Wappwolf wagt sich auf internationale Bühne

8. September 2010, 15:58
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Zwei Freunde, eine Idee, etwas Bier und Mut zum Risiko - Startup präsentiert Webportal auf Demo 2010

Zwei Freunde, eine Idee, etwas Bier und Mut zum Risiko: Das ist der Stoff, aus dem schon viele erfolgreiche Startup-Geschichten gewoben wurden. Michael Eisler und Harald Weiss hoffen, auch die ihres erst im Sommer gegründeten Unternehmens Wappwolf. Kommenden Dienstag gilt es, die erste Hürde zu nehmen. Auf der Demo Conference 2010 im kalifornischen Silicon Valley wird sich entscheiden, ob das kritische Publikum in ihrer Idee Potenzial sieht: Eine Plattform für Web-Anwendungen, die es dem Benutzer erlaubt, unterschiedliche Applikationen in einer Prozesskette zu verbinden.

Rote Augen

"Ein Nutzer hat Fotos auf seiner Digitalkamera abgespeichert und möchte jedes Foto auf seinem PC archivieren, eine Belichtungskorrektur durchführen, rote Augen entfernen, Bilder drehen und dann auf Flickr oder Facebook posten", nennt der 29-jährige Eisler ein Beispiel. Bisher muss für jedes Foto jeder dieser Schritte einzeln durchgeführt werden, was umständlich und zeitaufwändig ist. Mit Wappwolf soll der Nutzer hingegen jede der für ihn erforderlichen Applikationen wie aus einem Baukasten auswählen und miteinander verknüpfen können. Das daraus entstehende App-Modul kann dann abgespeichert und beliebig oft wieder eingesetzt werden.

"Das Einsatzgebiet für Anwendungsideen ist unbegrenzt"

"Das Einsatzgebiet für Anwendungsideen ist unbegrenzt", ist Eisler überzeugt. Jeder Entwickler kann für Wappwolf ein Programm schreiben, hochladen und erhält (bei kostenpflichtigen Angeboten) einen Teil der Einnahmen. Wappwolf sieht sich wie Apple iTunes als Vertriebskanal für die Entwickler. Am 15. September fällt der Startschuss.

Motivation

Dass die Plattform aber wirklich möglichst rasch zum Laufen kommt, "um die Entwickler zu motivieren" - und damit die nicht patentierbare Idee von einem anderen Unternehmen weggeschnappt wird, braucht es vor allem eins: Geld. Für die nächsten sechs Monaten greift Wappwolf auf eigene Investments zurück. Eisler ist Mitgründer und Chef des seit 2001 aktiven Linzer IT-Dienstleister Digital Information Gateway (Jahresumsatz zwei Mio. Euro). Für 2011 sei ein "siebenstelliger Betrag" erforderlich.

Insgeheim hoffen die Freunde, auf der Demo 2010 in der vorgeschriebenen Zeit von sechs Minuten nicht nur den Beifall des Publikums, sondern auch einen Investor zu finden. Dass dies dort einem kleinen rotweißroten Startup gelingen kann, haben die Österreicher Roman Scharf und Daniel Mattes mit ihrer Webtelefonieplattform Jajah vorgemacht. (kat)

 

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    foto: wappwolf
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