Wissenschaftsministerin nominierte Schroeder, Hengstschläger, Skalicky und Hilf als Forschungsräte
Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hat nun die von ihrem
Haus zu entsendenden Mitglieder des Rats für Forschung und
Technologieentwicklung (RFT) nominiert. Es handelt sich dabei um die
Mikrobiologin Renee Schroeder, den Genetiker Markus Hengstschläger, den Rektor
der Technischen Universität (TU) Wien, Peter Skalicky, und die
Rechtswissenschafterin Marianne Hilf von der Universität St. Gallen. Als
Vorsitzenden des Forschungsrats wünscht sich Karl einen "renommierten
Wissenschafter", welcher der Bezeichnung des Beratungsgremiums der
Bundesregierung "gerecht wird", so Karl am Dienstag bei einer Pressekonferenz in
Wien. Damit könnte sich ein Konflikt mit Infrastrukturministerin Doris Bures anbahnen.
Bures hatte bereits vor zwei Wochen im Rahmen der Alpbacher
Technologiegespräche die ihr zustehenden Nominierungen für vier RFT-Mitglieder
präsentiert: Sie hatte den Industriellen Hannes Androsch, Gabriele Ambros,
Verlagsleiterin beim Bohmann Verlag und Präsidentin von Forschung Austria, die
Unternehmensberaterin Karin Schaupp und die Biotechnologin Gi Eun Kim,
Professorin an der Seokyeong University in Seoul (Südkorea) in den RFT entsendet
und sich Androsch als neuen Vorsitzenden gewünscht.
Tatsächlich gewählt wird der Vorsitzende alleine von den acht Mitgliedern,
Vorgaben von der Politik sind im Gesetz nicht vorgesehen und auch Karl betonte,
"nichts von politischen Zurufen zu halten". Die konstituierende Sitzung soll
voraussichtlich Anfang Oktober stattfinden.
Karl hatte bei den Technologiegesprächen noch erklärt, dass sie mit ihren
Nominierungen erst auf den Beschluss der geplanten Nationalen
Forschungsstrategie warten wolle. Diese soll erst nach Vorliegen der
Budgetzahlen, also nicht vor Dezember, verabschiedet werden. Bures hatte dies
kritisiert und auch Androsch hatte angekündigt, schon vorher eine
konstituierende Sitzung des Rates abzuhalten - was allerdings rechtlich nicht
möglich gewesen wäre.
EU-Strategie als wertvoller Wegweiser
Karl betonte, dass die vier von ihr entsendeten Räte die Forschung von innen
kennen würden und wüssten, welche Bedürfnisse die Forscher haben. Thematisch
wünscht sie sich von "ihren Mitgliedern" eine "starke Verankerung der Interessen
von Wissenschaft und Forschung in der Expertise des RFT". Die EU-Strategie 2020,
die eine Stärkung von Wissenschaft und Forschung vorsieht, hält Karl als
"wertvollen Wegweiser" für den RFT, von dem sie sich auch Rat für die
Ausarbeitung des Hochschulplans erhofft. Schließlich erwartet sich die
Ministerin einen Beitrag des Rates zur Wissenschaftskommunikation.
Schroeder und Hengstschläger erklärten, einen besonderen Schwerpunkt auf die
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs legen zu wollen. Schroeder möchte
sich vor allem auf Grundlagenforschung konzentrieren, Hengstschläger auch
ethische bzw. bioethische Fragen ansprechen. (APA)
=> Die neuen Mitglieder