"Nicht eine ganze Volksgruppe diskriminieren"

07. September 2010 18:06

Roma-Debatte im EU-Parlament: Scharfe Kritik an Frankreich und EU-Kommission

Straßburg - Die EU-Kommission plant derzeit keine konkreten Maßnahmen gegen EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich, die durch kollektive Ausweisungen von tausenden Roma seit Wochen für Proteste quer durch Europa sorgen. Das machte die für Grundrechte zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding bei einer Sonderdebatte zum Thema im Europäischen Parlament in Straßburg am Dienstag deutlich.

Sie bekenne sich "in voller Übereinstimmung mit Kommissionspräsident Barroso" zu den Grundrechten, die in der Charta der EU-Verträge verankert seien, und bei denen die "Gefahr einer Instrumentalisierung durch nationale Debatten bestehe" . In diesem Sinne habe sie mit Vertretern der französischen Regierung die Berichte über die Abschiebungen in Frankreich beraten. Es gelte in Europa die Regelung, dass "die Staaten für die Sicherheit in ihren Hoheitsgebieten zuständig sind" . Man müsse auch bedenken, dass es "keine Straflosigkeit unter dem Dach der EU-Freizügigkeit" geben dürfe, erklärte Reding. Aber "kein Bürger" dürfe "aufgrund seiner ethnischen Herkunft Ziel von Angriffen" werden.

Ihre Dienststellen in Brüssel hätten mit dem französischen Einwanderungsminister Eric Besson beraten. Dieser habe "versichert, dass es keine zielgerichteten Maßnahmen gegen Roma" gegeben hat, sagte Reding, und sie "sehe diese Zusicherung als sehr positiv an" . Die Kommission werde Frankreich und andere EU-Länder dabei unterstützen, den Roma mit Maßnahmen im Bereich des Wohnens und Arbeitsmarktes zu helfen.

Mit dieser Erklärung löste sie, wie schon zuvor Barroso, im Plenum einen Sturm der Entrüstung aus. "Ich bin zutiefst enttäuscht", sagte der Abgeordnete Hannes Swoboda für die SPE-Fraktion. Mit "windelweichen Erklärungen" versuche die Kommission sich "rauszuschummeln" , das sei ein Skandal. Mehrere Abgeordnete der Liberalen, Grünen, aber auch der Konservativen verlangten Auskunft darüber, ob Frankreich nach Auffassung der Kommission gegen EU-Recht verstoßen habe oder nicht. Reding sagte, man werde das weiter prüfen.

Besson kündigte die Verschiebung seiner Hochzeit an, nachdem es Drohungen wegen der Roma-Politik gegeben habe. (tom/DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2010)

RoJa
 
03.10.2010 19:47
Nur zum Nachdenken [Teil I von III] / Weiterer Ansatz zu den Grundrechten der französischen Kultur: „Unité, Indivisibilité de la République, Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort“

(„Einheit, Unteilbarkeit der Republik; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder der Tod“) so lautet wohl der verbindlichste Satz der französischen Einheit/Republik ….
Die französische Diplomatie hat hinsichtlich der „Roma“ in Frankreich richtig reagiert. Wer die Abschiebung von Roma mit den Gräueltaten der Nazis vergleicht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht „ganz richtig im Kopf“ zu sein. Reisefreiheit ist das eine, Niederlassung und der Bau von Elendsquartieren, verbunden mit Kleinkriminalität und massiver, zunehmend aggressiver Bettelei das Andere.
zu Teil II von III

RoJa
 
03.10.2010 19:40
Nur zum Nachdenken [Teil II von III] /Weiterer Ansatz zu den Grundrechten der französischen Kultur: „Unité, Indivisibilité de la République, Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort“ // Es kann doch nicht sein, dass anonyme „Sesselfurzer & _ Innen

in Brüssel die Souveränität von Staaten attackieren. Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Maßnahme der slowakischen Stadt: „Presov“. Hier wird eine Mauer zwischen einer Roma – Siedlung und den Häusern der restlichen Stadt gebaut. „Damit“, so der Bürgermeister der Stadt, »Pavel Hagyari«, „können wir die Kleinkriminalität um die Hälfte (sic!) reduzieren.“
An diese Maßnahme haben sich weitere drei Städte der Slowakei angeschlossen. Noch hat Brüssel auf diese Maßnahmen nicht reagiert. Nun rächt sich, dass man bei Aufnahme von Bulgarien und Rumänien diese Problematik – neben unglaublicher Korruption, Unfähigkeit und massiver Kriminalität dieser beiden Staaten – unterschätzt hat.

zu Teil III von III

RoJa
 
03.10.2010 19:27
Nur zum Nachdenken [Teil III von III] / Weiterer Ansatz zu den Grundrechten der französischen Kultur: „Unité, Indivisibilité de la République, Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort“

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Bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Realitätsferne, - schlichtweg Dummheit und EU-Hörigkeit der Politiker tragen zu diesen Missständen bei.
Nur mit Sarkozy oder gar Berlusconi können die EU-Behörden nicht so umspringen wie mit den deutschsprachigen Ländern. Drohungen aus Brüssel landen dort, - wo sie hingehören: im Papierkorb! Diese Souveränität wünscht der mitteleuropäische Bürger von seinen Volksverrätern/vertretern – wohl vergebens!

RoJa

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