Linz - Die jüngsten Aussagen der slowakischen Regierungschefin Iveta Radicová zur Sicherheit des AKW Mochovce, wonach die Slowakei offen für Einwände aus Österreich seien, "müssen aktiv aufgegriffen werden" fordert Radko Pavlovec, Anti-Atom-Beauftragter des Landes Oberösterreich. Besondere Wichtigkeit habe dabei die Frage des fehlenden Volldruckcontainments.
"Das Fehlen dieser druckfesten Schutzhülle, wie bei modernen europäischen Druckwasserreaktoren üblich, kann bei Störfallszenarien zu großen radioaktiven Freisetzungen führen und ist auch mit einer höheren Gefährdung durch einen Flugzeugabsturz verbunden", so Pavlovec. Die EU-Kommission verlange, dass "ein dem Volldruck-Containment vergleichbares Schutzniveau gewährleistet sein muss".
Geheimhaltungsklausel
Die erste Voraussetzung für die Behandlung dieses "fundamentalen Sicherheitsproblems" sei "völlige Transparenz". Dem stehe eine "Geheimhaltungsklausel entgegen, welche im Rahmen der Expertengespräche im April dazu benutzt wurde, kritische Teilnehmer auszuschließen", erklärt Pavlocec. Dies sei zwar auf Vorschlag der slowakischen Seite, jedoch mit Billigung des österreichischen Umweltministeriums, geschehen. "Umweltminister (Nikolaus) Berlakovich muss dafür sorgen, dass die Behandlung dieser entscheidenden Sicherheitsfrage unter völliger Transparenz und öffentlicher Kontrolle stattfindet", fordert der Anti-Atom-Beauftragter des Landes Oberösterreich. "Als erster Schritt muss daher die skandalöse Geheimhaltungsklausel zum Thema Containment aufgehoben und der Inhalt der Gespräche vom 28. April veröffentlicht werden." (APA)