Streit um Minderheiten bei Volkszählung

8. September 2010, 17:58

Chefin der Statistik-Behörde nach Angriffen nationalistischer Parteien zurückgetreten

Sofia - Im Vorfeld einer Volkszählung in Bulgarien ist es jetzt zu einem Streit um die Erfassung von Minderheiten gekommen. Nach Einwänden nationalistischer Parteien trat die Chefin der Statistik-Behörde, Mariana Kozewa, am Mittwoch zurück.

Bei einem Test für die bevorstehende Volkszählung waren zahlreiche Minderheiten aufgeführt worden. In der im Internet verbreiteten Version waren neben ethnischen Türken und Roma erstmals auch kleinere Gruppen wie bulgarische Muslime genannt.

Dies ist der zweite Rücktritt in Bulgariens Verwaltung, der auf einen Streit um die Minderheiten zurückgeht. Die stellvertretende Bildungsministerin Milka Kodschabaschiewa hatte in der vergangenen Woche ihr Amt niedergelegt.

Sie hatte angeordnet, dass die Schulen jene Schüler erfassen, die nicht slawischer Abstammung sind. Damit sollte die Zahl der notwendigen türkisch-sprachigen Lehrer ermittelt werden. Rund zehn Prozent der 7,5 Millionen Einwohner Bulgariens sind türkischer Abstammung. Dazu kommen noch rund 650 000 Roma. (APA/dpa)

Apfel vom Baum
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15.9.2010, 08:53
„Österreichischer Protestant“ oder „Österreichischer Katholik“

Bisher war es in Bulgarien üblich das man entweder das Feld Bulgare, Türke, Roma oder das Feld „andere Nationalität“ auswählt. Unter dem Register andere Nationalität haben sich bisher immer ca. 1.5 % der Bevölkerung eingetragen. Aus irgendeinem Grund dachte der Stellvertreter der Behörde Mustafa Sinal Hasan es wäre eine tolle Idee wenn man die Nationalität „Bulgarischer Mohammedaner“ und „Afro- Amerikaner“ usw. mitangeben kann, also als ob es in Österreich die Nationalitäten „Österreichischer Protestant“ oder „Österreichischer Katholik“ gibt. Der Sinn der Aktion wurde berechtigter weise in Frage gestellt, da nur Ankara und die Leute um Ahmed Dogan daraus Profit schlagen würden.

BMPO-1892
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Der Bericht vergisst eine der größten Minderheiten im Land mit über 350.000 Menschen, die Makedonier aus dem Pirin.

Diese Minderheit versucht schon seit Jahren ihre Rechte einzufordern, unter anderem vertreten durch die OMO-Ilinden-Partei, welche zuletzt auch beim EU-Gerichtshof für Menschenrechte verzweifelt versucht etwas zu erreichen.

Leider sind die Augen und Ohren der EU-Institutionen verschlossen, wenn es um die Minderheitenpolitik in den eigenen EU-Mitgliedern wie z.B. BG oder GR geht.

Apfel vom Baum
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15.9.2010, 09:22
1892 oder 1893?

Übrigens haben Christo Tatartschew und Dame Gruew die Organisation die du meinst 1893 und nicht 1892, wie dein Name das vermuten lässt, in Thessaloniki gegründet und zwar unter dem Namen BMARK (Bulgarische Makedonien-Adrianopeler Revolutionäre Komitees) erst 1919 hat sie sich, unter Todor Alexandrow, der im heutigem Mazedonien als „Faschist“ und „Grossbulgarischer Chauvinist“ gesehen wird, in VMRO umbenannt.

Apfel vom Baum
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15.9.2010, 09:21

Also mit den 350.000 bist du fehl informiert nach Schätzungen stammen 2 bis 3 Millionen der heutigen Bulgaren von Flüchtlingen aus der Region Makedonien ab. Sie kamen als Flüchtlinge aus Griechenland und Wardar Makedonien und gehören zu den patriotischsten Bulgaren. Meine Familie stammt ebenfalls aus der Region flüchtete allerdings 1930 vor dem jugoslawischen Regime, das damals noch Serben aus Ihnen machen wollte und nach 1944 mit einigem Erfolg aus der gleichen Bevölkerung „Makedonier“ gemacht hat, wie man das bei dir sehen kann.

TimuCin Askari
 
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EU würdig, ganz klar :)

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