Sollten Unis ab 2013 nicht zusätzliches Geld bekommen
Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl droht mit der
Schließung von Universitäten oder der Kündigung von Professoren, sollten die
Universitäten ab 2013 nicht zusätzliches Budget erhalten. Die
Budgetkonsolidierung stelle die Hochschulen vor "extreme Herausforderungen". Das
Budget reiche nur noch bis 2012, dann sei frisches Geld nötig, "zumindest 250
Millionen Euro pro Jahr", erklärte Karl in der Tageszeitung "Kurier"
(Mittwoch-Ausgabe). Diese Lücke will die Ministerin durch Studienbeiträge
schließen.
Da die SPÖ dies aber kategorisch ablehnt, warnt Karl vor "Horror-Szenarien":
"Dann müssen wir zum Beispiel über die Schließungen oder Zusammenlegung von
Universitäten nachdenken; oder über die Kündigung von rund drei Viertel der
Professoren." Wenn die SPÖ Studienbeiträge kategorisch ablehne, müsse sie
Vorschläge bringen, wie die Unis zu mehr Geld kommen sollen.
"Keine abschreckende Wirkung"
Dass
Studienbeiträge sozial Schwache treffen würden, bezweifelt die Ministerin:
"Studienbeiträge in Kombination mit einem treffsicheren Stipendiensystem haben
keine abschreckende Wirkung."
Dass Karl mit dem Wunsch nach Studiengebühren bei der SPÖ auf Granit beißt,
hat einmal mehr eine Wortmeldung von SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl
gezeigt. In einer Aussendung erklärte sie am Dienstag, dass es "mit der SPÖ
keine Studiengebühren geben wird - das war, ist und bleibt das Ergebnis der
Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP". Die ÖVP solle das zur Kenntnis
nehmen und sich an geschlossene Vereinbarungen halten. (APA)