AFP, AP, Bloomberg und Reuters gegen Schaffung eines Pressetribunals
Kapstadt - Die vier größten Nachrichtenagenturen der
Welt haben sich beunruhigt über Pläne des südafrikanischen
Staatschefs Jacob Zuma für eine neue Mediengesetzgebung gezeigt. In
einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Zuma warnten Agence
France-Presse (AFP), Associated Press (AP), Bloomberg und Reuters am
Mittwoch vor Einschränkungen der Pressefreiheit. Die südafrikanische
Regierungspartei ANC plant die Schaffung eines Pressetribunals, das
Strafen für schlechte Berichterstattung verhängen soll. Außerdem
berät das Parlament über ein Informationsschutzgesetz, das nach
Ansicht von Kritikern den investigativen Journalismus beeinträchtigen
würde.
Ungeachtet der Einschüchterungen und Zensurversuche durch das
Apartheid-Regime hätten die Medien in Südafrika und in dem Land
tätige ausländische Reporter der Welt von den Schrecken der
Rassentrennung berichtet, heißt es in dem Schreiben der Agenturen.
"Mehr als 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid drücken wir unsere
Besorgnis aus und stimmen in den Chor derjenigen ein, die die
Pressefreiheit und Meinungsfreiheit in Südafrika und in der ganzen
Welt verteidigen."
Zuma sagte am Mittwoch, das geplante Tribunal werde die
Pressefreiheit nicht beeinträchtigen, sondern die Rechte aller Bürger
verteidigen. Das Tribunal solle von Menschen angerufen werden können,
die sich unfairer Berichterstattung ausgesetzt sähen. (APA)