Constantini

"Taktik generell überbewertet"

07. September 2010 11:00

Teamchef weist einmal mehr darauf hin, dass man ein Match nicht mit dem System, sondern mit den Spielern gewinnt - Verständnis für Pacult-Kritik an der Einstellung junger Profis

Salzburg - Für Dietmar Constantini spielt Taktik im Fußball nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sei noch immer die Qualität der Spieler, sagte der ÖFB-Teamchef und relativierte auch seine Ankündigung, mit vier Innenverteidigern in der Abwehrreihe spielen zu wollen. In punkto System hat der Nationaltrainer ein Vorbild. "Ideal wäre es, wenn wir wie Spanien spielen könnten." 

"Mein taktisches Grundgerüst steht"

Da der regierende Welt- und Europameister außer Reichweite ist, muss man laut Constantini mit anderen Mitteln zum Erfolg kommen - und dafür seien mehrere Wege möglich. "Mein taktisches Grundgerüst steht, aber es gibt halt unterschiedliche Ausgangspositionen. Man kann gegen Deutschland auswärts mit drei Stürmern spielen und eine aufs Dach kriegen oder zu defensiv gegen Kasachstan spielen, weil man weiß, dass die auch kicken können", so die Erklärung des 55-Jährigen.

Die Bedeutung von Taktik sei generell überbewertet. "Meine Meinung ist, man gewinnt nicht mit dem System, sondern mit den Spielern. Es geht ja fast überall ums Gleiche, um einen oder zwei Stürmer, um einen oder zwei Sechser", behauptete Constantini.

Zwei Sechser oder zwei Achter

Im zentralen Mittelfeld setzte Constantini zuletzt oft auf zwei "Sechser", die sich zumeist auf Defensivaufgaben beschränkten und wenig Impulse im Spielaufbau lieferten. Dabei stünden etwa mit Christoph Leitgeb oder David Alaba auch zwei "Achter", also Spieler mit einer offensiveren Auslegung dieser Rolle, zur Verfügung. "Es ist denkbar, dass wir auch mit zwei Achtern spielen. In Pasching haben wir in der Meisterschaft auch einmal so gespielt, aber mit dem Nationalteam spielt man eben nur international", sagte Constantini.

Seine Aussage nach dem 1:5 gegen Spanien im vergangenen November, künftig mit vier Innenverteidigern in der Viererkette antreten zu wollen, relativierte der Coach. "Ich habe damals gesagt, gegen Top-Mannschaften könnte man vielleicht mit vier Innenverteidigern spielen. Prödl hat zum Beispiel in Bremen oft rechts gespielt. Dann stelle ich ihn rechts auf und es war ein Fehler. Dass er ein Innenverteidiger ist, weiß ich auch, aber wenn einer ausfällt, muss man kaschieren."

Offensive statt Betonanmischen

Ein ÖFB-Team mit Betontaktik werde man unter seiner Führung ohnehin nicht zu sehen bekommen. "Ich bin ein Verfechter, dass wir uns nicht nur hinten reinstellen, sondern den Gegner beschäftigen, sonst sind wir sowieso weg", meinte Constantini.

Vor gut einem Jahr sorgte der frühere Austria-Trainer für Aufsehen, als er viele junge Spieler schon nach wenigen guten Partien ins Team holte - darunter auch die Rapidler Yasin Pehlivan, Christopher Drazan oder Christopher Trimmel, die in dieser Saison von ihrem Trainer Peter Pacult wegen mangelnder Einstellung kritisiert worden und deswegen zeitweise nicht einmal im Kader gestanden sind. 

Abgehobene Nachwuchs-Kicker

Für die Anmerkung von Pacult, dass viele Nachwuchs-Kicker zu schnell zufrieden seien, zeigte Constantini Verständnis. "Wenn du als Junger überraschend ins Team kommst, ist das natürlich ein Wahnsinn. Dann wirst du von diversen Vereinen kontaktiert. Dass du dich dann mit 18 oder 19 Jahren veränderst, ist ganz normal."

Pacult liege mit seiner Kritik "hundertprozentig richtig. Ich bin da genauso ein hantiger Typ, auch wenn es vielleicht nicht so rüberkommt. Es verlieren ja schon 15-Jährige den Boden unter den Füßen, weil sie so gelobt werden. Aber wenn man einem Jungen erzählt, dass Inter oder Milan Interesse haben, da schwebt man, da kann man nicht ruhig sitzen", erklärte Constantini.

Auch mit seinen Jungstars David Alaba und Aleksandar Dragovic habe er diesbezüglich gesprochen. "Sie sollen schnörkellos spielen, so wie sie es können", betonte Constantini. Bei seinen ersten Teameinberufungen sei Bayern-Legionär Alaba noch herausgestochen. Das sei zuletzt nicht mehr der Fall gewesen. "Es ist aber auch viel auf ihn hereingebrochen", erinnerte Constantini. (APA)

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yofrog
10.02.2011 14:45

versteht der öfb die botschaft von dem geilen nicht? der mann schafft sich ständig selbst ab.

Ich bin kein Piefke nicht
09.09.2010 13:11
Sogar die

Nordkoreaner legen viel Wert auf Taktik..........

oink!
08.09.2010 23:11

"geht s ausse, spühts eicha spüh!!"

Gasquet
08.09.2010 22:12

Wie kann es sein, dass DiCo immer noch der Teamchef ist? Er hat sich durch seine Aussagen und Taten doch längst so klar ins Abseits gestellt, dass man nur noch drüber lachen errrr ..weinen kann.

sicklikejosef
 
08.09.2010 21:49
In Engalnd sagt man:

You don't win a game by scoring goals, you are scoring goals by winning the game.
Oder anders gesagt: bei körperlich mehr oder weniger gleich starken und technisch nicht allzu weit von einander entfernten Gegnern, entscheidet die Fähigkeit Züge des Gegners zu antizipieren und seine Schwächen ausnutzen ein Spiel. Taktik und Strategie, was der DiCo für überbewertet hält, ist die Fähigkeit eigene Schwächen zu minimieren und und Stärken des Gegners zu neutralisieren. Das geht nur mit einem Konzept, in dem man permanent übt, Situationen durchspielt und auf verschiedene Situationen flexibel mit unterschiedlichen Plänen agiert. Ich habe in keinem Länderspiel unter Constantini auch nur ansatzweise so was gesehen.

toxxxic
08.09.2010 21:36
der fliegenpilz unter den eierschwammerl

madeingermany
08.09.2010 18:47
Der ist wirklich noch dümmer

als der Papst!

duck29
08.09.2010 17:15
Was zu beweisen war...

Dieses Spiel war wohl der Beweis dafür, daß die Aussage des "Teamchefs" tatsächlich ernst gemeint war...
Mourinho, van Gaal etc. müssen ja ihre Strukturen und Abläufe völlig hinterfragen. Oder vielleicht ist die Fußballrealität noch nicht bei DC angekommen - Erfolgstrainer lenken ein Team von Spezialisten/Spartentrainern (Kondition/Motorik etc.). Der Cheftrainer arbeitet mit den Spielern vor allem technisch, taktisch, spezifisch.
Scheinbar glaubt man in Österreich noch immer, ein Trainer kann/macht alles. Allerdings muß ich zugeben, daß das Trainerteam von DC auch kaum trainingsmethodisch hochwertige Arbeit leisten könnte.
Aber in einer Betreuungsstruktur, in der der Arzt/Chirurg auch Leistungsdiagnostiker und Ernährungsfachmann ist...

jinglebells
08.09.2010 15:31
herr constantini: man kann nicht nicht taktieren.

auch keine taktik ist eine taktik - und das ergebnis sind solche spiele wie gestern. gute spieler, die mit der nichttaktiktaktik wie wehrlose, aufgescheuchte hendln herumirren. opfer ihrer ahnungslosigkeit. auf dem spielfeld geopfert und medial geschlachtet.

Gilgamesch
08.09.2010 14:28

mourinho sagt: "taktik ist im fußball alles"
dico sagt: "taktik wird im fußball überbewertet"
wer hat recht? der 2malige champ-league sieger oder der feuerwehrmann?

ich sage: mit dem trainer der türken hätten wir eine reelle chance auf den 2. platz - mit dico reichts wohl nur für platz 4 ... wegen der taktik!

Foromat
08.09.2010 16:47

leider .... aber es werden auch leute wie andreas herzog zum trainer berufen, der in seinem leben keinen einziges spiel als klubtrainer hinter sich gebracht hat.
nix gegen andi herzog, er war ein super kicker, menschl auch ok und nicht unsympatisch, er wurde in AT viel gescholten hat aber in wichtigen Spielen sehr oft alles gegeben.

nur das macht aus ihm noch keinen erfahrenen trainer.

DICO ist ein tiroler volltrottl und sturschädl.

Klaus.W.
08.09.2010 13:59
mein Lebensglück ist nicht von den Ergebnissen der österr. Fußball Nationalelf abhängig ...

... aber über taktische Qualität braucht Herr DC nicht zu referieren ... denn kasachstan hätte gegen Rapid, gegen Austria Wien, gegen RB Salzburg und auch gegen Sturm Graz null Chance gehabt. also an den spielerischen Qualitäten der Einzelspieler kann es nicht liegen ... wurscht - mit viel Glück ist Platz 3 in der Endabrechnung drinnen. Und solange sich kein internationaler Toptrainer die Nationalelf antun will - soll DC weiterwurschtln ....

bartleby schreiber
 
08.09.2010 13:32
es muss ein wein sein ...

2 achter? i glaub, herr constantini, sie haben zu viele vierteln gehabt ...

cyber star
08.09.2010 13:10
constantini wollte sich ja auch an nordkorea ein beispiel nehmen!!!

das zeigt wie ahnungslos der geile herr aus tirol ist!

Kris99
08.09.2010 12:47
zu dem Constantini vs. Maradona Vergleich unten...

Argentinien : Spanien - 4:1 im ersten Spiel nach Maradona...

Komisch, wie gibt's so etwas nur????

Gasquet
08.09.2010 22:16

relativ egal würde ich sagen

aber abschlachten lässt man sich als Weltmeister dann auch nicht so gerne..

glaube, dass Argentinien 2014 Weltmeister wird!

Lucky Strike Light
08.09.2010 13:01

ich denke mal, den spaniern war das match ziemlich egal.

Mein Postingname bietet keine Angriffsfläche
08.09.2010 10:57

Wenn das ein Mann sagt der keinen einzigen Titel erreicht hat in seiner langen Trainerlaufbahn, kann ich nur schwer seine Meinung teilen..

auchnixzusagen
08.09.2010 10:21

Es gab in Deutschland mal einen Teamcoach, der durch den Sager "Konzepte sind Kokolores" berühmt wurde. Sein Name: Erich Ribbeck.
Sein Abgang: unrühmlich.

the Cooper
08.09.2010 09:28
drei faktoren

in einer vereinfachung wird ein fussballspiel durch drei faktoren entschieden:

* technik
* kondition
* taktik

technik: eignet man sich während der ausbildung, also in frühen jahren, an - später ist da nur noch wenig zu machen
kondition: ist vereinssache - in den trainingslager ist auch hier nichts zu holen
taktik: na dico, fällt der groschen?

viegb1
09.09.2010 18:31
und faktor 4

..* Glück des Tüchtigen. Das ist aber bekanntlich unplanbar.

skip it
08.09.2010 09:13
was andere aus dem aermel schuetteln,...

...man selbst jedoch nur unzulaenglich beherrscht, wird "generell ueberbewertet".

wenn's nur auf die spieler, nicht auf "die taktik" ankommt, kann ich die kicker mit dem leiberlwart rauslaufen lassen.

der knabe ist als trainer genauso ein grablicht wie als kommentator im fernsehen.

le chat botté
08.09.2010 08:53

Taktische Aus- und Fortbildung hin oder her: Herr Constantini zeigt eindrucksvoll, wie man es schafft, aus Qualität und Potenzial von Spielern das absolute Minimum herauszuholen.

voc-monkey
08.09.2010 08:18
Was ist der Constantini eigentlich von Beruf?

Weiss das jemand?
Trainer is er nicht - sagt er ja selber - Taktik wird überbewertet!

Hansi Huber
08.09.2010 08:16
Armutszeugnis

Wozu dann noch einen Trainer?
Vielleicht sollte sich der ÖFB bemühen, einen Klinsmann zu holen. Damit man mal sieht was ein guter Trainer aus dieser Mannschaft holt. Was ein Constantini mit diesen Spielern erreicht, sieht man zu deutlich.

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