"iPod Zombie Trance": Gefahr im Straßenverkehr

07. September 2010 15:04

Australische Studie: Anzahl bei Unfällen getöteter Fußgänger angestiegen

Musik-Hören im Straßenverkehr bedeutet eine Gefahr für Fußgänger. Wovor Verkehrssicherheitsexperten seit Jahren warnen, will eine australische Statistik nun mit aktuellen Zahlen untermauern. Während die Verkehrstoten auf der Straße im Sinken begriffen sind, ist die Anzahl der bei Unfällen getöteten Fußgänger mit bis zu 25 Prozent mehr Opfern stark angestiegen, berichtet der Sydney Morning Herald.  Schuld daran sei die "iPod Zombie Trance". Einmal mehr wird die Forderung nach Kopfhörerverboten und Strafen laut.

Kopfhörer nicht explizit verboten

"Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass man als Verkehrsteilnehmer dem Straßenverkehr seine volle Aufmerksamkeit widmen muss. Bei Radfahrern, die mit voll aufgedrehten Kopfhörern in einen Unfall verwickelt waren, kann dieser Umstand folglich zu einer Mitschuld führen", erklärt Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim Verkehrsclub Deutschland.

Während es daher für Radfahrer mittlerweile verboten ist, während der Fahrt zu telefonieren, sind Fußgänger aber sowohl in Deutschland als auch in Österreich von den Vorschriften im Fahrzeugverkehr ausgenommen. Ein ausgesprochenes Kopfhörer- bzw. MP3-Player-Verbot findet sich in den Gesetzestexten bisher nicht. Auch existieren bisher keine Unfallstatistiken, die lautes Musikhören als hauptverantwortliche Unfallsursache erfassen.

MP3-Player so laut wie Flugzeug

Ungeachtet der rechtlichen Grauzone empfehlen Verkehrssicherheitsexperten auf Kopfhörer im Straßenverkehr zu verzichten bzw. die Lautstärke so zu drosseln, dass noch Umgebungsgeräusche wahrnehmbar sind. "Die meisten mobilen Player erreichen eine Lautstärke von bis zu 115 Dezibel, was einem Flugzeugstart gleichkommt. Bei dieser Lautstärke ein herannahendes Fahrzeug zu hören, ist praktisch unmöglich", meint auch Othmar Thann, Direktor des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Statistisch zeigt der deutsche wie auch österreichische Bundestrend allerdings keinen Anstieg von Fußgänger-Unfällen oder -Verunglückten. Die steigende Beliebtheit der Fahrradnutzung stelle vor allem Städte vor neue Herausforderungen. "Wenn die Zahl der Radfahrer wie derzeit in manchen Städten stark ansteigt, muss die Infrastruktur natürlich daran angepasst werden. Nicht zu unterschätzen sind neben klassischen Verkehrssituationen mit Autos aber auch das Zusammentreffen von Radfahrern und Fußgängern", gibt VCD-Referentin Hänel zu bedenken.

Parks als Falle

Gerade Parks würden als Gefahrenzone oftmals unterschätzt, da sich sowohl Fußgänger als auch Radfahrer dort sicher fühlen. "Wenn die Leute durch Telefonieren, E-Mail-Checken am Handy und Musikhören zusätzlich abgelenkt sind, trägt das natürlich wenig zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei", sagt Hänel. Anstelle von Verordnungen und gesetzlichen Vorschriften, die ohnehin schwer exekutierbar sind, pocht Hänel auf Selbstverantwortung. "Schließlich geht es um den Schutz der eigenen Person", so die Sicherheitsexpertin gegenüber pressetext. (pte)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
Martin Major
 
10.09.2010 12:52

peak vs rms.

und wenn wir die kopfhörer verbieten, gibts noch mehr asoziale proleten, die mit ihrem musikhandy die umwelt akustisch verpesten. toll.

Tobias P
10.09.2010 08:01
Schuld daran sei die "iPod Zombie Trance"

sagt wer?
Der Experte des Boulevardblattes "Sydney Morning Herald"?
Ein Apple Spin Doctor?

Schräger Artikel.
Bzw - schräge Überschrift.
Dachte es geht um ein neues Spiel für den iPod.
Oder wenigstens Musik die in irgendeiner Weise für den iPod komponiert wurde.

Aber is wohl nur ein weiterer blablabla Apple (hurra-mehr klicks) blablabla.
Super DerStandard!
Weiter so.

meinrad
09.09.2010 15:26
telefonieren beim radfahren verboten?

in österreich? seit wann?

Peter W1
 
09.09.2010 12:22

Das muss für die Kreationisten wie ein Schlag ins Gesicht sein zu beobachten wie gut die Evolution funktioniert.

Wer mit abspielenden MP3-Player und aufgesetzten Kopfhörern durch die Strassen geht und sich dabei nicht primär auf seinen optischen Sinn verlässt ergo mehr schaut ist für den Genpool vollkommen unbrauchbar und wird beinhart aussortiert. Wenn bei einem Menschen nicht einmal mehr der Selbsterhaltungstrieb funktioniert ist da was entsetzlich schief gelaufen. Die Evolution funktioniert :) .

hellfast
12.09.2010 15:31

bledsinn, das ist der strafende gott von bischof laun. alles teufelsmusik seit elvis...

opryde
08.09.2010 14:28

das kommt jetzt unter "apple" weil ... ?

(°)(°)
09.09.2010 20:54

weil apple ihre geräte mit extrem niedriger maximallautstärke verkauft um genau wegen sowas nicht belangt werden zu können...

zerebrumm
08.09.2010 10:26
Wer es...

...vor lauter innerer Dumpfheit und Angst möglicherweise einen eigenen Gedanken zu haben nicht mehr aushält und sich immer und überall zudröhnen zu müssen glaubt, muss halt damit rechnen - ganz im Sinne des Darwin Awards - im Straßenverkehr ausgeknipst zu werden und sich somit aus dem Genpool zu verabschieden.

NoComment
08.09.2010 10:31

blöd ist halt nur, aus sicht ihres schwarz-weiß-denkens, dass es verschiedene arten von menschen gibt. so gibt es z.bsp. welche, die durch außenreize wie musik etc. keine eigenen gedanken mehr fassen können. aber es gibt auch das genaue gegenteil, nämlich leute, die erst durch ein gewisses maß an außenreizen zum intensiven denken fähig sind (das hirn braucht also ein "grundrauschen" um vollgas geben zu können). wie passen diese menschen nun in ihre von radikalem schwarz-weiß-denken geprägte welt?

zerebrumm
08.09.2010 10:43
Huch...

...hab ich Sie erschreckt? Das war doch nur Spaß! Ich will doch nur spielen! Natürlich haben Sie recht. Niemand soll zu Schaden kommen. Bedenklich finde ich es aber doch, elementare Außenreize, die für das Überleben im ohnehin kreuzgefährlichen Straßenverkehr unabdingbar sind, in irgendeiner Form abzuschwächen oder zu verzerren.

NoComment
08.09.2010 10:52

oder die meisten haben einfach die schnauze voll vom straßenlärm, von laut telefonierenden sitznachbarn in zug und öffis, von den anderen menschen an sich? wenn es einer nicht schafft, zu fuß ohne gehör durchs leben zu kommen dann hat er ein echtes wahrnehmungsproblem. beim auto- oder radfahren seh ich das anders, da find ich kopfhörer extem unpassend, da geräusche hier wirklich wichtig sind.

waidmann
08.09.2010 11:15

"oder die meisten haben einfach die schnauze voll vom straßenlärm, von laut telefonierenden sitznachbarn in zug und öffis, von den anderen menschen an sich"

Weit besser ist es erst einmal mit sich selbst ins Reimen zu kommen.

Dann klappt das auch gleich viel besser mit dem Nase-voll-haben von anderen Menschen ;-)

Diga
08.09.2010 10:03
Was kommt als nächstes?

Bekleidungsvorschriften im Strassenverkehr, oder vielleicht Sprechverbot? Tschicken darf man nirgends mehr, als nächstes wird Bier und Schnitzel attakiert. Toll, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt!

geheuerliches getümchen
08.09.2010 07:50
was hat sich übrigens seit der einführung von walkmans

geändert?

Monopoly mit Hut
08.09.2010 09:05

Dass viele Kopfhörerkabel jetzt weiß sind und dadurch besser sichtbar! Dadurch sieht man früher, welche Personen man vom Vertrauensgrundsatz ausschließen muss.

;-)

waidmann
08.09.2010 08:41

Dass man die Umgebung weniger wahr nimmt als noch mit den älteren Geräten.

geheuerliches getümchen
08.09.2010 07:49
solange man gehörlosen menschen nicht verbietet,

allein auf die strasse zu gehen, solange ist es juristisch inkonsistent, zu verbieten, dass fussgänger irgendwas anders tun, was bloss den einsatz ihres hörsinns zur orientierung im verkehr beeinträchtigt.

die absicht, gegen ablenkung vorzugehen, mag gut sein, führt aber nur zu blödsinn. beim ipod allein könnte man nicht bleiben, auch zu erfassen wären: angeregte gespräche führen, essen, rauchen.. aber wo ist denn die grenze zu ... übermüdetsein? vergrippt auf dem weg zum arzt sein? über 80 oder unter 10 jahre alt sein?

es gibt viele kategorien von fussgänger, die von haus aus weniger gut aufpassen können als jemand, der einen mp3player oben hat aber sich nicht voll und ganz der musik hingibt.

Martin Major
 
10.09.2010 12:55

ich weiß nicht, ist nichts hören nicht etwas anderes als musik hören? die frage ist doch, ob man durch musikhören vom verkehr mehr abgelenkt ist als ein tauber, der gar nichts hört. vermutlich schon, oder?

waidmann
08.09.2010 08:46

"juristisch inkonsistent"

Da haben Sie sich nun als von der Welt abgehobener verschrullter IT/Technik/iPod/Wasauchimmer-Nerd geoutet.

Es ist ein - großer - Unterschied Ihnen/Gesunden ungünstiges Verhalten zu verbieten, oder behinderten Mitmenschen die gar nicht anders können und damit diskriminiert werden.

Seien Sie beruhigt: Niemand nimmt Ihnen Ihren Lärm in den Ohrstöpseln weg - und landen Sie dann nach Jahren beim HNO-Arzt des Vertrauens dann zahl ich Ihnen sogar die Untersuchung Ihres Gehörschadens mit meinen Beiträgen zur Versicherung.

Gern geschehn.

NoComment
08.09.2010 10:36

ich versteh nicht was hier die meisten posten: dass man vom kopfhörer-hören offenbar zu 100% derrisch wird. wo kommt dieser wahnsinn her? wer behauptet sowas? klar, wenn man sich die schlechtesten kopfhörer nimmt (die verzerrungen sind hier das problem, unharmonische spitzen die echt weh tun) und sich dann volle kanne musik reinpfeift dann wird's das gehör nicht lange machen. aber wieviele leute sollen das sein? wenn das 5% der kopfhörer-hörer (ein schönes wort) sind dann ists viel. der rest hört oft schon (so wie ich) seit jahrzehnten musik über kopfhörer, ohne folgen. bei mir ist das gehör sogar besser geworden (bzgl. empfindlichkeit), und ich verwende in-ears, das böse vom bösen.

waidmann
08.09.2010 11:21

Sie können mir glauben:

Selbst wenn Sie keine Spur von "100 % derrisch" sind rennen Sie schon längst mit einer Prothese, aka Höhrgerät herum.

ad) "wer behauptet sowas?" (man würde von einem Kopfhörer 100 % derrisch)

Das behaupten vielleicht Sie, oder bilden es sich auch nur ein - sonst denkt aber niemand, wirklich niemand daran

Nehmen Sie mal Abstand vom Thema, dann klappt das auch gleich viel besser mit dem schlechten Gewissen und sich wegen einer jeden Lappalie angegriffen betroffen Fühlens.

Das Gehör der Generationen die mit mobilen Musikabspielgeräten aufgewachsen sind, ist übrigens im Vergleich zu den Vor-Generationen schlechter. Dazu gibt es wissenschaftl. Studien ;-)

NoComment
08.09.2010 11:29

sie sind lustig. behaupten pauschal dass der vorposter schon einen gehörschaden hat (basierend auf welcher erkenntnis?). wo ist die wissenschaftliche studie die auch nur annähernd zum schluss kommt, dass musik-hören über kopfhörer gehörschäden verursacht? die einzigen die ich kenne befassen sich damit dass die heutigen mp3-player das POTENTIAL haben, das gehör zu schädigen. aber vermutlich sind sie eher daran interessiert, untergriffig und pauschaliert zu posten.

waidmann
08.09.2010 11:58

"sie sind lustig. behaupten pauschal dass der vorposter schon einen gehörschaden hat"

Das bilden Sie sich ein - zumindest Zweiteres, ein heiteres Gemüt nämlich schadet niemandem.

Alles Weitere erübrigt sich damit dann auch schon wieder, denn was ausschließlich Sie aus den Haaren gezogen an Behauptungen aufstellen, das werde ich sicher nicht belegen.

Wenn das alles Ihrer Argumentationslinie ist (nicht stimmige Behauptungen aufstellen, um dann Ihr Gegenüber am Belegen Ihr eigenen Phantasie-Gespinste scheitern zu lassen), dann lassen Sie sich was Besseres einfallen.

Vielleicht wird man so dann auch ernster genommen.

hellfast
12.09.2010 15:42

und wieso befolgst dann deine eigenen ratschläge nicht? du bist mal ein seltsam verschrobener grantscherbn...

NoComment
08.09.2010 12:10

ihre behauptung, der vorposter würde in einigen jahren wohl einen gehörschaden haben, den sie auch noch zahlen müssen, ist einfach untergriffig. die wahrscheinlichkeit dass das passiert liegt wohl im promillebereich oder sogar darunter. dass sie dieses argument überhaupt gebracht haben zeigt schon auf was sie abzielen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.