Hauterkrankungen

Beruf bestimmt den Neurodermitis-Verlauf

8. September 2010, 14:05

Bäcker und Friseur sind Jobs mit hohem Risiko für die Hautkrankheit - Beruflicher Kontakt mit Reizstoffen erhöht das Risiko

München - Für Neurodermitis-Kinder ist die Jugendzeit eine wichtige Phase. Der lästige Juckreiz kann in dieser Zeit durch die Stärkung des Immunsystems wie von selbst abheilen. In manchen Fällen verschlimmert sich die Krankheit in dieser Zeit jedoch, taucht wieder oder erstmals auf. Was davon eintritt, hängt eng mit der Berufswahl zusammen, berichten Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München im "Journal of Allergy and Clinical Immunology".

Reinigungsmittel als Gefahr

Bei Neurodermitis sind nicht nur die Ausprägungen des Leidens, sondern auch die Ursachen sehr vielfältig. "Je älter ein Mensch wird, desto wichtiger sind Umwelteinflüsse, während genetische Ursachen oder Ereignisse der Kindheit allmählich an Bedeutung verlieren", so die Studienleiterin Astrid Peters. Diesen Einblick gaben Langzeitdaten über Kindheit und Erwachsenenalter von 4.000 Personen, die die Forscher analysierten. Während bei Kindern fehlendes Stillen, fehlende Geschwister oder kein Kindergartenbesuch das Risiko erhöhten, war es ab der Jugend vor allem die Arbeitsumgebung.

Der Kontakt zu bestimmten Substanzen erhöht das Risiko für die Krankheit, die im Fachterminus als "atopisches Ekzem" bezeichnet wird. Zu diesen zählen etwa Mehl sowie Desinfektions- oder Reinigungsmittel. "Bäcker sind daher mehr gefährdet, ebenso Friseure, Pflegeberufe oder Arbeitende in der chemischen Industrie", so Peters. Vom fixen Traumberuf abraten möchte sie Jugendlichen mit Neurodermitis-Vergangenheit nicht. Berufliche Vorsichtsmaßnahmen wie etwa Handschuhe sind bei dieser Gruppe jedoch dringend erforderlich. "Zudem sollten Ärzte zum Zeitpunkt der Berufswahl unbedingt auf dieses Risiko hinweisen."

Qual der Industrieländer

In reichen Ländern nimmt Neurodermitis weiter zu. Schon jedes fünfte europäische Kind ist bereits davon betroffen. Die Ursachen sind dieselben wie bei anderen allergischen Erkrankungen, vermutet Peters. "Je steriler die Umgebung eines Kindes ist, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung. Übertrieben häufige Desinfektion der Hände macht natürliche Hautschichten kaputt und behindert die Entwicklung des Immunsystems." Neurodermitis bedeutet großen Stress für Kind und Eltern, denn viele Kinder kratzen sich die überempfindliche Haut blutig, worauf diese sich entzündet und Infektionen möglich sind. (pte)

fertigprodukt
00
10.9.2010, 20:15

und warum jetzt genau bäcker???

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.