Das mobile Klo-Kraftwerk

Martin Obermayr, 8. September 2010, 19:18
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    Mit wenigen Handgriffen kann die Minitoilette zu einem rollbaren Tank umgebaut werden.

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    Aufklappen, draufsetzen, Geschäft erledigen, Klobrille abnehmen ...

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    ... zum Wagerl umbauen, zur Sammelstelle bringen, entleeren, Energie produzieren.

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    Die Einzelteile: Cover (Abdeckung), Inlet Cover (Einlassabdeckung), Smell Blocker (Geruchsblockierer), Feces Tank (Fäkalientank), Inlet (Einlass), Anti Slip Grid (Antirutschoberfläche), Splash Protection (Spritzschutz)

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    Die zwei Handles (Bügel) werden zum Rollen (Transportation) und zum Heben (Lifting) verwendet. Dazu wird auf das Outlet (Auslassöffnung) und die Tire Texture (Reifenbeschaffenheit) Wert gelegt.

Ein Pilotprojekt soll zeigen, wie in Zukunft in armen städtischen Gegenden aus Exkrementen Energie entstehen soll

Oft geben vermeintlich banale oder gar triviale Angelegenheiten den Anstoß zu bahnbrechenden Ideen. Auch beim Projekt x-runner handelt es sich um eine derartige Konstellation. Die Grundidee dahinter: Die Herstellung von Toilettanlagen für private Haushalte in indischen Slums sowie die Sammlung der Exkremente und in weiterer Folge die Produktion von Strom mittels Biogasanlagen. 

Es geht immerhin um die nötigsten Bedürfnisse, denn rund 2,6 Milliarden Menschen weltweit leben ohne Toiletten. Das führt neben gesundheitlichen und hygienischen Problemen oft auch zu sozialen - nicht nur, aber vor allem für Frauen und ältere Menschen. Die Vereinten Nationen haben daher den Zugang zu angemessenen Toilettanlagen als "Millennium Goal" ernannt, bis 2015 soll die Zahl der "klolosen" Menschen zumindest halbiert werden.

Kein eigenes Zu- und Abflusssystem nötig

Einen Weg, um diese Misere einzudämmen, stellt das Projekt x-runner dar. Dabei handelt es sich um eine mobile Toilettanlage, die so klein und platzsparend ist, dass sie auch in noch so engen Behausungen verwendet werden kann, ohne dass dafür ein eigener Anschluss an ein Zufluss- noch an ein Abwassersystem benötigt wird.

Die Ausscheidungen werden in einem Tank gesammelt, der unterhalb der Toilettenabdeckung (am Bild links als "Cover" bezeichnet) eingebaut ist. Der Tankeinlass ist mit einem mechanisches Siphon, das auch als "Smell Blocker" (Geruchsblockierer) bezeichnet wird, versiegelt, um sowohl olfaktorisch als auch hygienisch einwandfreie Bedingungen zu gewährleisten.

Durch eine spezielle Nano-Beschichtung, die sowohl an der Innenseite des Covers als auch des Tanks angebracht ist, werden Urin und Fäkalien abgewiesen - dadurch soll für die Reinigung nur wenig bis gar kein Wasser nötig sein.

Alle drei bis fünf Tage wird der volle Tank dann zu einem rollenden Gerät umgebaut und zur nächsten Exkrementsammelstelle transportiert. Dort befindet sich idealerweise dann auch gleich eine Verwertungsanlage, damit aus den "Speisresten" zuerst Methangas und in weiterer Folge Energie für die Bevölkerung entsteht.

Weltweites Gemeinschaftsprojekt

Entstanden ist diese Idee in einem Team von Kreativen und Desigern, das von der aus Israel stammenden und in Berlin lebenden Konzeptentwicklerin Noa Lerner angeführt wird.

Mitverantwortlich für dieses mobile Toilettenprojekt, das innerhalb des nächsten Jahres genug finanzielle Power haben soll, um in Serienproduktion zu gehen, sind gleich mehrere Organisationen: So sind die Marketing-Plattform betterplace.org und die Network-Organisation palomar5.org  genauso involviert wie die World Toilet Organization (WTO), die Universität der Künste Berlin und die indische NGO Sulabh International, die seit 40 Jahren den Standard von öffentlichen Toilettanlagen in Indien zu heben versucht. (Martin Obermayr, derStandard.at, 8.9.2010)

Link:

x-runner

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
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Pierre d´Aubusson
00
7.12.2011, 23:26
Gar seltsames geht vor!

Könnt ich mich erinnern, daß da einmal vor 1968 ein Artikel in der Volksstimme war, der der beschrieb, wie man mit Fäkalien-Gas DDR-Traktoren antrieb?

Und wenn ich mir die Büdln so anseh: haben die kein Kanalnetz? Oder ist das leider weg, weil man zwar das "sell" hinter sich hat, aber dann fürs "ließ back" das Geld per "Verfassungsbremse im Schuldenrang" fehlte?

Pierre d´Aubusson
00
7.12.2011, 23:46

Muß mich gleich entschuldigen, bin auf die Bilder aufgesprungen, ohne den Text zu lesen....

MrTee
00
10.9.2010, 10:05
Wort Toilet Organisation

Klickt mal auf den Link, da gehts zur World Trade Organisation xD

XYZ123
00
Sowas kann man auf jedem Campingplatz beobachten

nur billig ist das heute nicht .......

Franz Mukal
00
und beim sch**sen (shitten) aufpassen,

dass nichts daneben (aside) geht!

twinter
00
Wieder so eine tolle Idee

Und so ein Teil sollen sich die Leute in Slums leisten können?? Genau so wie die Netbooks die ja eigentlich für Afrika entwickelt wurden weil sie leistbarer sind.

Eingesetzt werden sie aber nun hauptsächlich in der westlichen Welt!!

Das Wort
00
Wenn man die Be und Entlastungsenergie nutzt, kann man wie mit einer Dynolampe den Ort beleuchten;-)

Die Verkompostierung ist kein Gourmestück - eher das Gegenteil.

Theresa Nusnasch
04

"das von der israelischen stämmigen und in Berlin lebenden Konzeptentwicklerin Noa Lerner"
also dass sie stämmig ist, ist doch fuer den artikel komplett irrelevant!

Christ Kind
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fuer die vielen

visualisierenden Menschen heutzutage gar ned unwichtig.

Dr Don Tango
00
manche machen aus scheisse geld.

wieso also nicht energie?

grauemaus
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Hightech-Nachttopf

für die Minderbemittelten. Können dann mit ihren Fäkalienlieferungen den Kredit für das Klo abzahlen. Scheinbar brauchts aber immer ein bisschen Hightech, um alte Ideen (Humustoilette, Biogasanlagen...) wieder in Diskussion zu bringen.

Troll Translator
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damit aus den körperlichen Überresten...

?????

da fux
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WTO?

World Toilet Organisation ?? glaub ich nicht ...

hopper
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ich hoffe nur der Autor korrigiert es nicht, das wäre ein schönes Google-bares EasterEgg

ghö
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die idee ist nicht ganz neu - hier ein bericht zum chineschischen energieschwein.

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 15,00.html

Tobias P
00

- Methan gewinnung aus Dung gibts schon lange
- Mobile Klo's gibts (in anderer Form) schon lange

Die Kombination, die sich einfach & günstig in den Slum's der Städte einsetzen läßt gibts meines Wissens nicht.

Btw:
Suchmaschinen gabs schon lange vor google.
Index Suche gabs vor google.

Wer hat's verbunden?

Feldschwirl
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ricola?

johann potakowskyj
 
12
HC Strache, was nun?

Bald brauchen wir mehr Ausländer um unseren Energiebedarf zu decken!

Tim Eodanaos
00
Na, brauch' ma nicht!

Wir lassen einfach den HC ind seine Brüder im (Un)Geiste per Megaphon in diese Topferln krakeelen, das erspart uns jegliche weitere Energiediskussion.

jose luis schuster
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wie stämmig ist die Konzeptentwicklerin denn?

Dr Biogas
21
Gibts doch schon lange!

Die Idee mit der rollenden Toilette find ich ganz interessant und durchaus sinnvoll. Ob dieses Produkt in den naechsten Jahren dazu beitragen wird 1,3 Mrd !!! Menschen zugang zu einem Klo zu verschaffen wage ich zu bezweifeln.
Aus menschlichen Fekalien Energie zu Produzieren gibts doch schon lange! In der westlichen Welt wird in vielen Klaeranlagen Biogas aus Klaerschlamm gewonnen.
Die Technologie der Biogasanlage wie in der Graphik dargestellt ist, ist ueber 1000 Jahre alt und so bereits/noch immer in vielen tausend Anwendungen in Indien und China im Einsatz.

Tobias P
26
Gibts doch schon lange!

Na gottseidank!
Hab ich echt schon schwer vermisst.

Also zum Klo:
- rollen? gibts schon lange (das Rad)
- umbauen (flach-hochkant) - gibts schon lange
- Siphon - gibts schon lange

Zu dir:
- Schreiben? Gibts schon lange - wahrscheinlich fast so lange wie die sinnlosen "gibts doch schon lange" Schreier
Buchstaben im übrigen auch, vor der Floppy gabs doch schon lange mobile Speicher (Lochkarten) & der E-Motor ist sowieso ein alter Hut (ebenso wie die ungelöste Energieversorgung des selben).

Die *gesamte Idee* ist super & gibt's in diesem Zusammenhang nicht.
Wenn du allerdings die Idee früher hattest - oder irgendwo schon gesehen - denn immer her mit den Links - die's denn ja wohl lange schon gibt!

DieFizinuss
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hmmm...der große tank ist aber trotzdem irgendwann voll...das verflüchtig sich ja nicht alles zu methangas!

M L3
00
Der Schlamm lässt sich als Dünger nutzen

Die Mineralstoffe und der Sickstoff verflüchtigen sich natürlich nicht mit dem Methan. Das wäre auch blöd, weil es dann nicht sehr sauber verbrennen würde.
Den Dünger wird man auch in diesen Gegenden gut brauchen können und ihn daher nicht in ein Gewässer kippen.

Pierre d´Aubusson
00
7.12.2011, 23:39
da hätt ich ja direkt noch eine Idee beizusteuern:

Wenn der Deckel bei hochkant stehendem Behälter dicht ist (muß er ja sein), dann könnte man im Inneren eine Art Zwangsmischer vorsehen, der die Klotrommel wie eine Mischmaschine arbeiten läßt. Da wär schon a bisserl Kläranlagen-Arbeit erledigt, wenns am Zielort ankommt.
Dort erhält man eine Tauschtrommel mit Dünger, geht auf den Ziel-Acker, öffnet den Deckel und geht jetzt mit jener Drehrichtung, die den Zwangsmischer zum Düngerstreuer umfunktioniert.

Paaßt! tät der Gunkl sagen...

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