Gegen Sparpaket

ORF-Betriebsrat will nur bei Heinzl sparen

08. September 2010 18:05

"Heftiger Klärungsbedarf" laut Moser bei "Futurezone"-Verkauf

Wien - Gegen ein weiteres Sparprogramm im ORF hat sich ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser ausgesprochen. "Wir befinden uns wieder in den schwarzen Zahlen, und wir haben im Vorjahr ein riesiges Sparpaket mitgetragen. Warum ein weiteres Sparprogramm?", so Moser. Für die Belegschaftsvertreter könne es so jedenfalls nicht weiter gehen. Laut Moser seien von der Geschäftsführung neue Sparvorhaben angekündigt worden, ohne diese zu beziffern oder näher auszuführen. "Das ist nicht korrekt."

Der Zentralbetriebsratsobmann und Stiftungsrat will die Pläne des ORF-Managements am Donnerstag bei der Sitzung des obersten ORF-Gremiums thematisieren. Auch rund um den geplanten Verkauf des IT-Portals "Futurezone" sieht Moser "heftigen Klärungsbedarf". Der ORF-Stiftungsrat soll am Donnerstag dazu einen Beschluss fassen. Moser wünscht Aufklärung über die Zukunft der Mitarbeiter. Sollte es Versuche geben, Mitarbeiter an den neuen Eigentümer zu verleasen, wäre dies "rechtswidrig", betonte er.

Kritik an "Chili"

Kritik will Moser auch am neuen Sendungskonzept von Dominic Heinzls Society-Format "Chili" deponieren. Da es nun kürzere Wochentag- und eine längere Wochenend-Sendung gebe, müsse der Vertrag mit Heinzl neu geregelt werden. Jeder Programmmacher wisse, dass man Wochentag- und Wochenend-Sendeminuten nicht einfach gleich behandeln kann. "Heinzl muss billiger werden."

All diese Themen seien wesentlich wichtiger, als die Frage, wer neuer Radiodirektor wird, findet Moser. Das Stimmverhalten bei der Bestellung des neuen Hörfunkchefs werde sich erst am Donnerstag klären. Fernseh-Chefredakteur Karl Amon dürfte übrigens der einzige Bewerber für den Posten des Radiodirektors sein. Online-Direktor Thomas Prantner, der von einzelnen Stiftungsräten ebenfalls als möglicher Nachfolger Willy Mitsches ins Spiel gebracht worden war, hat sich nach APA-Informationen nicht beworben. Moser zur Anzahl der Bewerbungen: "Ich hätte mir mehr erwartet." (APA)

bärli bär
28.09.2010 18:14
So schauts aus.

Was auch immer der gute Heinzi für an Mist produziert.
Beim Thema Verträge kann ma sich was abschauen.

derStandardmeint
09.09.2010 16:32
Keinen Cent wird Heinzl nachgeben.

Verträge sind einzuhalten und seine Anwälte werden die Verträge schon so formuliert haben, dass eine allfällige Änderung immer zu Lasten des ORF gehen muss. Ist aber eigentlich auch sehr konsequent, das wirtschaftliche Risiko für den Erfolg einer Sendung kann natürlich nicht der Produzent eingehen. Dasselbe Problem würde sich wohl stellen, falls der ORF aufgrund fortgesetzter Erfolglosigkeit dieses "Format" komplette einstellen würde wollen. Also: "Duck Dich, Österreich!"

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.