Forschungsrat

Karl wünscht sich Wissenschafter als Vorsitzenden

07. September 2010 12:12

Wissenschaftsministerin nominierte Schroeder, Hengstschläger, Skalicky und Hilf als Forschungsräte

Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hat nun die von ihrem Haus zu entsendenden Mitglieder des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) nominiert. Es handelt sich dabei um die Mikrobiologin Renee Schroeder, den Genetiker Markus Hengstschläger, den Rektor der Technischen Universität (TU) Wien, Peter Skalicky, und die Rechtswissenschafterin Marianne Hilf von der Universität St. Gallen. Als Vorsitzenden des Forschungsrats wünscht sich Karl einen "renommierten Wissenschafter", welcher der Bezeichnung des Beratungsgremiums der Bundesregierung "gerecht wird", so Karl am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Damit könnte sich ein Konflikt mit Infrastrukturministerin Doris Bures anbahnen.

Bures hatte bereits vor zwei Wochen im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche die ihr zustehenden Nominierungen für vier RFT-Mitglieder präsentiert: Sie hatte den Industriellen Hannes Androsch, Gabriele Ambros, Verlagsleiterin beim Bohmann Verlag und Präsidentin von Forschung Austria, die Unternehmensberaterin Karin Schaupp und die Biotechnologin Gi Eun Kim, Professorin an der Seokyeong University in Seoul (Südkorea) in den RFT entsendet und sich Androsch als neuen Vorsitzenden gewünscht.

Tatsächlich gewählt wird der Vorsitzende alleine von den acht Mitgliedern, Vorgaben von der Politik sind im Gesetz nicht vorgesehen und auch Karl betonte, "nichts von politischen Zurufen zu halten". Die konstituierende Sitzung soll voraussichtlich Anfang Oktober stattfinden.

Karl hatte bei den Technologiegesprächen noch erklärt, dass sie mit ihren Nominierungen erst auf den Beschluss der geplanten Nationalen Forschungsstrategie warten wolle. Diese soll erst nach Vorliegen der Budgetzahlen, also nicht vor Dezember, verabschiedet werden. Bures hatte dies kritisiert und auch Androsch hatte angekündigt, schon vorher eine konstituierende Sitzung des Rates abzuhalten - was allerdings rechtlich nicht möglich gewesen wäre.

EU-Strategie als wertvoller Wegweiser

Karl betonte, dass die vier von ihr entsendeten Räte die Forschung von innen kennen würden und wüssten, welche Bedürfnisse die Forscher haben. Thematisch wünscht sie sich von "ihren Mitgliedern" eine "starke Verankerung der Interessen von Wissenschaft und Forschung in der Expertise des RFT". Die EU-Strategie 2020, die eine Stärkung von Wissenschaft und Forschung vorsieht, hält Karl als "wertvollen Wegweiser" für den RFT, von dem sie sich auch Rat für die Ausarbeitung des Hochschulplans erhofft. Schließlich erwartet sich die Ministerin einen Beitrag des Rates zur Wissenschaftskommunikation.

Schroeder und Hengstschläger erklärten, einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs legen zu wollen. Schroeder möchte sich vor allem auf Grundlagenforschung konzentrieren, Hengstschläger auch ethische bzw. bioethische Fragen ansprechen. (APA)

=> Die neuen Mitglieder

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byron sully
07.09.2010 16:06

während karl leute aus dem uni-bereich nominiert (so sympathisch oder unsympathisch die sein mögen, aber die kommen wenigstens von der uni), ist bures mit ihren neoliberalen nominierungen wohl völlig durchgedreht. was bitte haben leute aus der wirtschaft in so einem gremium zu suchen? das schreit nach mißtrauensantrag gegen bures, find ich. so was hätt ich eher der övp zugemutet...

smea_gol
07.09.2010 18:49

auf der seite des forschungsministeriums wird skalicky als "netzwerker" angepriesen... naja.

NK12
07.09.2010 19:47
Das ist Österreich eine Drohung -:)

uniwerbung.ade
07.09.2010 13:01

also seit der skalicky mal diese abartig hohen studiengebühren gefordert hat, habe ich eine ausgeprägte antipathie gegen den mann.

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