Der Erwin und seine Machthaberer

07. September 2010 18:51

Und was das mit dem großen Verbesserungspotenzial des Bildungssystem zu tun hat

Den Landeshauptleuten kann man getrost unterstellen, dass es ihnen nicht um "unsere Kleinsten" geht, wie Erwin Pröll, Regent in St. Pölten, so treuherzig versichert, sondern um Einflussbereich, um Geld, also um Macht. Die Schüler und Schulen sind dem Erwin und seinen Machthaberern im Grunde genommen egal. Nur deshalb kann es sein, dass der Republik eine Debatte über Bundes- oder Landeslehrer aufgezwungen wird, anstatt über die wichtigen und realen Probleme zu reden. Prölls Vision eines Zwergenstaates, in dem in jedem Klassenzimmer ein Haarkranz als Insignie seines Machtanspruchs hängt, ist Symptom einer verkehrten Bildungsdebatte, die an den Problemen des Systems und den Bedürfnissen der Betroffenen weiträumig vorbeigeht.

Wohin das führt, sieht man an den mittlerweile gefürchteten Pisa-Tests oder auch an der jüngsten OECD-Studie, die Bildungsindikatoren international vergleicht: Österreich schneidet schlecht ab. Österreich investiert viel in Bildung, aber es kommt relativ wenig dabei heraus. Die Kinder und Jugendlichen sind weniger gut gebildet und betreut als anderswo, die Akademikerquote ist im internationalen Vergleich immer noch schlecht. Das System ist sauteuer, aber wirkt nicht. Das Modell ist schlicht ineffizient, was auch daran liegt, dass viele Politiker Bildung immer noch als ideologisches Schlachtfeld missbrauchen, um dort ihre Scharmützel auszutragen.

Im Grunde genommen ist bekannt, was falsch läuft. Bereits im Kindergarten gehören die Kinder besser auf die Schule vorbereitet, auch mit sanftem Zwang. Ja, Kinder von Migranten tun sich aufgrund mangelhafter Sprachkenntnisse oft schwerer als andere. Ihnen muss geholfen werden. Dieses Problem wollen nicht alle erkennen.

Die Trennung der Kinder mit zehn Jahren in ein Zwei-Klassen-System mit angeblich weniger gscheiten und mehr gscheiten Kindern ist ungerecht, unsinnig und zementiert bloß soziale Unterschiede - dank des Elitedenkens einiger Menschen in der ÖVP. Das zu überwinden scheint eine unmögliche politische Kraftanstrengung.

Was ebenfalls bekannt ist, politisch aber nicht angetastet wird: In Österreich stehen die Lehrer weniger lang in der Klasse als im internationalen Vergleich. Um es freundlich zu sagen: Ihre Ressourcen werden schlecht genützt. Aber weil es die Gewerkschaft so will, nimmt es die Politik eben hin.

Ein Schlachtfeld auch die Hochschule: Der Streit um Studiengebühren wird an der Akademikerquote nichts ändern. Es ist einfallslos, Bildung kostenpflichtig zu machen. Sehr wohl aber ließen sich die Qualität des Studiums und vielleicht auch die Motivation der Studierenden durch Eingangsphasen und Auswahlverfahren heben - ohne dass dabei gleich der freie Hochschulzugang gekappt wird.

Es gäbe vieles zu tun, im Großen wie im Kleinen - und Prölls Provinzialisierungsfantasien gehören nicht dazu. Klar ist: Bildung braucht bessere Bedingungen. Es ist notwendig, Geld in die Hand zu nehmen. Bildung kostet. Und sie rentiert sich - für die Betroffenen, für den Staat, für die Gesellschaft. Diese Notwendigkeit mit Kanzler Werner Faymann und Vize Josef Pröll zu diskutieren ist leider ebenso erfüllend, wie mit Onkel Erwin die Abschaffung der Länder oder die jüngste Frisurenmode zu erörtern. Die Regierung hat derzeit nur das Sparen und den Budgetrahmen im Sinn. Da blickt niemand über den Tellerrand, der sich über dem Becken zwischen Wien und St. Pölten auftut, hinaus. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2010)

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smea_gol
09.09.2010 12:31

warum, erwin will doch in der schule nur aus "der schatz ims ilbersee" vorlesen.

friesfux
08.09.2010 19:33
ideologisches Schlachtfeld Schule

Möglicherweise besteht eine Motorische und geistige
Retardierung .Armer Erwin

Rammstein1
08.09.2010 19:08

Ich kenne nur eine Bildung die unseren Politikern wichtig ist, die Einbildung....

kurt kren
08.09.2010 18:36
der Erwin Pröll

soll endlich abtreten, er würde der pol. Qualität einen guten Dienst erweisen!
Er ist alt & verbraucht, tlw. senil (z.B. die seinerzeitige Parteinahme für Grasser als ÖVP Obmann), da kommt nichts mehr mit Substanz, nur mehr Machterhalt - und Wozu?

Der sich den Wolf tanzt
08.09.2010 18:33
die övp konserviert den geist der 50-60er jahre. die gloreichen zeiten der konservativen.

klar, dass sie das dazupassende bildungssystem verteidigen.

aber letztendlich entscheiden die wähler darüber, ob sie dies schaffen oder nicht. und wie es scheint, passt dieser geist der mehrzahl der leute in österreich...

adaschauher
08.09.2010 18:13
Erwin Pröll hats geschafft die OeVP von der Nulldefizitpartei zur Geldverbrennerpartei im Wettstreit mit der Faymann SPOe zu machen.

th.m.`s-ut.
 
08.09.2010 18:01
neoliberale ente
08.09.2010 17:54
Was ist denn schon dabei?

Erwin kann halt mit artfremden Gedankengut nix anfangen.

Und Leut´, die mit bösen Vorsätzen einfach daher kommen, die sollen wissen, was sie erwartet.

Der Unterschied zwischen Kärnten und NÖ?
NÖ ist flacher.
In vielerlei Hinsicht.

didi111
08.09.2010 16:39
WOHER der Wind weht, kann schön im ggstl. NÖN Bericht nachgelesen werden:

http://www.noen.at/redaktion... 08&cat=763

PS.:

Da macht schon wer seine Truppen startklar...

1116er
08.09.2010 16:12
das große problem:

die wichtigen positionen in diesem staat werden von leuten besetzt, die selbst das ö schulsystem durchlaufen haben: also als an der grenze zu deppert zu betrachten sind.

gewählt und bestellt wurden diese intelligenz/bildungs-monster von wählern/bürgern, die ebenfalls das ö-schulsystem durchlaufen haben: also als an der grenze zu deppert zu betrachten sind.

änderungsvorschläge/konkrete maßnahmen sollen erfolgen durch leute, die ebenfalls das ö-schulsystem durchlaufen haben: also als an der grenze zu deppert zu betrachten sind.

mein vorschlag: schaffen wir die ö-schule ab!
aber auch ich habe das ö-schulsystem durchlaufen: bin also an der grenze zu deppert zu betrachten....

hamster151
08.09.2010 16:12
Erwin Pröll ist nicht Regent in St.Pölten!

St.Pölten ist tiefrot und das stört die ÖVP sehr.

Erwin Pröll ist meinetwegen rund um St.Pölten Regent aber sicher nicht IN St.Pölten, bitte dies zu beachten.

Auch Strache fühlt sich wohl als Regent in Wien, ist es aber nicht.

La Balance
08.09.2010 17:10

Ist egal,ob Pröll Regent in St. Pölten Regent ist oder nicht. Fakt ist, dass seit den 50ern des vorigen Jahrhundert das Bildungswesen darunter leidet, weil sich Rot und Schwarz ständig bekriegen, irgendwelche fadenscheinigen Kompromisse eingehen und die Bildung als Druckmittel für irgendwelche politischen Schachzüge eingesetzt wird. Und alle Politiker haben keine Ahnung von Bildung, haben irgendwelche Spezialisten um sich, die auch nicht ihren Posten räumen wollen. Aber von qualitativer Bildung, die auch ihren Namen gerecht werden kann, von dieser, haben diese Herrschaften doch keine Ahnung, ist ihnen auch ziemlich egal, Bildung ist zur Ware geworden, die dem wirtschaftlichen Kriterien entsprechen muss. Also billig!!!!!!!!!!!!1

Welcome to the machine
08.09.2010 16:44

Haarspalterei, Pröll regiert NÖ und sitzt eben in St. Pölten. Ob da der Bgm. rot schwarz oder sonstwas ist - auch egal.

hamster151
08.09.2010 17:13
er sitzt im Regierungsviertel das in St.Pölten steht, das ist alles

in St.Pölten hat er wenig zu sagen ohne die SPÖ

Hugo Hennengnagg
08.09.2010 15:45
Nur das übliche Bashing des Herrn Völker

gegen die ÖVP. Morgen gibts dann wieder das übliche Bashing gegen die FPÖ. Alle, die nicht links sind, sind böse, böse, nur die Grünen sind gut. Ob Völker je sein schwarz-weiß denken beendet?

the cato eater
12.09.2010 13:30
unsinn!

sie lesen den standard wohl noch nicht sehr lange. völker ist durch die bank als sozikritischer kommentator hervorgetreten.
jedoch wandert die övp , beginnend mit schüssels machtübernahme '95 und ganz krass seit schwarzblauorangebraun, kontinuierlich nach rechts, so dass viele ehemalige övp sympathisanten nicht mehr mitkönnen da das ganze a la longue staatsgefährdend wird.
und immer verhaltensauffälliger werdende machtgierlinge wie der herr in st. pölten, der als seine eigene karikatur betrachtet werden kann, aber ganz und gar nicht ungefährlich ist, setzen dem fass noch die krone auf.

Clemo
08.09.2010 20:03

Volle Zustimmung.
Kurz erwähnt er, dass es zu viel rot gegen schwarz gibt. Dann untermauert er aber rote Positionen wie die Gesamtschule, und zwar unreflektiert. Die Gesamtschule hat Vor- und Nachteile. Nur, sie ist nicht entscheiden.
Da mangelt es an vielen, vielen Dingen. Die Gesamtschule ist da nur ein kleines Puzzle, selbst ohne könnte man viel, viel verbessern. Und wenn man eine Gesamtschule in das existierende System einfach einfügt, wird es garantiert schlechter. Da krachen Kultur- und Besoldungssysteme aufeinander. Wer das nicht im großen Kontext angeht, hat nachher noch mehr Probleme.

Günther FRANZ
08.09.2010 15:31
Alle lieben unseren "Fürst" nur keiner würde ihm ein Träne nachweinen.

Wenn man so wie LH Pröll gestrickt ist, setzt man voraus gestreichelt und gehuldigt zu werden. Die ausgesprochenen Wünsche werden zu Befehlen, die über SEIN oder NICHTSEIN der handelten Personen entscheiden können.
Wäre er nach den LT-Wahlen 2008 gegangen, so würde er heute als Hero dastehen, dessen Meinung gerne gehört würde. Er hat diesen Absprung durch seine Machtgeilheit aber versäumt und nun versucht er mit besonderer Härte auf sich aufmerksam zu machen. Schade eigentlich dass er nur mehr JA-Sager in seinen Reihen hat und niemand da ist (jeder der es versucht würde sofort bitter bereuen) der ihm vom hohen Roß runterholt um ihn wieder zu dem zu machen - was einen Erwin Pröll vor 10 Jahren ausgemacht hat.

dhl
08.09.2010 15:25
So ist die Seele im weiten Land:

Eitel, machthaberisch, launisch, anmaßend, rücksichtslos, bigott, großspurig, überheblich, feige, gierig, opportunistisch, verschlagen, kriecherisch, engstirnig.

Grüß Gott!

Hugo Hennengnagg
09.09.2010 23:30

Sie sollten nicht von sich auf andere schließen.

chrascher
08.09.2010 15:01
danke für den artikel

danke.
neben all den endlosen kopierten apa berichten endlich eine eigenproduktion. pointiert und witzig.

leider gibt es keinerlei anzeichen dafür das sich irgendwas in diesesem kaiserlichen spinnwebengeflecht ändert.

Just N. Opinion
 
08.09.2010 15:30
schliesse mich an.

richtig gut. mehr davon, lieber herr voelker, und dafuer weniger ihrer schlechten autogeschichten, trotz erblicher vorbelastung.

Marquis
08.09.2010 13:59
Der böse Onkel Pröll

geht inzwischen fielen auf die Nerven. Seine "Provenzialisierungsfantasien" verdeutlichen es immer mehr, dass dieser Herr in seiner Realitätsverweigerung verhaart und seine selbst hochgezüchtete Politmeute in diesem Kasperletheater solange mitspielt, bis der böse Onkel die Meute mit dem Landesvermögen abfüttert.

Hr. Wolf
08.09.2010 12:07
Grundsätzlich richtig!

Es ist aber trotzdem ungerecht, dass immer die schwarzen Ideologien angeprangert werden, so als gäbe es keine roten Ideologien.

Der Steuerzahler1
08.09.2010 17:18
Pröll und Häupl

Pröll und seine Machtgier sind mir zutiefst zuwider! Aber Häupl unterscheidet sich von Pröll gleich NULL! Die beiden verstehen sich nicht umsonst so gut.
Schade ist, dass man dann aber kaum mehr etwas zu wählen hat. Die rechten scheiden aus und was hat Petrovic in NÖ schon erreicht? Es ist wirklich zum kotzen!

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