Hintergrund

Zehn bis 30 Prozent der Europäer sind Analphabeten

7. September 2010, 15:11

Am Mittwoch ist Welttag der Alphabetisierung - In Österreich leiden vor allem Menschen mit sozialen Problemen an Basisbildungsdefiziten

Wien - Weltweit sind rund 760 Mio. Menschen Analphabeten - und auch in den Industrienationen sind massive Probleme beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder dem Umgang mit Computer ein relevantes Problem. So haben in Europa laut einer Studie des EU-Parlaments zwischen zehn und 30 Prozent der Bevölkerung Defizite bei der Basisbildung. In Österreich sind nach Schätzungen mindestens 300.000 Erwachsene betroffen, erste verlässliche Daten soll eine Studie der OECD 2013 liefern.

Während weltweit zwei Drittel der Analphabeten laut Unesco Frauen ohne Zugang zum Schulsystem sind, sind in Österreich vor allem Menschen mit sozialen Problemen betroffen, so die Generalsekretärin der österreichischen Unesco-Kommission, Gabriele Eschig, anlässlich des morgigen Welttags der Alphabetisierung.

In Österreich kaum reine Analphabeten

In Österreich gebe es allerdings kaum reine Analphabeten. Die Betroffenen hätten vielmehr Probleme in gewissen Bereichen wie sinnerfassendem Lesen oder gravierende Mängel bei der Rechtschreibung, betont Alphabetisierungstrainerin Melanie Wiedner von der steirischen Sozialeinrichtung Isop. Es handle sich dabei auch nicht immer um Sozialfälle. Manche gingen durchaus einer Arbeit nach und würden sich um ihre Defizite "herumschwindeln". Mangels Basisbildung hätten sie aber keine Chance auf beruflichen Aufstieg.

Unter ihren Klienten seien auch Jugendliche, die frisch von der Schulbank kommen, so Wiedner. Der Schule will sie dafür nicht die alleinige Schuld geben: "Da spielen ganz viele Faktoren in der Biografie mit." So hätten manche Klienten als Kind zu Hause keine Unterstützung von den Eltern bekommen und andere wegen schwerer Krankheiten länger nicht zum Unterricht kommen können. (APA)

Der elegante Herr von nebenan
 
00
.

Wie hoch ist der Anteil der Analphabeten mit Migrationshintergrund?

PS:
Dies ist eine einfache Frage und soll dazu beitragen die Probleme der mangelnden Integration objektiv darzustellen um sie lösen zu können.

Tschuri Cazzino
 
11
Reisserische Schlagzeile ohne Realitätsbezug.

Genausogut kann man behaupten 100% der Menschen wären Analphabeten, da es keinen einzigen Menschen gibt, der fehlerfrei lesen und schreiben kann.
Bleiben wir einfach bei der Wortbedeutung: Analphabet ist jemand, der das Alphabet nicht beherrscht. Diese Menschen machen unter den mündigen Bürgern einen sehr niedrigen Anteil aus. Schlecht, langsam oder fehlerhaft lesen ist KEIN Analphabetismus, und noch weniger hat Analphabetismus mit dem Verstehen von Sachverhalten zu tun, egal ob als Text oder anders beschrieben.
Vermutlich bin ich laut Definition des Artikelautors (bzw. -abschreibers) selbst Analphabet, da ich nicht sicher sein kann, dass auch nur dieses Post fehlerfrei ist.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.