Glücksspiel

Jeder Süchtige belastet zehn andere

07. September 2010 08:49
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    Foto: apa/bernd thissen

    Roulette: Sucht geht auf Kosten der Familie

Glücksspielsüchtige verstecken ihre Abhängigkeit mit notorischen Lügen - Entlastungstraining soll Position der Angehörigen stärken

 (Foto: pixelio.de/Hannmann)

München - Menschen, die von Spielsucht betroffen sind, haben nicht nur selbst ein Problem. Auch ihr Umfeld leidet an den negativen Folgen der Abhängigkeit. Das berichtet Andreas Czerny, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht. "Hinter jedem süchtigen Glücksspieler stehen zehn bis 15 Angehörige, die mitbelastet werden. In der Regel sind das Partner, Geschwister, Kinder und Eltern. Die Situation löst auch bei ihnen oft psychische Leiden aus und erfordert Hilfe von Außen", so der Experte.

Sucht als Geliebte

Da Glücksspielsüchtige meist Männer sind, betrifft das Angehörigen-Problem vor allem die Ehefrauen. "Glücksspielsüchtige lügen und tarnen ihre Abhängigkeit geschickt, kommen regelmäßig später nach Hause als angekündigt und verlieren stets Geld am Konto. Die Frauen mutmaßen in Folge oft, ihr Mann habe eine Geliebte und werden oft erst sehr spät auf die Sucht aufmerksam", erklärt Czerny. Die meisten Beziehungen bei Glücksspielsucht sind schon deshalb sehr belastet, zudem steht oft das Haushaltseinkommen am Spiel. "Bei Gütergemeinschaft in der Ehe haften Frauen für Schulden mit", warnt der Experte.

Aus systemischer Sicht bezeichnet es Czerny als sinnvoll, die Position von Angehörigen zu stärken. "Den Ehefrauen von Süchtigen hilft es besonders, wenn man sie in ihrer Autonomie unterstützt. Es geht darum, auf die eigene Psychohygiene zu achten und sich emotional vom Partner zu lösen." Dieser Druck helfe im besten Fall auch dem süchtigen Partner, sein Verhalten zu erkennen oder es zu ändern.

Niemand kennt Glücksspielsucht

Hilfe in dieser Form liefert das Pilotprojekt ETAPPE (Entlastungstraining für Angehörige pathologischer und problematischer Glücksspieler-psychoedukativ), das derzeit in vier deutschen Städten startet. "In Gruppenabenden wird der Umgang mit den Betroffenen und deren Rückfällen thematisiert, sowie Wissen über Möglichkeiten der Behandlung sowie des finanziellen und rechtlichen Schutzes vor dem Spiel vermittelt", so Czerny. Diese Informationen seien wichtig, denn noch kaum jemand kenne das Phänomen Glücksspielsucht näher.

Casinos in die Pflicht nehmen

Ein neues Schweizer Konzept konzentriert sich auf die Arbeit der Präventionsfachstellen. Es soll die Schweizer Casinos stärker in die Pflicht nehmen, da dort problematische Spieler am einfachsten zu erkennen und zu erreichen sind. Weit schwieriger ist hingegen der Zugang bei der steigenden Zahl von Internet-Zockern, berichtet die Organisation Sucht Info Schweiz http://www.sucht-info.ch. Laut ihren Zahlen spielen 120.000 Schweizer exzessiv, wovon jeder Vierte spielsüchtig und der Rest davon gefährdet ist. Weder Ausbildung noch Einkommen schützen davor, so die Experten. (pte)

Informationen zur Glücksspielsucht: Verspiel nicht Dein Leben

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24 Postings
aber sicher
 
08.09.2010 09:44

und wo bleibt das posting mit dem vergleich raucher-mitraucher, nikotin=suchtgift etc...?

notanaddict
08.09.2010 08:54

Was ist das eigentlich für eine Gesetzeslage - der Ehepartner haftet bei solchen Schulden mit? Auch wenn er nichts davon wusste, und nicht einverstanden war/ist/wäre??

trollvottel
08.09.2010 10:39

Naja, man heiratet am besten jemanden, dem man vertraut.

Slaveverwandler
02.12.2010 22:26

(ist das schwarzer Humor?)

notanaddict
08.09.2010 11:08

Wenn alle wüssten, was in ihren Ehen dann passiert und sich verändert, dann würden weit weniger Ehen geschlossen, nicht?

Bekka
 
07.09.2010 17:00
die novomatic gehört genauso geächtet

wie ein heroindealer. ist auch nichts anderes. nur, dass sie auch noch politiker bestechen.

ein unternehmen auf das wir stolz sein können.

Franz Mukal
07.09.2010 20:12
ja der Kulturverfall geht schon sehr weit,

unlängst höre ich bei einem Bekannten in Ö1:

"die kommende Sendung widmet Ihnen Novomatic"

Oscar W
07.09.2010 13:24
Ja ja spielen ist pöse pöse

weil die armen spielsüchtigen alles verlieren. und da die pöse pöse övp dahinter steht ist es noch pöser

aber wenn man leute bei gewissen orten das rauchen untersagen will, ist das ein angriff auf ihre persönliche freiheit, und das forum hier dreht durch. da kommen kommentare wie: die leute sollen dann einfach gehen wenn sie den rauch nicht mögen.

ist lustig zu sehen wie scheinheilig die user hier sind. einfach zum k*****

so is des nämlich
07.09.2010 17:30
Themenverfehlung - Danke, setzen

wo sind die kekse?
07.09.2010 19:40

wieso setzen?

Lichtfreak
08.09.2010 09:12

Könnte umfallen und sich weh tun dabei!

springflower
07.09.2010 13:36
Kann es sein, dass dir beim Spiel ein paar

Gehirnzellen eingegangen sind?

TSMOE
07.09.2010 13:08

Sehr schick in diesem Zusammenhang ist die Win2day-Werbung am Seitenrand =)

SalveJulius
 
07.09.2010 23:41
Nun,...

Wie bei vielen Dingen , die Suchtpotential besitzen, kommt es aber immer drauf an, wie man gesellschaftlich damit umgeht - Spielerschutz, Selbstkontrolle, Suchtprävention und - hilfe; alles muss transparent behandelt werden und win2day hat im Vergleich zu anderen Anbietern des Glücksspiels auch solche Punkte auf der Homepage. Ich glaube hier geht es mehr um die Spielautomaten in Wettbüros und Konsorten und um die abwesende Zeit von der Familie als um ein die Lotto- Pokerspieler.

Gisewil
07.09.2010 12:10

Wenn man aus nächster Nähe erlebt, wie sich eine Mutter von 4 aus Scham über ihre Spielsucht das Leben nimmt kann man nur mehr Verachtung für die
Profiteure des Glückspielunwesens haben egal ob es sich um ehemalige Finanzminister, Kommissare etc. handelt.

hed
08.09.2010 10:06
es wird niemand dazu gezwungen

zu spielen (gilt auch für rauchen, trinken, usw.)

Tethys
08.09.2010 12:46

Suchtverhalten ist Zwang. Man wird von der eigenen Sucht gezwungen.

hed
09.09.2010 13:10
ja, das habe ich meiner frau nach seitensprung nummer 10 auch versucht zu erklären ;-)

gibt es ein gesetz, dass sie dazu verpflichtet jemals in ihrem leben eine spielhalle zu betreten? so gut muss ich mich selbst schon kennen, um einschätzen zu können, was ich tun kann und was nicht.

ansonsten führt wohl kein weg an der entmündigung vorbei

hitchy
07.09.2010 19:12
Verachten...

sie auch Winzer?

Oder haben sie noch keine Tragödien in Bezug auf Alkohol aus nächster Nähe erlebt?

springflower
07.09.2010 11:30
Und obwohl man das weiß, ist es viiiiiiel wichtiger

dass da Unternehmen sind, die einen Umsatz vorzuweisen haben und vielleicht sogar den einen oder anderen Arbeitsplatz schaffen. In so einem Fall braucht man sich dann über die unzähligen Suchtopfer und die leidenden Familien der Suchtopfer nicht mehr weiter zu kümmern! Ja, die Welt des Pröll-Seppi ist eben voller Erfolgsmenschen und glücklicher Gewinner. Die statistische Zahl für die dabei durch den Rost Gefallenen ist ja vergleichsweise zu vernachlässigen, nicht wahr?

Durch Fernsehen deppert wur'n
07.09.2010 17:28
Man wird noch draufkommen,

dass diejenigen, die man heute als "Leistungsträger" hoffiert, die größten Destruktivisten für unsere Gesellschaft sind.
Das Tragische ist, dass der Kommerzministrant Pröll zumindest einigen Pensionisten immer noch vormacht, dass wir auf die alte Koffertour weitermachen könnten.

Durch Fernsehen deppert wur'n
07.09.2010 09:42
Aus diesem Grund wird der Spielhöllen-Protagonist Novomatik auch von der ÖVP gefördert.

phiwas
07.09.2010 10:21

anscheinend ist die gesamte österreichische politik von novomatic-"sympathisanten" unterwandert!
http://de.wikipedia.org/wiki/Novomatic

Durch Fernsehen deppert wur'n
07.09.2010 12:19

Grasser sprach von "hochqualitativen österreichischen Anbietern" im Glücksspielbereich, zu deren Förderung er Gesetze veranlasste.

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