Die Hansi-Lang-Gedenktafel ist vorerst nur ein Entwurf
Wien - Dass die Tafel tatsächlich aufgestellt werden wird, kann Magda Sedlacek nach mehrfachem Nachfragen nicht wirklich bestätigen: „Ich habe aber noch nichts Negatives gehört," räumt die Obfrau der Hernalser Grünen ein. Dass es da vielleicht vorschnell war, am Sonntag im Rahmen eines Festes jene Tafel zu präsentieren, mit der der Ende August 2008 verstorbenen Wiener Poplegende Hansi Lang (Keine Angst) vor dessen einstigem Wohnhaus in der Kalvarienberggasse gedacht werden soll, stimme aber „sicher nicht".
Die Grünen des 17. Bezirks hatten die Tafel initiiert und versprochen, die Behördenwege zu übernehmen. „Ich habe vor einem Monat an die MA 46 (Verkehrsorganisation, Anm.) geschrieben", erklärt Sedlacek.
Kein Ansuchen
Die Behörde hat sich bisher dazu gar nicht äußert - für Sedlacek ist das „nichts Negatives". Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny traf nie ein Ansuchen für eine Gedenktafel ein - die dort ressortierende MA 8 (Stadt- und Landesarchiv) hat über die Zulässigkeit öffentlicher Gedenktexte zu entscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tafel auf dem Gehsteig stehen soll. Mailaths Sprecherin Renate Rapf: „Das macht die Sache viel komplizierter, weil sie ja niemanden behindern darf. Deshalb ist die MA 46 zuständig." Bei der MA 46, bestätigt man im Büro vom zuständigen Stadtrat Rudi Schicker, liegt der Gedenktafel-Wunsch auch tatsächlich vor - er wurde aber an die MA 37 (Baupolizei) übergeben: Denn eine stehende Tafel ist ein Bauwerk - Kategorie: „Sonderprojekte".
Und obwohl im Rathaus niemand Hansi Lang die Tafel missgönnt, kann und will niemand den Entscheidungen vorgreifen. (rott, DER STANDARD Printausgabe 8.9.2010)