Balten wie Türkei und USA weiter ungeschlagen - Argentinien gewinnt Südamerika-Derby
Istanbul - Litauen ist am Dienstag erwartungsgemäß ins Viertelfinale der Basketball-Weltmeisterschaft in der Türkei eingezogen. Die Balten bezwangen China in Istanbul 78:67 (43:40). Sie blieben damit - ebenso wie der WM-Gastgeber und die USA - auch in ihrem sechsten Spiel im Turnier ungeschlagen. Der Gegner Litauens in der Runde der letzten acht ist Argentinien, das Brasilien bezwang.
Der nach dem bisherigen Turnierverlauf klar favorisierte Europameister 2003 und EM-Veranstalter 2011 hatte mit dem aggressiven Spiel der Chinesen vor der Pause mehr Mühe als man eigentlich erwarten durfte. Mit einem 11:0-Lauf im dritten Viertel legten die Balten jedoch den Grundstein zum Einzug ins Viertelfinale. Litauen hatte in Flügelspieler Linas Kleiza (30 Punkte, 9 Rebounds) den überragenden Akteur auf dem Parkett.
Spannendes Südamerika-Derby
Argentinien zog anschließend als letztes Team ins Viertelfinale ein. Der Olympiasieger von 2004 und Drittplatzierte von Peking 2008 behielt am Dienstagabend in Istanbul gegen Brasilien mit 93:89 (46:48) die Oberhand. Das Südamerika-Derby mit jeweils drei NBA-Spielern in den Reihen der Teams hielt, was es versprochen hatte. Die intensiv geführte Partie verlief rassig und spannend. Bis zur Pause wechselte die Führung zwölfmal. Just als Argentinien den bis dahin höchsten Vorsprung (46:40) herausgespielt hatte, konterte Brasilen und ging seinerseits mit 48:46 in die Halbzeit. Der Lauf hielt bis zum 53:46. Dann war wieder Argentinien am Zug, womit die Partie offen blieb.
Weil es auch im vierten Abschnitt in derselben Tonart weiterging, musste die Schlussphase entscheiden. Und da hatten die Argentinier nicht nur die besseren Nerven, sondern einmal mehr auch Luis Scola (37 Zähler, 9 Rebounds). Der Innenspieler in Diensten der Houston Rockets verbuchte zum fünften Mal hintereinander bei der WM 30 oder mehr Punkte in einem Spiel, zehn davon in der "crunch time". Brasilien wurde von Kapitän Marcelo Huertas (32 Punkte) angeführt.
Am Ende jubelte nur ein "Gaucho" nicht. Ruben Magnano, Brasiliens Coach, ist Argentinier. Sein Heimatland hatte er nicht nur vor sechs Jahren zu Olympia-Gold, sondern 2002 auch zu WM-Silber geführt.(APA)