Schadenersatz für Lanzinger

06. September 2010 23:05

Zweieinhalb Jahre nach Amputation stellte Norwegische Patienten-Schadenskasse "Ver­säumnis bei Erbringung einer Hilfeleistung" fest

Oslo - Der ehemalige Skirennläufer Matthias Lanzinger hat zweieinhalb Jahre nach seinem folgenschweren Sturz beim Weltcup-Super-G in Kvitfjell von der zuständigen Gesundheitsbehörde in Norwegen das Recht auf Schadenersatz für die anschließende Beinamputation zugesprochen erhalten. Laut einem Bericht des Senders NRK vom Montagabend stellte die staatliche Norwegische Patienten-Schadenskasse "Versäumnis bei der Erbringung einer Hilfeleistung" nach dem Unfall fest.

Der norwegische Rechtsanwalt Lanzingers, Christian Lundin, sagte gegenüber NRK, die Klärung der Frage, ob er eine fachgerechte und ausreichende Versorgung nach dem Unfall in Norwegen erhalten habe, sei für seinen Mandanten "wichtig" gewesen. Lanzinger habe "die ganze Zeit" die Meinung vertreten, dass dies nicht der Fall war.

Österreichische Ärzte hatten seinerzeit die Vorgangsweise der norwegischen Retter nach dem Unfall kritisiert. Lanzinger war zuerst mit dem Akja ins Tal gebracht worden. Anschließend wurde der schwer verletzte Rennläufer mit einem Hubschrauber zuerst ins Spital nach Lillehammer und dann erst ins Universitätskrankenhaus Ulleval in Oslo geflogen worden. Dabei ging vermutlich jene Zeit verloren, die zwei Tage nach dem Sturz die Amputation von Lanzingers linkem Unterschenkel notwendig machte.(APA)

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12 Postings
rank7
07.03.2011 19:03
nicht "vermutlich", sondern "möglicherweise"

Dass Lanzinger damals eine skandalös schlechte Betreuung gehabt hat, was den Transport betrifft, ist wohl überhaupt keine Frage, insofern ist es nur richtig, wenn da, spät aber doch, ein Versagen eingestanden wird, das freut mich auch für ihn.
Was die Amputation betrifft, ist es aber, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, damals unter Ärzten immer als unentscheidbar besprochen worden, ob man sie durch einen rascheren Transport hätte verhindern können, da die Schwere der Gefäßverletzungen doch erheblich war.

Gerhard Fink
 
17.12.2010 11:34
... bei uns wär auch der Heli in 0 komma nix da ...

... vielleicht hätt er das Bein noch, dann bräuchts auch kan Schadenersatz

Carmagnole
28.09.2010 22:02
Zu dieser Feststellung

wäre es in Österreich zugunsten eines norwegischen Skirennläufers NIE gekommen. Siehe Kaprun!

Kontrahent1
20.01.2011 13:05
Vor allem weil in Österreich

bei riskanten Rennen alle Rettungsmöglichkeiten bereit stehen, inkl. Alarmstufe im nächsten Spital. In Kaprun gabs nach Jahren des störungsfreien Betriebs der Bahn keinen Grund, spezielle Sicherheitsmaßnahmen bereitszustellen.

Carmagnole
20.01.2011 16:56
Ihr 2. Satz ist wahnwitzig!

Sicherheitsmaßnahmen gehören IMMER bereitgestellt, natürlich in der Hoffnung, dass sie nie zum Einsatz kommen müssen!

In Kaprun hatten die Opfer allerdings so oder so kaum eine Überlebenschance. Dort hatte man offensichtlich sogar spezielle Gefahrenmaßnahmen gesetzt (siehe z.B. das verbotene Heissluftgerät, etc.).

Kontrahent1
21.01.2011 10:56
Haben Sie z.B.

einen Feuerlöscher im Auto? (Ist gerade das erste, was mir einfällt).

Carmagnole
25.01.2011 17:59
Die Frage stellt sich nicht.

Ich bin Rad- und Bimfahrer.

Ronald Tekener
29.09.2010 15:38

Wäre es vermutlich schon.

Ist es wirklich so schwer zu akzeptieren, dass an einer Katastrophe wie Kaprun keiner die absolute Schuld trägt und durch eine Verkettung von mehreren unglücklichen Umständen alles passiert ist?

Lagavulin
20.01.2011 17:05
Eine Nation schließt die Reihen!

Is.no.gud
27.12.2010 15:01
Is.no.gud
27.12.2010 15:00
Ist das Ihr ernst??

Kaprun war eine verkettung? Lesen sie doch mal die ausgabe des spiegel über Kaprun.
Ein Heizlüfter der manipuliert wurde und das falsche öl, vor dem der hersteller schon gewarnt hatte. Türen die sich nicht öffnen liessen ... usw....
Aber wer soll wen verurteilen, wenn das alles "gute freunde" sind?

Carmagnole
29.09.2010 18:09
Ja,

das ist sehr schwer zu akzeptieren. Allein die hirnrissige Verwendung des Heizgeräts in der Fahrerkabine hätte Verantwortlichkeit mit sich ziehen müssen.

Bei den Kaprun-Ermittlungen hat die Staatsraison hineingepfuscht.

Auch das, was Lanzinger in Norwegen passiert ist, wäre in Österreich zu "einer Verkettung von mehreren unglücklichen Umständen" verkommen, keine Frage!

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