Schweden: Alles bleibt anders

8. September 2010, 13:41

Am Sonntag in zwei Wochen wählt Schweden ein neues Parlament. Derzeit regiert eine Allianz aus vier konservativen Parteien das Land. Umfragen zufolge könnte die neue Regierung die alte sein. Allerdings: Seit 31 Jahren hat keine bürgerlicher Regierung ihre Wiederwahl geschafft. Diesmal könnte es aber klappen. Der Erfolg der Konservativen beruht auch auf der Schwäche der Sozialdemokraten, die sich, obwohl sie 2006 die stärkste Partei waren, auf der Oppositionsbank wiedergefunden haben. In der Ansichtssache folgt eine kurze Beschreibung sowohl der bürgerlichen als auch des linken Parteien.

Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: epa/dirk waem belgium out
Bild 1 von 9»

ERSTER TEIL: KONSERVATIVE UND RECHTE

Fredrik Reinfeldt (45) ist seit 2006 Ministerpräsident Schwedens. Mit einer Allianz aus vier konservativen Parteien unter Führung der Moderaterna Reinfeldts (97 Abgeordnete) konnten die Konservativen die Sozialdemokraten vor vier Jahren aus der Regierung drängen. Historisch eher eine klassisch bürgerliche, wirtschaftsliberale Partei begannen sich die Moderaterna in den vergangenen Jahren an einer breiteren Wählerschicht zu orientieren. Ihr Slogan für die Wahlen am 19. September: "Schwedens einzige Arbeiterpartei".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
1 2
ÖVP, die abzocker der nation
00
14.9.2010, 15:20

http://www.3sat.de/page/?sou... index.html

"Ausgerechnet hier scheint für Juden jetzt kein Platz mehr zu sein. Aus der südschwedischen Stadt Malmö ziehen sie zu Dutzenden weg und fliehen vor Anfeindungen und Übergriffen radikaler Moslems. Und die Schweden? Sie gucken weg"

"Es zeige Ignoranz anstelle von Toleranz: ”Man scheut Konflikte", sagt er. "Man kann sagen, dass die Schweden versucht haben, sich herauszuhalten. Die Schweden wollen keine Konflikte und sich da nicht einmischen"

ÖVP, die abzocker der nation
00
14.9.2010, 15:19

http://www.fr-online.de/politik/g... index.html
"Wenn jüdische Familien nach Israel auswandern wollen, ist das nicht Malmös Sache", wiegelte Bürgermeister Ilmar Reepalu ab und bestritt, dass in seiner Stadt Juden angegriffen würden. Die Wirklichkeit, die Fredrik Sieradzki kennt, ist anders. "Wir werden angepöbelt, wir werden physisch angegriffen."

http://www.welt.de/politik/a... Juden.html
"Randale in jüdischen Läden und die Drohung auf offener Straße, jüdische Jugendliche halal, also nach islamischem Ritus, zu schlachten, gehörten ebenso dazu wie die Schändung des jüdischen Friedhofs."

mans zelmerlöw
02

warum sind eigentlich center und folkpartiet im block der rechten und konservativen parteien??

tresckow
00
12.9.2010, 00:49

Das liegt daran, dass die Moderaten, wie ihr Name schon sagt, gemäßigt sind. Im Vergleich zu den meisten west-, süd- und osteuropäischen Ländern sind die Moderaten liberal, auch gesellschaftspolitisch. Einzig die Christdemokraten sind im bürgerlichen Bündnis wirklich etwas konservativ. Für die Mehrheit werden sie aber gebraucht.
Rechts oder konservativ, wie im "Artikel" behauptet wird, ist die bürgerliche Allianz keineswegs. Dann müsste man das rotgrüne Bündnis ja linkssozialistisch nennen.

mans zelmerlöw
01
12.9.2010, 11:19

das ist mir bewusst, die frage war warum der standard sie in diese kategorie gesetzt hat.

der hass den die schwedischen medien und besonders der rotgrüne teil des politischen spektrums gegenüber den sverigedemokraterna sprühen trägt früchte: in malmö wurde ein sd politiker überfallen und bekam ein bestimmtes kreuz ins gesicht geritzt. war übrigens schon dass zweite mal dass es ihn erwischt hat. http://www.sydsvenskan.se/malmo/art... ktare.html

aber es schaut so aus als ob dieses ereignis jetzt einen wendepunkt in der berichterstattung darstellt.

frau fekter oder herr strache hätten jedenfalls kein schönes leben in der "demokratie" schweden... traurig aber wahr!

tresckow
00
12.9.2010, 14:42

Ok, das hab ich mich auch gefragt. Vor allem, der sozialliberalen (!) Volkspartei Rechtspopulismus zu unterstellen, fand ich schon arg merkwürdig.

Die SD sind eine rechtspopulistisch-nationalkonservative Partei; für mich wären sie nicht wählbar. Jedoch finde ich die Bezeichnung "rechtsextrem" etwas übertrieben.

Dass deren Forderungen bei den liberalen und moderaten Zeitungen nicht gerade auf Gegenlieb trifft, kann ich verstehen. Es ist eben eine völlig andere politische Richtung.

Galgenvogel
00

ich wünsche den piraten viel glück
http://derstandard.at/128297921... -Dokumente

ugo tognazzi
20

von so einen ministerpräsidenten können wir in österreich nur träumen. der macht statements, steht dazu, trifft entscheidungen und hat einen ordentlichen männlichen auftritt.
wenn ich an das gemauschle die reihe an skandalen und den umgang damit bei un denke wird mir ganz anders

ÖVP, die abzocker der nation
02
es passt wohl nicht in das schubladendenken vieler (ahnungsloser) poster hier

aber die allianz ist NICHT mit der ÖVP vergleichbar! die sogenannten "bürgerlichen" in schweden stehen für dinge die in österreich nicht mal der SPÖ einfallen würden!

die allianz ist linker als unsere SPÖ! daher wäre es ein rückschritt für schweden wieder links-links-aussen regiert zu werden.

mans zelmerlöw
35

als österreicher in schweden wünsche ich mir natürlich auch, dass alliansen an der macht bleibt und mona muslim in die wüste geschickt wird und hoffentlich nie nie wieder auftaucht. gleichzeitig hoffe ich auch die schwedendemokraten im riksdag zu sehen, damit schwedens größte krankheit, die politische korrektheit, endlich geheilt wird...

sollten jedoch sahlin und co gewinnen und sd draußen bleiben, bin ich ab sommer 2011 wieder in österreich!

Raptor Jesus
01
10.9.2010, 01:16
Kann man anhand des Ergebnisses für die Schwedendemokraten jetzt ablesen, wieviele FPÖsterreicher dort leben?

Schwedenbåmbe
20

Die Schwedendemokraten?

Damit haben Sie sich selbst gerade als rechtsaussen deklariert und sind vielleicht wirklich in Österreich besser aufgehoben.

Auf Wiedersehen.

Persona gone missing
00

Ich lese deine Postings seit geraumer Zeit und es ist fast schmerzhaft mitzuverfolgen, wie du immer mehr künstlich "verschwedest". Political Correctness über alles, andere - vor allem (system-)kritische - Meinungen in Wahrheit nicht wirklich zulassen und wenn sie doch auftreten ist das Gegenüber gleich "durchgefallen". Auf Wiedersehen? Er hat doch nur seine persönlichen Ansichten geschrieben! Ich möchte gar nicht wissen, wie oft man dich in deiner Anfangszeit in Schweden mit genau dieser Art verletzt hat, die du jetzt selber an den Tag legst...

Schwedenbåmbe
00
10.9.2010, 17:20

Hmmm....
Ich verwehre mich mehr als nur vehement gegen eine "Verschwedung" meiner Persönlichkeit (fragen Sie mal meinen Freund, ich bin und bleibe Europäerin mit österreichischem Hintergrund und das fuehrt zu vielen und langen Diskussionen) und versuche ernsthaft, die Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten der beiden Länder differenziert zu betrachten und dabei trotzdem gluecklich zu sein.

Also entweder druecke ich mich dann vollkommen falsch aus, oder Sie leiden unter selektiver Wahrnehmung,
Es gibt echt genug Dinge, die mir hier gewaltig auf den Geist gehen und andere, die mir sehr taugen - Sverigedemokraterna gehören in die ersten Gruppe. Mir flössen die Angst ein.
Ich bin halt nicht rechts und das war ich schon in Ö nicht.

mans zelmerlöw
01
11.9.2010, 09:43

sverigedemokraterna wäre aber in österreich nicht rechts sondern die mitte. es ist einfach traurig dass wenn man eine partei wählen will die für sprachkenntnisse bei der staatsbürgerschaft steht nur sverigedemokraterna überbleibt! folkpartiet hätte richtige ansätze, aber was haben sie bitte die letzten vier jahre gemacht? frau sabumi hat von ihren forderungen nichts durchgebracht.

mans zelmerlöw
01

ich hab das programm der schwedendemokraten gelesen und sie sind für mich bei einwanderungsfragen zwischen spö und grünen anzusiedeln.

der rest vom programm ist einfach zum vergessen, aber schweden braucht einfach einen start bei der einwanderungsdiskussion, ansonsten explodiert alles.

Schwedenbåmbe
00

Als Österreicher in Schweden sind wir genauso Ausländer und Einwanderer, oder nicht?

Persona gone missing
00

Nein, wir bewegen uns als Österreicher in Schweden im Rahmen des freien Personenverkehrs innerhalb der EU (=Niederlassungsfreiheit u. Freiheit der Arbeitsplatzauswahl). Für jemanden, der zB aus dem arabischen Raum kommt, gelten diesbezüglich vor dem schwedischen Gesetz andere Regeln, das hat auch nichts mit rechts oder fremdenfeindlich zu tun. Wir sind in Schweden also praktisch keine Einwanderer im "klassischen" Sinne und werden in der Regel auch nicht so wahrgenommen - auch wenn es in Schweden immer noch dort und da vorkommt, dass man sich über die Ähnlichkeit der Kartenführerscheine wundert oder ein österreichischer Pass nicht Ausweis akzeptiert wird; das ist aber das Problem mancher schwerfälliger Schweden und nicht unseres.

mans zelmerlöw
02

durch zufall traff ich vor einiger zeit erik almkvist von der sdu und wir kamen ins gespräch. mir wäre dabei nicht aufgefallen dass er eine abneigung gegenüber österreichern hat, sondern war sehr offen und hat sich gefreut dass österreicher hier sind!

ugo tognazzi
20

du machst deinen aufenthaltsort von wahlergebnissen abhängig ? interessant

Persona gone missing
02

Wahlergebnisse haben aber einen ziemlich starken Einfluss darauf, was in einem Land passiert. Und was in einem Land passiert ist für die Entscheidung dort leben zu wollen sehr wohl relevant.

mans zelmerlöw
01

selbstverständlich!

el torero caine
00

Was ist daran verwunderlich? Zu unwichtig wen die Menschen um einem herum wählen?

Cello Swiss
10
well done

Fredrik Reinfeldt ist ein ausgezeichneter Ministerpräsident und verdient Höchstnoten für das, was er in und für Schweden leistet.

Er ist dabei den Schaden von 40 Jahren irregeleiteter sozialdemokratischer Misswirtschaft zu korrigieren.

Heja Sverige!

Träume sind Schäume..
15
Die Dänen lachen die Schweden schon wegen ihrer

politischen Korrektheit aus.
Zurecht

Wenn man die antisemitischen Übergriffe und Flucht von Juden aus Malmö betrachtet, ist das schon weniger witzig.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.