Alles so schön bunt hier

08. September 2010 17:32

Theater der Jugend: Erfolgsprogramm prolongiert

Wien - Thomas Birkmeir, Direktor des Theaters der Jugend, nutzte seine Programmpressekonferenz am Mittwoch, um über die "Zustände in Wien" zu sprechen: Die FP versuche mit ihrem Wiener-Blut-Slogan zu hetzen, sie fordere zum Ausgrenzen auf. Das Theater der Jugend sei hingegen bunt, und bunt sei auch das Publikum:"Ich will in keinem Wien leben, in dem diese Buntheit kackbraun angemalt wird." Das Motto für die Saison laute daher "Solidarität statt Ausgrenzung" .

Man wolle dazu ermuntern, auf das Fremde zuzugehen. Ausgrenzung wird aber auch vom Theater der Jugend betrieben: Aufführungen gibt es ausschließlich auf Deutsch. Denn, so Birkmeir:"Wer hier wohnt, soll sich der deutschen Sprache annähern." Und:"Die Türken, die zu uns kommen, sind interessiert, an der westlichen Kultur teilzunehmen."

Die Auslastungszahlen waren 2009/10 hervorragend (95,78 Prozent), die Zuschauerzahlen konnten nochmals gesteigert werden - von 261.000 auf 291.233. Birkmeir sucht keine Sponsoren (er finde ein Theater als Werbeträger bedenklich):Er erhöht lieber die Eintrittspreise um einen Euro pro Karte. Nur elf Personen, darunter zwei Frauen, bewarben sich um die Nachfolge von Geschäftsführerin Marianne Aly, die im Sommer 2011 in Pension geht. Dass er eine Wunschkandidatin habe, verneint der Direktor.

Birkmeir, der gegenwärtig nur in Deutschland inszeniert, setzt vor allem Komödien ein. Eröffnet wird die Saison am 12. Oktober mit Just So. Es folgen u. a. Der Lebkuchenmann, Christine Nöstlingers Wir pfeifen auf den Gurkenkönig sowie Dramatisierungen von Die Schatzinsel und Alfred Hitchcocks Die 39 Stufen. (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 9. September 2010)

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