"Unmensch"

Facebook-Gruppe: Paulus Manker klagt Poster

08. September 2010 14:11
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    Foto: apa/gindl

    Paulus Manker wehrt sich dagegen, als "Unmensch" bezeichnet zu werden.

Theatermacher zerrte Kurzzeit-Mitarbeiter vor Gericht, der ihn in der Gruppe "Ich scheiß auf Paulus Manker" beschimpft hatte

Wien - Ein Kurzzeit-Mitarbeiter des Schauspielers und Regisseurs Paulus Manker hatte sich am Mittwoch wegen übler Nachrede und Beleidigung im Wiener Straflandesgericht zu verantworten. Der 32-jährige Facebook-User war im vergangenen Jänner in dem im Internet populären sozialen Netzwerk einer Gruppe beigetreten, wo er den Theatermacher als "miesen Typ" und "Unmensch" bezeichnete und sich über dessen "körperliche Unappetitlichkeiten" ausließ.

Manker reichte eine Privatanklage ein, als er davon Wind bekam, weil "jedes Wort eine Beleidigung meiner Person ist. Das ist ein Rundumschlag, der nicht hinzunehmen ist", wie der Künstler nun im Grauen Haus darlegte.

Kein Honorar

Der 32-Jährige war im Sommer 2008 eingesprungen, als kurz vor der Premiere des von Paulus Manker pompös inszenierten Polydramas "Alma" im ehemaligen Post- und Telegrafenamt am Börseplatz der Produktion der Tontechniker abhandenkam. Der ausgebildete Nachrichtentechniker wurde aber nach wenigen Tagen auch nicht weiter beschäftigt, weil - so Paulus Mankers Darstellung - man einen weitaus besser qualifizierten Ersatz gefunden hätte. Honorar bekam der 32-Jährige keines, da er laut Manker keine einzige Vorstellung eigenständig abgewickelt haben soll und nur für diesen Fall eine Bezahlung vorgesehen gewesen sei.

Der 32-Jährige fühlte sich von Paulus Manker unfair behandelt. Dieser sei ihm nicht nur das ihm zustehende Geld schuldig geblieben, sondern habe ihn permanent als "Volltrottel" und "Arschloch" beschimpft, wie er Richterin Katja Bruzek erzählte.

"Ich scheiß auf Paulus Manker"

Als der Mann auf Facebook eine Gruppe entdeckte, die sich "Ich scheiß auf Paulus Manker" nannte, trat er dieser bei und ließ dort Dampf ab. "Ich wollte ihn nicht beschmutzen. Ich wollte andere davor schützen und warnen, unter seinem Kommando zu arbeiten", erklärte er der Richterin seine Beweggründe. Paulus Manker sei "ein Despot", auch zahlreiche andere Mitarbeiter hätten unter ihm gelitten.

Er spiele mit dem Image, "nicht pflegeleicht zu sein", räumte Paulus Manker im Zeugenstand ein: "Ich mag eine kontroversielle Person sein." In Wahrheit sei er "ein grundguter, netter Mensch. Aber sagen Sie das bitte nicht weiter." Es sei unwahr, "dass ich andere Leute anschreie oder beschimpfe. Das wäre auch nicht pädagogisch."

Als er von einem Journalisten von der gegen ihn gerichteten Facebook-Gruppe erfuhr, habe er sich diese zu Gemüte geführt und die Postings anfangs "beschmunzelt". Nachdem ihn jedoch weitere Medienvertreter und Freunde darauf ansprachen und in weiterer Folge im Internet ein Ranking der unbeliebtesten Österreicher auftauchte, wo er sich in einer Reihe mit Adolf Hitler, Josef Fritzl und Helmut Elsner fand, habe er Handlungsbedarf gesehen, gab Manker zu Protokoll: "Man darf das nicht unterschätzen. Das ist im Unterschied zu einer Zeitung, die man am nächsten Tag weghaut, omnipräsent."

Entschädigungsansprüche

Mankers Anwalt Dieter Ortner leitete gegen sämtliche Personen, die seinen Mandanten verunglimpft hatten - insgesamt hatte die Facebook-Gruppe 15 Mitglieder - gerichtliche Schritte ein, in denen er auch Entschädigungsansprüche geltend machte. Bis auf den 32-Jährigen gaben alle klein bei, entschuldigten sich bei dem Künstler und widerriefen ihre Behauptungen, womit sie weiterer straf- und zivilrechtlicher Verfolgung entgingen.

Der 32-Jährige wollte sich demgegenüber auf keinen Vergleich einlassen, weshalb nun ein Beweisverfahren mit zahlreichen zusätzlichen Zeugen abgeführt werden muss. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 120
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springflower
14.09.2010 13:14
Ein ausschweifender Exzentriker klagt wegen

einer "Beleidigung" - einfach lächerlich!

leitfaden
12.09.2010 16:50

ich habe vor vielen jahren einmal paulus manker in exakt dem beschriebenen modus erlebt. da war er etwas betrunken, aber sicherlich herr seiner sinne.

silverfinger
11.09.2010 16:43

na gott sei dank klagen die politiker nicht wegen jedem "scheiß" ... da wär das justizsystem noch voller mit unnötigen klagen

"er ist ein unmensch" dann kommt die klage ... gehts noch? und facebook? ja und ... er kann ja stellung nehmen wie jeder andere promi es auch tut ... na furchtbar!

Terence Lennox
11.09.2010 12:41
der "nichtskönner" manker..

..hat gerade eine bejubelte hauptrolle im akademietheater. hat natürlich hier keiner mitgekriegt, denn wer liest denn schon deutsches feuilleton? so weit zu seinem können, das ausser frage steht..

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
11.09.2010 16:10

Was, in Deutschland gibt es noch richtige Zeitungen? Aus Papier? Und aus denen erfährst du, was in Österreich los ist? Mann, bist du mir schon abgegangen.

Terence Lennox
11.09.2010 16:34
In Deutschland..

..gibt es jedes bedeutende Feuilleton für den I-Pad, falls Sie das nicht bekommen haben. Und selektive Seiten, die vorsortieren. Österreich ist nach wie vor ein bedeutendes Theaterland. Über das nur im deutschen Feuilleton mit dem notwendigen Hintergrund berichtet wird. Ja, es gibt Ausnahmen..

potz
10.09.2010 05:51

klingt nach weichei

marmeladenfreund
09.09.2010 22:34
Kreativbranche...

Von solch gründerzeitlichen Bedingungen hört man leider häufig aus der Kreativbranche: keine ordentlichen Verträge, keine Zahlungsmoral und allmächtige Chefs, die persönlichen Grenzen ihrer MitarbeiterInnen missachten, beleidigend sind, dafür aber selbst aus unendlich sensibler Wehleidigkeit gestrickt sind. Ich gehe davon aus, dass der kluge Herr Manker sich den Schritt zu klagen sehr gut überlegt haben wird und hinsichtlich der im Raum stehenden Vorwürfe eine blütenweiße Weste hat. Ihm wird freilich bewusst sein, dass sein Ruf sein geringstes Problem sein wird, sollte nur ein Teil der Vorwürfe wahr sein und Sozialversicherungen, Arbeitsgerichte, Gewerkschaft, Arbeiterkammer und Finanzamt die Sache prüfen.

Alec
09.09.2010 21:12
Wie der Manker als Mensch ist? - Keine Ahnung!

Doch: Er ist ein begandeter Schauspieler!

chilli p.
13.09.2010 15:46

und darf als solcher regeln missachten? komisch.

Erzsébet Lucas
09.09.2010 18:21

Einfach Vorstellungen und Inszenierungen nicht besuchen, etc. - solche Typen trifft man am härtesten übers Geld.

harsimaH
09.09.2010 22:41

Hilft nix.
Subventionen.

alehopp
09.09.2010 15:33
Ich Sche*ss Auf Paulus Manker

und da braucht's echt keine facebook gruppe damit er es in die ruhmeshalle der unbeliebtesten österreicher schafft! *hustwolfanglorenzhust*

Gerfried Leberbauer
09.09.2010 13:49
Solidarität mit dem "Kurzzeitmitarbeiter"

Ich habe großes Verständnis für das Vorgehen des Technikers. Beschimpfen auf Facebook ist zwar ein recht peinlicher Lösungsversuch, aber den Frust kann ich nachvollziehen. Alleine an Mankers wehleidiger Reaktion und seinen eitlen Wortspenden vor Gericht erkennt man, dass es grauenhaft sein muss, unter diesem Menschen zu arbeiten.

Dass Manker es für richtig befindet, mit fadenscheinigen Begründungen dem Tontechniker für (offenbar) mehrere Tage Arbeit keinen Lohn auszuzahlen, ist einfach nur menschenverachtend. Bezahlt werden nur die Vorstellungen, aber nicht der technische Aufbau und die Proben.... in welchem Theaterbetrieb gibts sowas? Man könnte auch die Frage stellen, wie hoch war eigentlich Mankers selbst ausgestelltes Honorar?

NATOLL2
 
09.09.2010 19:27

In diesem Zusammenhang sollte sich mal die Finanz und die SVA den Hr Manker etwas näher ansehen... Nur so am Rande erwähnt...

Wigl Wogl
09.09.2010 12:42
...vor geraumer zeit war der typ offensichtlich komplett pleite....

das ist schon das wohungsinventar vom manker in der ediktsdatei zur exekution drin gestanden - ich hätte ihm gerne ein paar seiner möbel weggekauft - hätte mich interessiert wie das rumpelstilzchen dazu reagiert hätte - leider wurde der termin abgesagt

PuBär
09.09.2010 12:14

Der hat ja nur den Vorteil, daß er der Sohn von Gustav Manker und Hilde Sochor ist. Ansonsten würde diese Hirngespinste des Buben keinen interessieren.

Rudi Cerlimek
09.09.2010 11:56
austeilen ist ja lustiger als einstecken

Unterton
09.09.2010 11:24

Seinen Groll im Internet loszuwerden kann ja nicht einmal halb so befriedigend sein, wie der betreffenden Person alles ins Gesicht zu sagen, was man sic über sie denkt, oder?

Man mag zu Manker stehen, wie man will, aber sich in Facebook über ihn in einer entsprechenden Gruppe auszulassen, hat einfach keine Klasse.

Deshalb: Leute, seid einfach ehrlich zueinander - man macht sich dadurch zwar nicht immer Freunde, aber man kann sich wenigstens nicht vorwerfen lassen, hinter jemandes Rücken über ihn geredet zu haben!

Unterton
09.09.2010 19:44

Nachdem mein Post bis jetzt nur negativ bewertet wurde, entsteht der Eindruck, dass es allgemein durchaus als adäquat angesehen wird, sich auf dessen Ebene hinabzulassen, den man eigentlich kritisiert...

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
09.09.2010 12:22

Wie soll das in der Praxis gehen? Dem P. M. auflauern?

Facebook ist insofern schon mal was anderes, als dort tatsächlich Leute unter ihrem richtigen Namen was schreiben.

RebelAngel
 
09.09.2010 19:32
selber schuld

wenns so deppat san :-D

Unterton
09.09.2010 19:26

Er hatte ja offensichtlich mit Manker zu tun - ich sehe da kein Problem...

Joe Jo
09.09.2010 11:20
Dabei hat der so eine nette Mutter.

deadsoil
09.09.2010 10:50

beim austeilen hat er keine probleme, aber selber ist man halt ein bissi wehleidig. kennt man ja bei menschen, die sich immer und ewig überschätzen.

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