"Kleine Wunder in Athen" und weitere Filmstarts der Woche
Trafikant Stavros ist ein gut 40-jähriger Bub. Mit drei Freunden regiert er vom Gartenstuhl aus einen verschlafenen Platz. Dass seine Freundin ihn verlassen hat, schmerzt ein wenig. Aber man kann ja immer eine Runde Bier trinken, Musik hören oder Fußball spielen - zumindest so lange, bis ein Fremder stört.
Kleine Wunder in Athen /Akadimia Platonos von Filippos Tsitos ist ein ganz sympathischer Beitrag in Sachen Aufbereitung lokaler Eigenheiten für den europäischen Arthouse-Markt. Ein gewisses Grundgerüst, bestimmte Typen bleiben relativ austauschbar, am tragikomischen Alltagsgeschehen werden die jeweiligen Eigenheiten - der Grieche und seine Mama, der Grieche und sein Phlegma, Kulturkampf zwischen Griechen und Albanern u. Ä. - aufgehängt. Dass Tsitos dafür einen äußerst lapidaren Erzählgestus wählt, ist sehr positiv hervorzuheben.
Außerdem starten: Shirin Neshats prämiertes Iran-Frauendrama Women Without Men und Percy und Felix Adlons Psychodrama Mahler auf der Couch; Marvin Krens charmantes Zombie-Stück Rammbock, Reinhard Schwabenitzkys Komödie Furcht und Zittern und Rosa von Praunheims Dokumentarfilm New York Memories sowie die Twilight-Parodie Beilight - Biss zum Abendbrot. Kristin Scott Thomas ist in Die Affäre (Regie:Catherine Corsini) verstrickt, Jessica Biel in Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau in US-britische Kulturunterschiede. (irr, DER STANDARD - Printausgabe, 9. September 2010)