Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die sparsamsten Kühlschränke werden mit A+++ gekennzeichnet.

Brüssel/Wien - Sie scheint ein Opfer ihres eigenen Erfolgs zu werden: die Energieplakette. Nach monatelangen Diskussionen und heftigem Tauziehen zwischen Befürwortern und Gegnern des derzeit gültigen Klassifizierungssystems waren im EU-Parlament schließlich die Ja-Stimmen für eine modifizierte Plakette in der Überzahl.
"Die Ergänzung der Skala am oberen Ende um die Zusätze A+, A++ und A+++, wie jetzt beschlossen, verwirrt die Konsumenten mehr, als dass sie informiert", sagte Rolf Wüstenhagen vom Institut für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen dem Standard. Folge sei, dass mit dem geänderten Label dem Energiesparen bei der Kaufentscheidung weniger Beachtung geschenkt werde als bisher.
Wüstenhagen hat gemeinsam mit Stefanie Heinzle (ebenfalls Hochschule St. Gallen) zu dem Thema eine Studie (Disimproving the European Energy Label's value for consumers? Results of a consumer survey) vorgelegt. In der Studie hat man die Wirkung der bewährten Skala A bis G mit der von der EU-Kommission vorgeschlagenen und kürzlich vom Parlament gebilligten Erweiterung am Beispiel entsprechend gekennzeichneter TV-Geräte verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die unter anderem von Verbraucherschutzorganisationen geäußerte Sorge, ein neues Labelling-System könnte weniger wirkungsvoll sein als das bestehende, berechtigt sind. So nahmen Verbraucher etwa den Unterschied zwischen A+++ und A++ in der neu vorgeschlagenen Skala als bedeutend geringer wahr als den Unterschied zwischen A und B im bestehenden System. Und das, obwohl beide Kategorien einen ähnlichen Unterschied im Energieverbrauch repräsentieren. „Die Konsumenten verstehen das einleuchtende Format des heutigen "A bis G"-Labels, während die Einführung neuer Unterkategorien wie A++ signalisiert, dass es auf die Unterschiede in der Energieeffizienz nicht so ankommt", sagte Wüstenhagen. Folge sei, dass die Konsumenten die vom Label vermittelten Informationen als weniger relevant einstufen und erst wieder nach den billigsten Geräten Ausschau halten.
Die Ergebnisse der Studie, in die Analysen von insgesamt 2244 Auswahlentscheidungen von Konsumenten eingeflossen sind, zeigen das eindrucksvoll: Bei Verwendung der „A bis G"-Skala lag die Bedeutung der Energieeffizienz für die Kaufentscheidung bei 34 Prozent, bei der "A+"-Skala hingegen nur noch bei 23 Prozent. Zugleich nahm die Bedeutung des Preises stark zu - von 35 Prozent bei der bisherigen "A bis G"-Skala auf 43 Prozent bei der neuen "A+"-Skala.
Die beim neuen System beobachtete Verschiebung der Aufmerksamkeit von der Energieeffizienz auf den Preis schlägt sich auch in der bedeutend niedrigeren Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für energieeffiziente Geräte nieder. Waren die Befragten beim alten Klassifizierungssystem bereit, für ein energieeffizientes Produkt (Kategorie A im Vergleich zu B) 18 Prozent mehr zu zahlen, was einem Mehrpreis von 133 Euro entspricht, sind die Befragten beim neuen System (Kategorie A+++ versus A++) gewillt, maximal 49 Euro mehr zu zahlen, was einem Aufpreis von nur sieben Prozent entspricht. "Es ist uns ein Rätsel, warum die Elektronikindustrie unterstützt, was ihren ureigendsten Interessen widerspricht", nämlich Kaufbereitschaft für die innovativsten Produkte zu erzeugen", sagte Wüstenhagen.
Energiekommissar Günther Öttinger hat die Entscheidung der EU-Parlamentarier hingegen begrüßt. Die Mitgliedsstaaten und damit auch Österreich haben jetzt ein Jahr Zeit, die Richtlinie in nationales Gesetz zu überführen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe, 5.6.2010)
Südkorea will mit der Weltausstellung 2012 einen Meilenstein bei Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Erhaltung maritimer Gebiete setzen. Nach außen stehen die Koreaner gut da, doch wirklich "grün" sieht anders aus.
Wiesner-Hager stellt Kunden umweltrelevante Informationen über Produkte zur Verfügung
Berlakovich biegt drohende Strafzahlungen durch den Kauf zusätzlicher Zertifikate ab
Stefan Rutzinger, Partner des Wiener Architektenbüros Soma, über das koreanische Verständnis von Grün, Durchsetzungsstärke und Eigenheiten
Ökologische Meilensteine im immerwährenden Konflikt zwischen Industrie und Umwelt
Bei geplanter Ökologisierung der EU-Agrarförderungen, genannt "Greening", geht es um die Balance zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft – Notfalls droht Brüssel mit Sanktionen
Der Fluss darf wieder wild sein: Im Nationalpark Donauauen heißt es zurück zur Natur und die kann gemeinsam mit Rangern in Schlauchbooten erkundet werden - und das mitten in Wien
Wer vor dem Kauf nicht in den Verdachtsflächenkataster schaut, kann üble Überraschungen erleben
BIORAMA-Gründer Milo Tesselaar über LOHAS und was Nachhaltigkeit wirklich heißt
Wie ein ÖBB-Beamter aus Parndorf zum Bio-Bauern mit Schlachthaus und Direktverkauf wurde
Eine stetig wachsende Gruppe von Wirtschaftsunternehmen will binnen 40 Jahren 15 Prozent des europäischen Energiebedarfes liefern – mit Sonnenstrom aus den Wüsten Afrikas - Das Projekt ist umstritten
Trotz Widerständen glaubt Ernst Ulrich von Weizsäcker an die Öko-Wende. Der nächste Zyklus müsse ein von Umwelttechnologien getriebener sein, alles andere wäre ein Desaster, sagte er im STANDARD-Interview
Ein Haus, das mit viel weniger Energie auskommt als herkömmliche Bauten und in Errichtung sowie Betrieb Ressourcen spart: Damit will Österreich in Indonesien Maßstäbe setzen - Die neue Botschaft wird 2011 eröffnet
Laut einer Studie beanspruchen die EU-Staaten 44 Prozent mehr Nutzfläche, als am Kontinent vorhanden ist - Ausgebeutet werden diese Ressourcen auf anderen Erdteilen
Künstler John Quigley schuf in der Arktis das Kunstwerk "Schmelzender vitruvianischer Mensch".
Ein Pilotprojekt soll zeigen, wie in Zukunft in armen städtischen Gegenden aus Exkrementen Energie entstehen soll
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.