Laut Medienberichten wegen Minus der Güterverkehrstochter Rail Cargo
Wien - Die heimische Bahn dürfte heuer tiefer in die roten
Zahlen fahren als befürchtet. Statt des bisher erwarteten Minus von
rund 60 Mio. Euro droht den ÖBB laut informierten Kreisen ein
dreistelliger Millionenverlust, berichtet der "Kurier" in seiner
Donnerstag-Ausgabe. Hauptschuld daran soll die Güterverkehrstochter
Rail Cargo Austria (RCA) sein, einst die Cash-Cow des ÖBB-Konzerns.
Die RCA soll im ersten Halbjahr dem Vernehmen nach bereits ein
Minus von 70 bis 80 Mio. Euro eingefahren haben, so die Zeitung.
Allein die Hälfte davon trägt laut Zwischenbericht - den der neue
Bahn-Chef Christian Kern am Donnerstag dem Aufsichtsrat der
ÖBB-Holding vorlegen will - die ungarische RCA-Tochter bei. Die ÖBB
hatten die damals staatliche Güterbahn MAV Cargo (jetzt Rail Cargo
Hungaria) Ende 2008 um rund 400 Mio. Euro gekauft.
Insgesamt könnte der Verlust der RCA aber noch weit höher
ausfallen, heißt es. Denn ihr drohe wegen des seit längerem laufenden
Kartellverfahrens im Speditionsbereich - die APA berichtete mehrmals
seit dem Frühjahr darüber - eine Kartellstrafe, die über 400 Mio.
Euro ausmachen könnte, so die Zeitung. Dafür gebe es bisher in der
Bilanz keine Rücklagen. Zwischen RCA-Chef Friedrich Macher und
ÖBB-Boss Kern, der Aufsichtsratschef der RCA ist, soll der Haussegen
wegen der Verluste und des Kartellverfahrens schon mehr als schief
hängen. Intern werde schon mit einer Entmachtung Machers spekuliert. (APA)