwersch
00
12.9.2010, 18:05

Worauf?

Das kurzfristig Schrumpfung schlecht ist

oder

Das die Politik nur in Legislaturperioden denkt?

an kog
01
12.9.2010, 18:21

auf beides?

Für die "Welt" ist Schrumpfung so ungefähr das beste was passieren kann (Kurz- und Langfristig).

Das Legislaturperiodendenken der PolitikerInnen sollte außer denen niemanden weiter kümmern, nachdem es sowieso nur ärgerlich und verantwortungslos ist.

Der Zwersch
10
12.9.2010, 21:11

Also die Welt ist ungenau.

Rentner haben von Schrumpfungen wenig.

Kurzfristig weil es ihre Renten mindert und ein mittel bis langfristig tun die erst garnicht erleben. Hinzu kommt das diese ein immer größeres Wählerpotential bilden. Auf dieses Wählerpotential nehmen die Parteien Rücksicht, womit wir dabei wären das diese in Legislaturperioden denken. Ergo kümmert es uns schon.

Das denken der Politiker aus jedweden Kontext herauszustellen mag bequem sein, irgendwelche Antworten liefert es aber nicht, weil es halt kein "ja die machen halt irgendwas im luftleeren Raum, geht uns nix an" ist.

Sobald Wahlen anstehen kümmert es und wieso?

Weil bevor wir anfangen langfristig zu denken, zuerst darauf achten das uns kurzfristig nichts wehtut.

an kog
01
12.9.2010, 22:27

Dass ganz allgemein die Überbevölkerung und da vor allem das Wachstum der menschlichen Population das größere Problem "der Welt" ist, als das Wohlbefinden der Rentner und deren Wahlverhalten, ist wohl kaum bestreitbar.

Der Generationenvertrag (also die nachfolgende Generation bezahlt die Renten der vorhergehenden und nicht die eigene) wird wohl nicht in alle Ewigkeit halten und es ist ein wenig Eigentümlich, wenn wegen dieser Nachkriegsentscheidung in alle Ewigkeit so weiter machen müssen soll.

Der Zwersch
10
13.9.2010, 08:28

Selbstverständlich ist Überbevölkerung für uns alle das größere Problem. Das machen sie nur denen schwer verständlich die solange nicht mehr leben werden. Im Zweifelsfall regiert der Egoismus.
Solange diese Fragen demokratisch geklärt werden sollen, haben sie diesbezüglich ein Problem...vor 20 Jahren wäre es sicherlich leichter gewesen, aber schon damals hat man davor zurückgeschreckt.

Der Generationenvertrag hat sicherlich seine Tücken, aber hat immerhin jahrzehntelang funktioniert. Das andere Möglichkeiten ein vergleichbargutes Ergebnis liefern können muss sich erst noch erweisen. Und wenn sie gegenüber Politikern schon so skeptisch sind, dann sollten sie das gegenüber privaten Altersversorgungen erst recht.

josefa maier449
00
12.9.2010, 10:37
Sehr gutes Posting

habe auch soeben auf diese Sendung verwiesen!

Agnostiker1
00
Frau Baumann hat wie immer ihre ganz persönliche Ansicht...

..über ihr Gastland. Sie scheint zwanghaft zu handeln, wenn sie ihre Fußtritte austeilt.

Nicht die Deutschen zeichnen sich in der Diskussion um Sarrazin durch schrille Töne aus, sondern das bleibt ihnen vorbehalten. Es bedarf schon einer sehr selektiven Sicht der Dinge, wenn Sie als Österreicherin die deutsche Integrationspolitik kritisieren, nachdem ihr Heimatland überhaupt keine derartige praktziert und sie quasi aus den Fekter'schen Methoden besteht.. Wenn Sie objektiv berichten würden, kämen sie zu dem Resultat, dass Deutschland die Regeln des Integrationsgesetzes umsetzen muss, d.h. jeder Zuwanderer ab Erlass des Gesetzes muss zwingend einen Deutschkurs belegen. Und will er nicht, gibts Sanktionen bis zur Rückreise ins Heimatland.

Stahl_____666
223
.

"Es braucht seine Zeit" ist wohl das dümmste Argument in diesem Zusammenhang. Alle ausser der Gruppe der türkischen Muslime haben sich hervorragend eingegliedert oder war jemals von Problemen mit persischen oder ägyptischen Muslimen zu lesen?

Man muss endlich die Fakten auf den Tisch legen und die lauten ganz einfach: Diese Gruppe WILL NICHT.

Brixente Wirklichkeitsbild
11
11.9.2010, 16:06

persische oder ägyptische Muslime gibt es kaum, lieber Stahlhoden

Zinnmo
 
31

Napoleon plante enst entlang der Hauptstraßen Frankreichs Aleen zu pflanzen, damit seine Soldaten im Schatten marschieren könnten. Auf den Hinweis " Das dauert aber Jahrzehnte, bis die Bäume Schatten spenden!" antwortete er: "Darum müssen wir sofort damit anfangen."

Klar gibt es keine schnelle Lösungen für alte Probleme. Gerade deshalb muss man die langsamen Lösungen schnell implementieren. Wir müssen jetzt in Kindergärten und Volksschulen eingreifen. Nur damit bekommen wir die schon Ansässigen in Bildung und auf den Arbeitsmarkt. Alles andere (Erwachsenenbildung, Regelung der Zuwanderung, Gesamtschule in der Mittelstufe) ist auch wichtig, aber sekundär. Der Schlüssel liegt bei den Kindern.

JonBut
03
Die Viagraepoche

Das eigentliche Problem packt keiner an.
Warum wollen immer weniger, fleissige, intelligente,ja gar sehr potente Deutsche (selbst gut integrierte mit Migrationshintergrund) Kinder (erzeugen)?
Der "billige" Import kommt im Endeffekt viel viel teurer, und zwar für alle!
IMHO greift das Kapital gerade im Ingenieurland kräftig durch.
Arbeitstrieb als Existenzbasis macht zusehends Gefangene des Wohlstands und ruiniert die Familien/Gesellschaft.
Irgendwie balanciert sich somit aber auch der Globus. Der Überlebenswille der Armen übervölkert mit der Zeit die ganze Erde.

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