"Rede zur Lage der Union"

Barroso: Gemeinsam schwimmen oder getrennt untergehen

07. September 2010 19:05

Der Kommissionschef hielt im EU-Parlament die erste "Rede zur Lage der Union"

Er rief zur Erneuerung von Marktwirtschaft und Zusammenarbeit auf. Von den Fraktionen setzte es harte Kritik an seinem Stil.

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Die Reihen der EU-Abgeordneten waren dicht gedrängt am Dienstagmorgen, als der Präsident der EU-Kommission an das Rednerpult des Europäischen Parlaments in Straßburg trat. Das war ganz im Sinne von José Manuel Barroso. Der Portugiese ließ über seine Mitarbeiter im Vorfeld streuen, dass er es quasi mit US-Präsident Barack Obama aufnehmen wolle.

So wie dieser in seiner jährlichen Rede an die Nation vor dem Kongress die große Linie für die USA skizziere, so wolle der Chef der EU-Kommission in seinem Beitrag zur "Lage der Union" demonstrieren, wohin die Reise von Europa gehen solle, wer die Union politisch wirklich führe.

Die zu einem bedeutsamen Ereignis passende Stimmung wollte in den knapp 40 Minuten von Barrosos Rede dennoch kaum aufkommen. Nicht nur, weil viele der Abgeordneten verärgert waren über eine Aktion des Parlamentspräsidiums, die im letzten Moment wieder abgeblasen wurde: Wer bei der Barroso-Rede ohne Grund fehle, der solle auch das Sitzungsgeld nicht ausbezahlt bekommen. Das schließe demonstratives Fernbleiben ein. "Ungeheuerlich" , empörten sich einige, ein "Angriff auf das freie Mandat".

Der Kommissionschef ging auf derlei Details nicht ein. Er stürzte sich nach einer knappen Begrüßungsformel ("Herr Präsident, geehrte Abgeordnete", die Bürger in Europa sprach er nicht an) gleich ganz in Sachpolitik, Wirtschaftskrise und geplante Maßnahmen. Mehr als zwei Drittel seiner Redezeit waren der Wirtschaft gewidmet, der Rest dem Umweltschutz, der Sicherheitspolitik und den Grundrechten.

Zentrale Botschaft: Die EU habe den "Test" der Wirtschafts- und Finanzkrise bestanden, die Konjunkturlage habe sich deutlich gebessert. Diejenigen, die den Untergang der Union vorausgesagt hätten, "haben sich getäuscht". Nun gehe es darum, die Modernisierungen voranzubringen. Am 29. September werde die Kommission einweiteres Paket von Gesetzesinitiativen zur Regulierung des Finanzsektors vorlegen, sagte Barroso.

Generell wünschte er sich an einem "Wendepunkt der Union", dass man gemeinsam den Kurs einer erneuerten modernen Marktwirtschaft einschlage. Bisherige Methoden würden nicht mehr für das nötige Wachstum sorgen. Die Union müsse zeigen, dass sie mehr sei als 27 nationale Lösungen. Barroso: "Entweder schwimmen wir gemeinsam, oder wir gehen getrennt unter." Er betonte, das er mit den Regierungen der Mitgliedsländer nicht auf Konfrontation gehen wolle, sondern im Gegenteil um Ausgleich bemüht sei. Der Kommissionschef sprach sich auch für eine neue Finanzierungsbasis der Union aus. Um größere Infrastrukturmaßnahmen finanzieren zu können, werde seine Behörde das Auflegen von Euro-Anleihen, Euro-Bonds, vorschlagen.

Zur Kritik an den Abschiebungen von Roma aus Frankreich äußerte er sich nur vorsichtig, indem er sich allgemein "gegen jeden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" aussprach. Nicht nur dafür erntete er heftige Kritik aus den Fraktionen: Barroso sei unfähig, "die Dinge beim Namen zu nennen" und den Regierungen Paroli zu bieten, schimpfte der Sozialdemokrat Martin Schulz. Der Liberale Guy Verhofstadt zeigte sich "sehr enttäuscht". Der Grüne Daniel Cohn-Bendit nannte Barroso einen "Weltmeister der Abwesenheit". (Thomas Mayer aus Straßburg/DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2010)

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iohui
13.09.2010 19:48
buuuuhh. ein paar sachen gibts schon, die gemeinsam besser gehn

aber schwimmen gehört definitiv nicht dazu.

wenn ich nicht genug freiraum zum rudern und strampeln hab, ohne dass ich dabei wen halbert erschlag, sauf ich ab wie ein stein. ein paar fette gibts schon, die in ruhe oben treiben, aber ob das reicht um den anderen den schwimmreifen zu machen, möcht ich sehr bezweifeln. ausserdem frier ich im wasser, wenn ich mich nicht bewegen kann.

und genau so lebensfeindlich fühlt sich diese vermurkste eu an.
wir brauchen definitiv mehr individuelle bewegungsfreiheit, um da drin nicht zu ersticken.

abgesehen davon, was will dieser typ eigentlich? das ist ein beamter. er kann sich vor seinen beamten aufplustern, aber sicher nicht vor mir. er soll machen was ihm die minister und das ep anschaffen, und aus.

mary jane
 
12.09.2010 19:02

Auch den/die größte EU-Befürworter(in) üerfallen heftige Zweifel beim Anblick der EU-Elite Barroso - Ashton - VanRompuy. Die EU hat wohl ein unnachahmliches Talent, sich die blassesten, langweiligsten und nervtötendsten Repräsentanten auszusuchen. Irgendwelche, schon auf nationaler Ebene unwichtigen, Gestalten besitzen wie durch ein Wunder die Fähigkeit, den komplexen Machtapparat EU zu durchschauen und Teile davon in führender Position vorzustehen. W t h?

Walter Bimini
12.09.2010 01:25
sein englisch ist zum schreien.

http://www.youtube.com/watch?v=7HB_L1cnCqs
ab minute 05:22

Janosch bacsi
08.09.2010 19:16

Wo bleibt mein Posting von gestern? Also noch einmal. Barroso war mit 18 Maoist, jetzt Bilderberger-Mitglied. Was hat dieser Wendehals in Brüssel verloren?

Walter Bimini
12.09.2010 01:23
er ist einfach der ideale eurokrat.

franz der freie
08.09.2010 11:13
die eu staaten werden nicht getrennt, sondern gemeinsam untergehen.

oben werden die nettozahler verzweifelt tempi machen, unten werden die piigs staaten mitsamt der eu bürokratie hängen und alle zusammen unaufhaltsam nach unten ziehen.

El Chó
08.09.2010 10:47
"Gemeinsam leben oder alleine sterben"

...der Mann hat zuviel "Lost" gesehen ;-)

aiuto
08.09.2010 10:40
es ist hoch an der Zeit,

dass der Kommissionspräsident direkt gewählt wird.
Dieser Barroso ist doch dem Wahlvolk gegenüber überhaupt nicht verantwortlich, sondern bloss den Regierungschefs, denen er seine Bstellung verdankt.
So kann es in Europa nicht weitergehen. Das ist ein einziges Dahinwursteln.

Walter Bimini
12.09.2010 01:24
keine angst. das beste an der eudssr ist ihr ablaufdatum.

aiuto
13.09.2010 08:18
ein Scheitern würde ich weder mir noch Ihnen wünschen.

Vielleicht überlegen sie einmal die Konseqenzen !?

Walter Bimini
14.09.2010 20:06
da müssen wir eben durch.

MUNGO1
08.09.2010 10:25
Gemeinsam schwimmen oder getrennt untergehen...

ich tippe mal auf zweiteres, also untergehen, denn die schulden und immer neues geld zur verfügung stellen, die druckereien laufen ja auf hochtouren, führt geradewegs in den abgrund!

*esofan*
08.09.2010 08:45

naja, immer dieser drang uns mit den usa zu vergleichen ....

Bernie Stinkstiefel
08.09.2010 08:27

stell dir vor, der EU-Pr äsident hält eine Rede und keiner hört zu.

Walter Bimini
12.09.2010 10:31
genau deshalb wollte man im kasperlverein in brüssel quasi die totmann einrichtung für abgeordnete während "barolos" rede einführen.

zimbo
 
08.09.2010 08:10
Gemeinsam statt einsam hat uns damals schon in die Scheixxe geritten.

lagrangian
08.09.2010 11:41

ich sag's ja immer! auflösen! alles auflösen! jeder kämpft für sich alleine, dann ist alles gut.

Walter Bimini
12.09.2010 10:32
auf das wird es in jedem fall hinauslaufen, wenn der teuro endgültig abstürzt.

dann wird es heißen "rette sich wer kann". wer zu spät kommt, den bestraft das leben.

diamant
 
08.09.2010 10:49
Wann genau?

Meinen sie etwa das Roemische Reich?
Die Inspiration kommt ja da heute direkt von der Muenze Oesterreich....

zimbo
 
09.09.2010 12:02
Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Walter Bimini
12.09.2010 10:33
zu unserem glück sind die eurokraten wenigstens so unfähig, daß es bald zum großen finale kommen wird.

der bunte faschist
08.09.2010 07:31
Man kann es nicht oft genug fragen:

Wer hat dieses Würstchen eigentlich gewählt?

Walter Bimini
12.09.2010 11:03
in der eudssr wird ernannt und nicht gewählt

die ostblöckler, die im europa parlament sitzen, verstehen den unterschied teilweise sowieso nicht.
früher hat ja auch das zentralkommitee entschieden und heute werden wie damals hinter verschlossenen türen von einer kleinen clique leute wie van rampuy ernannt und die ostblöckler halten das dann für eine wahl.

Thomas Wetschnig
12.09.2010 11:02
Sie sollten lieber fragen ..............

.......... wer die Parlamentarier gewählt hat, die Barroso zum Kommissionspräsidenten wählten!

Daß er vom Parlament gewählt wurde ist unwiderlegbare Tatsache!

Politiker sind immer nur der Spiegel des Volkes, von dem sie gewählt wurden. Schlechte Politiker sind das Ergebnis eines schlechten Volkes.

Leider ist das einfache Volk überall bösartig, kriegsgeil und gewaltbereit; man braucht nur bei einer Sportveranstaltung zuzusehen, um dies bestätigt zu finden.

angehender Medientechniker
 
08.09.2010 06:55

Der ist genau wie Rompuy und Ashton nur wegen seiner unglaublichen Inkompetenz auf seiner Position gelandet.

Wenns darum geht die EU führungslos an die Wand zu fahren, dann können die 27 Nationalstaaten ausnahmsweise zusammenarbeiten.

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