Lehrer-Gewerkschaft kritisiert Direktoren-Bestellungen

08. September 2010 14:55

"Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt" - Personalvertreter sprechen von großen Verunsicherungen an Schulen

Wien - Kritik an der Direktoren-Bestellung durch das Unterrichtsministerium übt die Lehrer-Gewerkschaft für berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS). Konkret stoßen sich die Personalvertreter an einer Weisung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S), wonach die Landesschulräte die Dreiervorschläge für die Besetzung von Direktoren an Bundesschulen (AHS, BMHS) künftig nur noch alphabetisch geordnet und nicht mehr mit einer Reihung abliefern sollen. Damit würden die "Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt", so der Vorsitzende der BMHS-Lehrer-Gewerkschaft Jürgen Rainer (Fraktion Christlicher Gewerkschafter, FCG) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Gewerkschafter halten diese Weisung für verfassungswidrig und berufen sich dabei auf ein entsprechendes Gutachten des Kärntner Verfassungsdienstes. In der Verfassung stehe zwar, dass in dem Dreiervorschlag nur drei Namen stehen müssen, es sei aber "über 50 Jahre Usus gewesen, diese zu reihen", so Rainer. In Lehrerkreisen sei "die Vermutung weit verbreitet", dass die Ministerin diese Weisung gegeben habe, "weil es bei Bestellungen Zurufe aus politischen Kreisen gibt".

"Große Verunsicherung" herrsche auch an Schulen, weil es in vielen Bestellungs-Verfahren keine Entscheidung gebe. So berichtet Rainers Stellvertreter, Roland Gangl, von drei Schulen in Niederösterreich, wo es seit Jahren keine ernannten Direktoren gebe. An der HTL Wiener Neustadt sei seit sechs Jahren kein Direktor ernannt. An der Tourismusschule Krems leite ein Kandidat seit sechs Jahren die Schule, der schon zum Direktor ernannt gewesen sei, dessen Ernennung dann aber wieder aufgehoben wurde, und der nun nur noch bedingt geeignet sein soll. Und an der größten Schule des Landes, der HTL Mödling, sei das Bestellungsverfahren bereits abgeschlossen gewesen, die Ministerin habe der Gewerkschaft mitgeteilt, dass der Erstgereihte Direktor werde, dann aber die Ernennung doch nicht unterschrieben und das Verfahren neu aufgerollt.

Die Gewerkschafter orten auch zunehmend Widersprüche in den sogenannten Potenzialanalysen, die im Zuge des Auswahlverfahrens von externen Firmen durchgeführt werden. Sie fordern deshalb standardisierte Verfahren, um die Objektivität dieser Analysen zu gewährleisten, sowie klare und eindeutige Ausschreibungstexte. "Wir müssen aus Sicht der Gewerkschaft sicherstellen, dass es transparente Verfahren gibt", sagte Rainer, der einen Termin mit Schmied fordert, "um die vielen Ungereimtheiten zu klären". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 30
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Karl L.
13.09.2010 22:48
Nicht ÖVP sondern CV ist das Schlüsselwort

in Niederösterreich!

Cartellverbandsmitglieder genießen höchste Priorität.
Christliche Gewerkschafter kommen danach.
Sonstige ÖVPler werden noch toleriert.
Nicht-ÖVPler, Blaue, Parteilose werden gemobbt.
SPÖler und Grüne werden gekillt.

http://aua.blogsport.de/images/Sc... arnier.pdf
(Seite 3 - Fußnote 8)

hannsib
 
12.09.2010 11:19
Ob die schwarzen Herren Personalvertreter

auch in NÖ denselben Raudau aufführen würden, wenn sie wüssten, dass dort so gut wie alle Pflichtschuldirektoren nur mehr nach dem schwarzen Büchl bestellt werden?

ich gebs zu
13.09.2010 10:16
In den angeführten Schulen

geht es ausnahmslos um die segensreiche Wirkung von ÖVP-Politikern.

Ein Erfolgsrezept der "schwarzen" Personalvertreter/innen ist, dass sie sich nicht an Parteivorgaben halten.

(Anders als die Wiener FSG, die nicht zuletzt dank ihres freundlichen Schulterschlusses mit dem Stadtschulrat eine mächtige Abfuhr von den Wiener Lehrer/innen bekommen hat.)

Zwergli
10.09.2010 11:52
VS & HS

Wen die Problem schon gelöst werden sollen sollte man doch unten anfangen! Ich glaube es ist wichtiger das das Augenmerk unserer Politiker auf die Voksschulen und Hauptschulen gelegt wird

Viele Gymnasen sind jetzt so gut wie vor einigen Jahren die Hauptschulen, obwohl ein Gymnasium doch eher für Schüler gedacht sind die mehr als nur das Grundlegende lernen. Doch in den öffentlichen Pflichtschulen fehlt es an Allem. Die Schulen auf dem Land brauchen auch oft mehr Geld als sich die Gemeinden leisten können, während die "Höheren" Lehranstalten im Geld nur so schwimmen.

In den HS und VS fehlt es auch durchgehend an Disziplin von den Schülern, da Lehrer -im Gegensatz zu den Schülern- eigentlich keine Rechte besitzen

Rauscher, der Hundefreund
09.09.2010 19:57
"...berufen sich auf den Kärntner Verfassungsdienst"

Oder auf eine Expertise des Villacher Faschings...der Herr Rainer muss ein bisserl ein einfaches Geisteskind sein, wenn er Schwierigkeiten mit dem Alphabet hat. Dafür kann er wenigstens bis 3 zählen. Ursuper, welche Dodln für die Zukunft unserer Kinder zuständig sind.

sam duke
09.09.2010 12:59
schmied

fängt an wie das wort sch....

Dunkelgrau
09.09.2010 17:17

Schule?

annea
08.09.2010 23:42

Das Selbe bitte endlich auch für Pflichtschulen!!! Es kann ja nicht sein, dass nur Direktoren, die das passende Parteibüchl haben, in eine Schule gesetzt werden, statt denjenigen, die die Eltern und die Kollegen wollen, die aber leider die "falsche Farb" haben. Ganz lustig wirds da ja, wenn Bezirksschulinspektoren ihre Kinder mit Direktorsposten versorgen wollen und dafür Schulen "umgefärbt" werden - da gehts dann nämlich plötzlich...

ich gebs zu
08.09.2010 20:40
Die Wortmeldung war schon lange fällig.

Unter Schmied hat sich nämlich eine neue Kategorie des Nichtentscheidens entwickelt, die langsam, aber sich das ganze System aus dem Ruder bringt.

Natürlich macht es mehr Spass, sich in selbst bezahlten Hochglanzbroschüren feiern oder sich von nicht ganz uneigennützigen Journalisten hofieren zu lassen.

Die eigentliche Arbeit ist da viel weniger erbaulich. Drum lässt man (nein: sie) sie einfach liegen. 6 Jahre ist ja z. B. schon eine ganz schön lange Zeit.

Was unter Gehrer verbockt wurde, wird unter Schmied sicher nicht repariert. Im Gegenteil.

Pandoras_Box
 
08.09.2010 23:25

Achja?

Die Ministerin beendet damit die politischen Bestellungen - oder wie glauben sie, waren die 3er-Vorschläge in den letzten 50 Jahren gereiht?

Aber es ist kein Wunder, das ihr auch daraus versucht wird einen Strick zu drehen, dem Neugebauer und dem Metropoliten von NÖ ist ja momentan gar nichts zu blöd um sie anzupatzen.

Rauscher, der Hundefreund
09.09.2010 19:59
An den roten Stricherln ist zu bemerken,

,,,dass die zuständige Lehrergewerkschaft auch außerhalb der Dienstzeit tätig ist.

ich gebs zu
09.09.2010 11:53
Mir geht es nicht um die Vorschläge, die sie jetzt schon wieder macht,

sondern darum, was wirklich passiert. Bislang ruhen (lt. dem Artikel) die Ernennungsverfahren für die größten Schulen Österreichs. Wenn man sich ein wenig erkundigt, erfährt man, warum: Nichts wird derzeit so gekonnt vermieden, wie die eigentliche Arbeit und die Entscheidung.

Daran sollte man eine Ministerin messen und nicht an ihren Ankündigungen.

natural born runner
09.09.2010 07:56

Auch Schmied stet unter dem Druck ihrer Partei. Es anders zu sehen, wäre politisch naiv.

wunderbar1
08.09.2010 19:57
Wahl der Direktoren

soll am Standort passieren und dabei sollen die Schülervertretung, die Elternvertretung sowie die lehrerschaft Stimmgewicht haben.

Auf 5-10 Jahre (eher 10, da Prozesse in Schulen eher lange brauchen) gewählt, und jederzeit mittels qualifizierter 2/3 Mehrheit abwählbar.

Dieser Direktor soll dann auch die Personalhochheit und sinnvolle Budgets, mit denen man auch gestalten und nicht nur das Toilettenpapier kaufen kann, bekommen.
Er hat sich nämlich dann auch vor Eltern, schülern und Lehrern der jeweiligen schule zu verantworten!

mikize
09.09.2010 16:04

Da habe ich Bedenken, da der Direktor dann Personalhoheit über die Leute hat die ihn wählen. Das wäre ein System der Günstlingswirtschaft.

Dass die Direktorenwahl aber regional passieren soll(über Details können sich die Experten streiten), Direktoren Personalhoheit und Budget bekommen sollen finde ich aber prinzipiell gute, längst überfällige Ideen.

Wenn wir schon dabei sind: Schulen sollen auch endlich ähnliche Steuervorteile bekommen wie Betriebe, und nicht länger als Endverbraucher gehandelt werden (USt rückzahlung, etc.).

mikize
08.09.2010 19:38

Und wie wärs wenn das Umfeld der Schule die Direktoren einfach basisdemokratisch wäht anstatt das sich zwei Fraktionen, die betreffende Schulen maximal dem Namen nach kennen, streiten wer seine Freunderln wie einsetzen darf und eine externe Analyse-Firma dabei auch noch abcasht?

srinivasa
08.09.2010 19:03
Kärtner Verfassungsdienst.

Das muss ja wohl eine Lachnummer sein.

Der Vater Staat
08.09.2010 18:26
Machtspielchen

Frau Schmied fordert ja auch, dass sich dass die Direktor(inn)en die Personalhoheit über die Lehrer(innen) an ihrer Schule bekommen. Man kann sich vorstellen, wer dann heitere Machtspielchen betreiben wird.

lehrer
08.09.2010 17:54
katastrophe lehrergewerkschaft....

diese wollen den einfluss bei der direktorenbestellung nicht aufgeben..in der steiermark gibts kaum einen direktor, der nicht zuvor in der personalvertretung tätig war und nicht eben durch pädagogisches engagement aufgefallen ist! that ´s it!

zinn glaeckl
08.09.2010 22:57
ausgerechnet die lehrer-gewerkschafter

reißen den mund zu einem thema auf, wo sie besonders viel dreck am stecken haben -
und das nicht nur in der steiermark.

Barbara P. Maier
08.09.2010 18:53

so traurig es ist: besonders arm sind schulen mit unabhängigen direktoren: ein effizienter direktor ist nämlich gut vernetzt und weiß, an welchen strippen er ziehen muss, um etwas zu bekommen. das sind aber fast zwangsläufig irgendwelche fraktionellen strippen, weil ja das ganze system fraktionell funktioniert.

lanebbia
09.09.2010 13:40

Ihr posting heißt schlicht auf Deutsch: Nehmt jemandem aus der Nomenklatura, der sich in der Nomenklatura gut zurechtfindet und damit das System der Nomenklatura ad infinitum prolongiert oder hab' ich das falsch verstanden?
Das Wort Nomenklatura können Sie mit beliebigen ähnlichen Begriffen ersetzen ("Eine/r von uns" etc.)

Barbara P. Maier
10.09.2010 06:33

Ich hab mich schlecht ausgedrückt:
Das gesamte System ist leider fraktionell so sehr durchsetzt, dass es Unabhängige ständig irgendwo "anrennen".

Aber wenn man "Murmelchen1" glauben kann, besteht ja Hoffnung.

Murmelchen1
08.09.2010 19:40
Unser Direktor ist unabhängig,

er ist durchaus gut und hat keine Probleme bei den verschiedenen Stellen Gehör zu finden.

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