Cameron: "Wird Wirtschaft zu starkem Wachstum verhelfen"
London - Ein Top-Manager des weltgrößten Bankhauses HSBC
wird britischer Handelsminister. Das teilte die Bank am Dienstag mit.
Stephen Green war zuletzt Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bank
und hatte zwischen 2003 und 2006 auch als HSBC-Vorstandschef den
Finanzdienstleistungskonzern gelenkt.
Premierminister David Cameron sagte, er sei sich sicher, dass
Green "einen Beitrag von unschätzbarem Wert" leisten und der
britischen Wirtschaft "zu starkem Wachstum" verhelfen werde.
Wirtschaftsminister Vince Cable sagte am Dienstag, die Ernennung von
Green sei ein "starkes Signal an unsere Handelspartner, dass die
britische Regierung das Voranbringen des Außenhandels und von
Investitionen als hohe Priorität ansieht".
Green, der HSBC mit vergleichsweise geringen Schäden durch die
Finanzkrise geführt hatte, gilt als Bankmanager der Spitzenklasse mit
hervorragenden Verbindungen auch in die asiatischen Märkte. Die
Regierung von David Cameron hatte bei ihrem Amtsantritt im Mai
angekündigt, politische und wirtschaftliche Kontakte vor allem zu
aufstrebenden Volkswirtschaften wie Indien und China zu suchen. Der
Posten des Handelsministers, der speziell für die britischen
Außenhandelsbeziehungen zuständig ist, war nach der Wahl im Mai
zunächst unbesetzt geblieben.
Green sitzt auch im Aufsichtsrat des deutschen
Chemieunternehmens
BASF und wird diesen Posten ebenfalls räumen. Er war 28 Jahre lang in
Diensten von HSBC. Der designierte Minister, der auch anglikanischer
Priester ist, hatte während der Finanzkrise mit Äußerungen zur Ethik
der Finanzgeschäfte auf sich aufmerksam gemacht. Er soll sein
Regierungsamt Anfang 2011 antreten. Green soll im kommenden Jahr auch
einen Sitz im britischen Oberhaus, der zweiten Parlamentskammer
bekommen.
Ein Nachfolger für Green auf seinem Posten an der Spitze von
HSBC
ist noch nicht benannt worden. Die Bank bestätigte am Dienstag, dass
an der Nachfolgeregelung "bereits seit einigen Monaten" gearbeitet
werde. Ein Name soll aber erst Ende des Jahres fallen. (APA/dpa)