Achtelfinale

Starker Melzer unterliegt Federer

07. September 2010 05:02

Im Achtelfinale von New York war für den Österreicher Endstation, die Niederlage spielte sich aber auf hohem Niveau ab

New York - Jürgen Melzer ist besser als er glaubt. Vor dem vierten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York hatte er im STANDARD-Interview verlautet, dass ein gesunder und motivierter Roger Federer für ihn unerreichbar wäre. Nun, der Schweizer war in der Nacht auf Dienstag sowohl gesund als auch motiviert, unerreichbar schien er für den Österreicher im Achtelfinale trotz einer 3:6, 6:7 und 3:6-Niederlage nicht.

Starker zweiter Satz...

Den ersten Satz gewann der fünffache US-Open-Sieger noch flott in 27 Minuten, da Melzer zu Beginn der Partie Probleme mit seinem ersten Service hatte, zwei Mal seinen Aufschlag verlor und ihm nur ein Rebreak gelang, im zweiten Satz sahen die Zuseher am Court Arthur Ashe aber bereits ein Match auf Augenhöhe: anders als in Wimbledon, als Federer gegen Melzer nie ernsthaft in Gefahr geriet, konnte der Niederösterreicher seinen Gegner diesmal immer wieder mit sehenswerten Punkten ausspielen. Sein Stopp mag auf der Tour zwar bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, Melzer spielt ihn aber derart ansatzlos, dass selbst Alleskönner wie Federer meist das Nachsehen haben.

...ging mit Pech verloren

Warum Melzer den zweiten Satz dennoch im Tiebreak verlor, ist leicht erklärt: Pech. Zwei Netzroller von Federer gaben letztlich den Ausschlag. Zuvor hatte der Schweizer in diesem Satz keinen Breakball herausspielen können, musste aber sehr wohl zwei Stück hiervon abwehren.

Chancen blieben ungenutzt

Melzer ließ dennoch nicht locker, ging im dritten Satz mit einem Break 1:0 in Führung, gab aber postwendend seinen Aufschlag ab. Auch nach einem weiteren Aufschlagverlust zum 2:4 gab sich der als Nummer 13 gesetzte Österreicher noch nicht geschlagen, hatte Chancen den Rückstand noch einmal wett zu machen, die sogenannten Big Points gingen aber fortan an den Schweizer - Melzer konnte in diesem letzten Satz lediglich einen von acht Breakbällen nutzen. Nach zwei Stunden und drei Minuten verwandelte die Nummer 2 der Welt den ersten Matchball.

"Er ist ein großartiger "shot maker". Er trifft immer ein paar wirklich gute, gefährliche Schläge. Es gibt auch nicht viele Burschen da draußen, die aus einem ersten Aufschlag so einen Return rausholen können", meinte Federer nach seinem vierten Sieg ohne Satzverlust bei diesen US Open. "Es war schwer heute. Jürgen ist ein guter Spieler, hat großartiges Potenzial. Für ihn ist es auch wichtig, dass er so etwas konstant Woche für Woche bringt, was nicht leicht ist. Aber es scheint, als hätte er den Dreh heraußen, fand Federer lobende Worte.

Federer: "Ich hatte wirklich Glück"

Und zum Tiebreak meinte der Schweizer: "Ich hatte wirklich Glück. Vielleicht hätte ich den Tiebreak sowieso gewonnen, aber so ist es eben. Ich habe seine große Frustration nach den zwei Netzrollern und dem 'overrule', das mir einen neuerlichen ersten Aufschlag gegeben hat und ich dann einen Servicewinner bekam, gesehen." Danach habe er Melzer mit drei unrein getroffenen Schlägen gebreakt. "Das waren gute zehn Minuten für mich", gestand Federer.

"Es ist sicherlich die schönste Tennisbühne der Welt. So eine Atmosphäre ist einzigartig. Die Night Session hier in New York ist, glaube ich, der Traum eines jeden Tennis-Spielers", war Melzer angetan. "Wenn man hier auch noch so gut spielt, wie ich das heute gemacht habe... leider mit dem falschen Ergebnis, aber ich hoffe, dass es nicht die letzte Partie auf diesem Platz war."

Für Melzer überwog trotzdem eindeutig die Enttäuschung. "Ich habe das Gefühl gehabt, ich war so knapp dran, das Match mehr als nur offen zu gestalten." Dass er bei den Majors in Paris, Wimbledon und den US Open erst an Nadal und zwei Mal Federer gescheitert ist, gibt Hoffnung auf mehr. "Es ist ein bisschen schade, dass ich jetzt in Wimbledon und hier gleich in den Roger reinrenne. Es ist zwar schön, die Setzung so hoch zu haben, aber es gibt ja auch noch andere."

Federer gegen Söderling

Federer trifft nun im Viertelfinale auf den als Nummer sechs gesetzten Schweden Robin Söderling, der den Spanier Albert Montanes mit 4:6, 6:3, 6:2 und 6:3 bezwang. (pb/APA; derStandard.at; 7. September 2010)

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Gasquet
09.09.2010 20:50

also wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe...
müsste melzer nach dieser woche auf platz 13 gelandet sein AUßER wawrinka kommt mind. ins finale

gratulation!

Lionel Messi
08.09.2010 00:44
nadal so gut wie im finale bei der auslosung

seinen karriere slam kann wohl nur roger verhindern - wäre die perfekte revanche für die vielen finalniederlagen. wenn's jedoch schiefgeht, sollte der fedex wohl mit psychologischem beistand versuchen die nadalblockade abzulegen:-). aber noch sind beide nicht im finale. man kann sich so ein finale nur wünschen

Polk Salad
08.09.2010 08:02
Klare Sache

Spannend sind Spiele, bei denen man vorher noch nicht sicher weiß, wer gewinnt. Nadals Spiele sind in diesem Sinn ziemlich fad, weil seine Überlegenheit so erdrückend ist - das muss auch jemand wie ich zugeben, der kein Nadal-Fan ist. Spannend werden die weiteren Spiele in der unteren Hälfte: z.B. Federer gegen Söderling, der Ausgang dieses Matches ist offen. Der Weg Nadals zum Finale (und zum Titel) wird wohl weiter recht einseitig verlaufen, fürchte ich...

Die Koffeintherapie für das Nasenhaar ab 40
07.09.2010 20:18

Q. You're wearing the cap of the Chicago Bulls. Are you a fan of this team?

JURGEN MELZER: No.

:-)

ministry of silly walks
07.09.2010 19:00

War ein feines Spiel aber man hat gesehen wenn Federer einen Zahn zugelegt hat war nicht viel zu holen für Melzer.

Interista81
07.09.2010 17:34
echt schade

wenn man sich den Raster und einige der gestrigen 1/8-Finale so ansieht, hätte er wohl wirklich in anderen Bereichen des draws einiges mehr erreichen können, aber gegen Federer war's halt einfach zu viel ...

auch golf ist letztlich überschätzt
07.09.2010 18:36

für den durchschnittlichen tennisprofi ist es bei majors halt so, daß er gg. federer, nadal oder früher ausscheidet...
wawrinka wird dieses schicksal auch ereilen...

MarcoMadre
07.09.2010 18:50
alles zwischen top 10 und top 20 ist für dich durchschnittlich?

wow, du legst die latte aber hoch! wenn du für dich ähnlich abitionierte ziele hast, dann wünsch ich dir viel glück!

auch golf ist letztlich überschätzt
07.09.2010 19:43

"der durschnittliche profi" ist nicht dasselbe wie "ein durchschnittlicher profi"

Average Everyday Normal Guy
07.09.2010 18:47

ja, aber melzer ist schon im 8elfinale auf federer gestoßen. wäre schön, wenn es erst im viertel/hf passiert wäre.
dabei ist melzer um einiges besser platziert als wawrinka

Roland Garros
07.09.2010 22:11

wawrinka bekam in der 3. runde murray - auch nicht gerade ein freilos!

Average Everyday Normal Guy
08.09.2010 00:26

ja, aber nadal und federer sind für mich einfach noch eine ganze klasse besser. bei allen anderen hat melzer relativ gute chancen. schon im 8lfinale auf einen der beiden zu treffen, ist pech.
wie weit melzer kommen kann, wenn er nicht früh auf diese beiden horrorgegner trifft, hat man in paris gesehen - halbfinale! in paris! auf sand! nicht gerade der lieblingsbelag des jürgen, was das ganze noch bekräftigt.

auch golf ist letztlich überschätzt
07.09.2010 20:22

aber ich weiß, was du meinst, eine runde später hätte es durchaus sein können, mit etwas mehr losglück...

auch golf ist letztlich überschätzt
07.09.2010 19:40

in paris war es halt das halbfinale, aber dazu musste er auch immerhin einen djoker wegräumen

FinalDestinati0n
07.09.2010 16:55

Gutes Spiel von J-Mel, hat R-Fed ein paar wirklich schoene Returns vor'n Latz geknallt, Stops waren teilweise grandios teilweise miserabel gespielt (vom Zeitpunkt).

Woran er noch arbeiten muss sind die longlines und dass er die Big Points verwertet, aber natuerlich war auch einiges an Pech dabei.

R-Fed solide wie immer, wenn auch mit ein paar Fehlern mehr als man von ihm gewohnt ist.

Vl. flieg' ich rueber an die Ostkueste und schau mir das Finale an ;)

globetrottel
07.09.2010 17:33

Danke für diesen perfekten Kommentar, F-Dest !

The Man from Earth
07.09.2010 19:22
XD ...der war aber bös - und gut!

Fritze Flink
07.09.2010 16:04
super gespielt!

bin in der nacht aufgestanden, was ich seit musters zeiten nicht mehr gemacht habe. war wirklich ein gutes spiel von melzer, hätte auch anders ausgehen können. das aufstehen in der früh war dann nicht so prickelnd.

Average Everyday Normal Guy
07.09.2010 15:22

auslosungspech. wie schon in wimbledon. wawrinka, nummer 27 der welt, hat zum beispiel gegen murray gespielt. auch kein schlechter, aber gegen federer...

meeelzeeeer
07.09.2010 14:47
frage

soll er gegen federer die bälle nir rein
spielen??? er muss bei so einem match
riskieren, das da unforced errors
kommen ist klar! besser stolz sein auf
das was jürgen dieses jahr erreicht hat
und selbst mal diese leistung bringen,
dann kann man urteilen! danke jürgen!

rioja
07.09.2010 15:03

vorallem wenn er in dieser liga mitspielen will, muss sich melzer auch kritik gefallen lassen.. ist gut so das er mit dem ergebnis nicht zufrieden ist!
nicht so wie die kicker.. die einem 0:0 gegen die färöer inseln was positives abgewinnen..

stiefelknecht
07.09.2010 15:00

blödsinn.
wenn er mal weiterkommen will, muss er bei sich selber anfangen.. so jung ist er auch nicht mehr! und bei einem federer oder nadal darf man sich solche schnitzer eben nicht erlauben.. was bringt ein guter zweiter, der dann aber trotzdem verloren ging? ist ja nicht so das er keine chance gehabt hätte.. meiner meinung nach einfach zu viele fehler und nicht abgebrüht genug

so go
07.09.2010 15:49

ich glaube dass jürgen deswegen auch so sauer war. er hatte die richtige form, die richtige einstellung und die richtige taktik und konnte roger dennoch nicht "ernsthaft" (satzgewinn) gefährden.

er kann nun stolz auf das erreichte sein, oder noch mehr wollen...

rioja
07.09.2010 14:23

nicht nur die zwei netzroller.. die unforced errors bei melzer waren auf dem niveau auch eine spur zuviel des guten.. aber gut wenn man so aggressiv spielt .. der roger hatte im zweiten auch genug dabei

waunsinn
07.09.2010 14:20
Ticker-Kommentator: Uwe Toebe, sportal.de

"Eine einseitige Partie endet nach gerade einmal 84 Minuten. Melzer war ohne jede Chance gegen einen blenden aufspielenden Roger Federer, der damit das Viertelfinale erreicht hat."

Wie sich doch Einschätzungen mit und ohne rot-weiß-rote Brille unterscheiden können...

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