Öko-Bikes, Swing-Musik und Kampfansagen

Rosa Winkler-Hermaden, 7. September 2010, 12:51
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    "Auf die Plätze, fertig, grün!" Die Grünen starten ihren Wahlkampf.

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    Parteiobfrau Glawischnig: "Es gibt eine falsche Verteilung von Solidarität und Profit."

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    Spitzenkandidatin Vassilakou hofft nach wie vor auf "die Sensation".

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    Auch Alexander Van der Bellen sagte: "Ich wünsche mir, dass die SPÖ die Absolute verliert."

Wiener Grüne starteten im Museumsquartier in den Wahlkampf - Vassilakou will mit Rot-Grün "eine Sensation schaffen"

Wien - Ganz dem Klischee entsprechend reisten die Grünen-Kandidaten für die Wien-Wahl mit E-Bikes und Segways zum Wahlauftakt an. Im Museumsquartier starteten sie am Dienstag in den Wahlkampf. Als einzige Partei haben sie sich entschieden, den Wahlkampfauftakt am Vormittag durchzuführen. Vier ältere Herren in schwarzem Anzug und mit Sonnenbrille ("Swing-Combo") spielten jazzige Musik, bevor Maria Vassilakou und ihr Team in der Arena 21 eintrafen.

Kabarettist Werner Brix führte durchs Programm. 300 Grün-Anhänger waren gekommen und Thomas Blimlinger, Grüner Bezirksvorsteher von Neubau, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: "Die letzten Tage und Wochen waren nicht einfach für uns, aber jetzt ist es wichtig, dass wir zusammenhalten. Ich bin überzeugt, dass die Bezirke, die Stadt uns brauchen."

Gegen "falsche Verteilung"

Eva Glawischnig, vom Moderator als Mutter zweier Kinder und "nebenbei" Bundesvorsitzende der Grünen vorgestellt, kritisierte: "Der Bürgermeister wünscht sich einen störungsfreien Ablauf, er will nicht über Steuern diskutieren." Das sei jedoch eines der Themen, das den Grünen wichtig sei: "Das Budget hat ein großes Loch." Mit der Bildungspolitik und der Situation der Asylwerber, wo die SPÖ "schon wieder umgefallen sei", sprach sie weitere Themen an, die für die Grünen im Wahlkampf Priorität haben. "Wir wollen für die Menschen eintreten, die von der Krise betroffen sind", sagte die Bundesobfrau. Es gebe eine "falsche Verteilung" von Solidarität und Profit. "Da wollen wir einen wichtigen Beitrag leisten, um das zu ändern."

Mit Energie gegen die FPÖ

Auch David Ellensohn, Listenzweiter, forderte eine gerechtere Verteilung des Geldes. Er forderte einen Mindestlohn von 1500 Euro und Maßnahmen gegen Kinderarmut. Auch sagte er, eines der Ziele der Grünen sei es, die FPÖ zu bekämpfen, "auch wenn es Energie kostet". "Auf die Plätze, fertig, grün!", erteilte Ellensohn den Startschuss für den Wahlkampf.

Alexander Van der Bellen, außenpolitischer Sprecher und prominenter Quereinsteiger bei den Wiener Grünen, trat seine Rede mit klaren Worten an: "Ich wünsche mir, dass die SPÖ die Absolute verliert und dass sich die SPÖ entscheiden muss, ob es rot-schwarz mit Fekter im Hintergrund oder rot-grün geben wird. Auch ein Johann Gudenus, Listenzweiter der FPÖ, sei kein Grund Häupl, sondern Grün zu wählen.

"Sieben grüne Stadträte"

Er selbst wolle ins Rathaus und Maria Vassilakou solle Vizebürgermeisterin werden, sagte er - und etwas großspurig: "Ich möchte mindestens sieben Stadträte, die den Grünen zugerechnet werden können."

"Wir sind eine Ausländerpartei, ja und?" und "Wir haben persönliche Querelen, ja und?" versuchte er Vorbehalten, die es gegenüber den Grünen gibt, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Gegen "Gartenzwerglichkeit"

Spitzenkandidatin Vassilakou sagte, sie wünsche sich eine Sensation, nicht nur für ganz Österreich, sondern für ganz Europa. Fortschritt sei auch in Riesen-Schritten möglich. "Wir werden dafür kämpfen und werden es schaffen". Sie wolle antreten gegen die "Gartenzwerglichkeit" des Denkens. Es gehe um die Chance, die erste rot-grüne Regierung zu erreichen.

Vassilakou will Wiens Sozial- und Umweltpolitik verändern, Wien zu einer Klimaschutzmetropole machen und in Schulen, in Kindergärten und in Pflege investieren. Sie fordert, dass Kinder, wenn sie zur Welt kommen, automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen - egal woher man kommt: "Es soll niemand gefragt werden, woher die Großeltern kommen."

FPÖ-Gedankengut "in den Mistkübel"

Die Chance auf die Erneuerung sei da, sagte sie. Und: "Wir wären verdammt blöd, wenn wir diese Chance vertun, wenn wir sie verpassen." Gleichzeitig betonte sie, sie habe es satt, dass "jeden Tag gesagt wird, ich solle weniger anstreben". Sie habe genug von der SPÖ, es könne vieles besser werden.

Mit Kritik an der FPÖ sparte sie nicht (das Gedankengut gehöre "in den Mistkübel"), um im nächsten Atemzug Kritik an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zu üben, die eine Zwangsinhaftierung der Asylwerber durchgesetzt habe. Aber auch die SPÖ habe viele Entscheidungen mitgetragen.

"Bessere Möglichkeiten, zu starten"

Zum Schluss schwor sie die versammelte Truppe auf die nächsten Wochen ein: "Die letzten Wochen waren kein Honiglecken. Es gibt bessere Möglichkeiten, in den Wahlkampf zu starten". Aber jetzt werde man "kämpfen und laufen, was das Zeug hält. Jeden einzelnen Tag werden wir nutzen." Es solle keine "Soap-Operas" mehr geben, womit sie die Querelen in den Bezirken ansprach. "Wir kämpfen, wir gewinnen", sagte Vassilakou, um danach wieder aufs Fahrrad zu steigen, und ins Radhaus zu radeln, wie der Moderator launig ankündigte. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 7.9.2010)

Cremers Photoblog: Wahlkampfauftakt der Grünen

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xv22
00
21.9.2010, 19:50
Ist der

GrünInnen-Schmäh eigentlich nicht langsam fad? Oder muss man durchs Posten dieses Schmähs immer wieder seine Männlichkeit unter Beweis stellen?

/me
10
7.10.2010, 22:39

Oja. Der GrünInnen Schmäh ist wirklich schon fad. Aber das ist halt die Politik die sie machen. Da kann man nichts dran ändern.

xv22
00
8.10.2010, 00:19

Und das ist auch gut so.

Allerdings ist das versuchte Lächerlichmachen durch Benennung als "GrünInnen" einfach schon soo fad, dass es nicht mal mehr annähernd lächerlich wirkt.

/me
00
8.10.2010, 00:26

Ja. Aber bei den ganzen Bezeichnungen aus der Feministenecke kann man nur drüber lachen. Lesens z.B. einmal http://en.wikipedia.org/wiki/Womy... born_womyn

Statt einfach nur "women" zu schreiben - was auch jeder normale Mensch versteht, schreibt man umständlich "womyn-born womyn", nur damit man seine sinnlose nur mehr lächerliche politische Korrektheit erfüllt.

Das ist nichts anderes als Newspeak wie wir es aus Orwells 1984 kennen.

Nr.3645
01
12.9.2010, 20:32
ÖKÖBIKE mit akku??

was für ein schwachsinn!, mein stinknormales fahrrad, das ist ein ökobike, ohne reichweitenbegrenzung durch einen "giftigen" akku.

xv22
00
21.9.2010, 16:44

Ähm... der E-Antrieb unterstützt, fahren tust immer noch selber... insofern auch keine Reichweitenbegrenzung.

Nr.3645
00
21.9.2010, 18:22
und wenn er leer ist hat man ein 2-3* so schweres rad?

mit dem fährt man dann sicher gerne...sehr realistisches szenario.

bleibt meine meinung der E-antrieb ist mehr verschmutzung als hoffnung.

xv22
01
21.9.2010, 18:24

Ich glaub nicht dass der so schwer ist. Und die Energie, die man zB beim Bremsen gewinnen kann, kann man ja beim Wegfahren wieder nutzen... wäre doch gescheit.

Ich hab aber auch lieber ein normales Rad - trotzdem wäre mir lieber, wenn einige mit E-Bikes fahren würden anstatt mir mit Mopeds, Motorrädern oder Autos die Luft zu verpesten.

Nr.3645
00
21.9.2010, 18:51
mir wäre lieber

wenn sie mit einem stinknormalen fahrrad fahren würden.

das geht dann insgesammt warscheinlich sogar leichter zu treten obwohl ohne motor, weil die komponenten deutlich hochwertiger sein können.

für den preis eines e-bikes gibt es richtig gute räder die nicht so einen schrott drauf montiert haben wie eben diese e-bikes: schlechte komponenten, gerade das noch shimano drauf steht...

Andreas Mittermayer
00
7.10.2010, 22:35
Natürlich wäre es am Besten, wenn die Menschen statt mit dem Auto zu fahren mit

.
einem ganz normalen Fahrrad fahren würden. Aber xv22 hat recht: Es ist immer noch VIEL besser, die Menschen fahren mit dem e-Fahrrad als mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Moped!

torch
 
31
12.9.2010, 09:55

Ein Kabarettist führte durchs Programm, das charakterisiert die Position der Grünen ja schon mal ganz ausgezeichnet.

Die aktuellen GrünInnen sitzen auf Versorgungsposten und wären sonst wohl zu einem Teil ein Fall für das AMS und Nachqualifikation. Wer denn in der produktiven Privatwirtschaft stellt solche Leute für tatsächliche Arbeit ein (wenn nicht andere Absichten dahinter stehen)?

Wir sollten andererseits auch den Grünen dankbar sein, denn die sind immer wieder für speziell originelle Vorschläge gut, immer dann, wenn man denkt origineller geht es nicht, dann schaffen die es noch einen draufzusetzen.

Andreas Mittermayer
00
7.10.2010, 22:36
Ganz schön unnötig: Ihr Posting!

NGC 55 000 001
00
10.9.2010, 06:20
blablabla

Intellekt erhöht den Geist und lässt Ihn Lösungen und Möglichkeiten präsentieren die gesamtgesellschaftlichen Nutzen erzeugen und eine Zukunft fernab egozentrischer Gelüste ermöglicht.

Gawain
 
02
Lustiges Foto

"Fertig Grün am 10.10.10"...

Macht, Medien und meine Meinung!
22
verlierer partei

e.ass
31
herzig

sind`s, die GrünInnen.

Der Blinde mit dem Seehund
37
Halten die Grünlichen das Volk wirklich für blöd?

Da machen sie einen Aufmarsch im MQ mit e-bikes und segways und in der Lindengasse 40 vor Ihrem Clublokal stehen vier Klein-LKWs in zweiter Spur, vor Garageneinfahrten, auf Behindertenparkplätzen und werden von den Grünlichen lautstark be- und entladen - und das täglich, teilweise bis 3.00 Uhr morgens.
Die fahren doch nur vor der Wahl medienaufmerksam mit dem Fahrrad, dort wo es Fotoreporter gibt.

Kahless
15
...

Jetzt bitte net beleidigt sein ! Glauben Sie wiklich, dass die Günen wirklich so öko sind, wie sie sich gern präsentieren ?!?! Na sicher fahren sie Fahrrad, wo Kameras sind - na sicher fahren sie mit den großen Autos, wo keine Kameras sind ! Die Grünen gehören ebenso schon zum Polit-Establishment wie die "alten" Parteien. Nur sie wollen's einfach net zugeben ! Im Grunde genommen is die Eva genauso geil auf Amterl wie alle anderen Politiker auch !

mother miles
19
diesmal mussi leider wirklich die kummerln wähln...

...und außerdem habe mit einem freund einen schriftlichen vertrag abgeschlossen, daß er mich, falls ich jemals auf einem segway herumzufahren mich entblöde, schnell und schmerzlos tötet.

Karin Lehmann
 
30
Genügt ein "Hoppauf" um Wähler zu gewinnen?

ich warte immer noch auf die drei bis fünf konkreten substanziellen Aussagen, was Grün für Wien will - das Budget ist knapp, die Zeit ist kurz, das wählende Publikum ist lernfaul... die Zielformulierung einer rot-grün-Koalition allein scheint mir zu dünn.

Andreas Mittermayer
00
7.10.2010, 22:41
Vielleicht finden Sie hier Ihre Antworten:

.
http://wien.gruene.at/themen

Stirnrunzel .
 
111

es wird zeit für einen paradigmenwechsel. die grünen sind zu einer typischen establishment-partei geworden. wo ist der aktionismus-geist, wo überhaupt das engagement für ziele abseits des politischen mainstream-eintopfs?

es wird zeit, dass man dem establishment zeigt, wo der pfeffer wächst. kleinparteien gibt es genug:
DEM/MUT/CPÖ/.....

e.ass
12
aktionismusgeist?

ist eh voll da. sie hüpfen schreiend und lachend herum.
aus verzweiflung?

Pol e Mike
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Jaja, voll fertig, die GrünInnen....

...obs wohl 5% schaffen werden?

Tom93
42
wenn die schwarz-grünen auf einmal ihre liebe zur spö entdecken...

...dann ist das einzig auf die ämtergier einer völlig entpolitiserten lebenstil- und bürgerlichen statuspartei zurückzuführen. nachdem van der bellen selber 2006 und 2008 seine präferenzen für die övp klar gemacht hat, soll ausgerechnet der schwarz-grün-opa und schüssel-adorant jetzt für den "rot-grünen" richtungswechsel stehen?

die grünen koalieren auf allen ebenen mit der övp, in stadt (bregenz, graz, neunkirchen sogar mit fpö!) und land (oö). denen stehen sie einfach soziologisch, kulturell und immer mehr auch politisch näher. das rot-grün-geheuchel ist nur auf wien beschränkt, weils dort für eine mehrheit mit der övp nicht reicht.

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