Laut Anwalt wurden die Einnahmen aus den Liegenschaftsverkäufen zur Schuldentilgung verwendet
Klagenfurt - Der derzeit in Untersuchungshaft sitzende Ex-Vorstandschef
der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank, Wolfgang Kulterer, ist nach Angaben seines
Anwalts so gut wie mittellos. Das berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner
Dienstag-Ausgabe. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker hat in seinem
Enthaftungsantrag detailliert auf die finanzielle Situation seines Mandanten
Bezug genommen, um den Vorwurf der Fluchtgefahr zu entkräften.
"Eine finanzielle Vorbereitung der Flucht ist aufgrund der
Zahlungsverpflichtungen von Wolfgang Kulterer nicht einmal im Ansatz möglich
gewesen, da er über kein entsprechendes freies Vermögen verfügt", heißt es im
Enthaftungsantrag, der am Montag vergangener Woche abgewiesen worden war. Die
Einnahmen aus den Liegenschaftsverkäufen Kulterers hätten "nachweislich der
Schuldentilgung" gedient. Die Erlöse seien auf ein Treuhandkonto Lankers
überwiesen worden.
Laut "WirtschaftsBlatt" nahm der Banker insgesamt 2,36 Mio. Euro aus sechs
Verkäufen ein. Mit dem größten Teil der Einnahmen, so der Anwalt, müssten die
verkauften Liegenschaften lastenfrei gestellt werden, so seien allein bei der
Raiffeisen Bezirksbank Klagenfurt fast 1,5 Mio. Euro zu zahlen. Die Commerzbank
Mattersburg erhalte 620.000 Euro, die BKS Bank knapp 200.000. Daher würden
Kulterer am Ende nur etwa 84.000 Euro zur Deckung seiner Anwaltskosten
übrigbleiben. (APA)