Skylink-Debakel

Flughafen-Vorstand droht Abflug

06. September 2010 18:06
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    Foto: standard/matthias cremer

    Im Flughafen-Aufsichtsrat wird der Abflug des Vorstands vorbereitet. Wer ankommt, bestimmen die Wiener Wahlen mit.

Das Skylink-Debakel könnte den gesamten Flughafen-Vorstand den Job kosten, der Rechnungshof-Rohbericht beflügelt diesbezügliche Ambitionen

Das Skylink-Debakel könnte den gesamten Flughafen-Vorstand den Job kosten. Der Rechnungshof-Rohbericht beflügelt diesbezügliche Ambitionen des Aufsichtsrats. Der Vorstand sei "unfähig" gewesen.

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Wien - Der Rohbericht des Rechnungshofs zum Skylink am Wiener Flughafen löst erwartungsgemäß hektische Betriebsamkeit aus. Hinter den Kulissen, davor gibt man sich geduldig.

Die Landeschefs Erwin Pröll (Niederösterreich; ÖVP) und Michael Häupl (Wien; SPÖ) wollen den Rohbericht über den Flughafen-Terminal, dessen Kosten von 560 auf mehr als 830 Mio. Euro auf explodiert sind, weder veröffentlichen noch kommentieren. Häupl betont, bei "Fehlhandlungen" werde man Konsequenzen setzen, Pröll will keinen "Hüftschuss" abgeben, man werde sich genau mit dem Bericht auseinander setzen. Die Opposition kritisiert die Diskretion, Grünen-Stadtrat David Ellensohn forderte Häupl auf, den Rohbericht dem Stadtsenat "umgehend zur Verfügung zu stellen" , Häupl habe nur das Ziel, den Rohbericht erst nach der Wien-Wahl öffentlich werden zu lassen.

Der Vorstand der Flughafen AG (je 20 Prozent halten Land Wien und Niederösterreich) hat nun einen Monat Zeit, dem Rechnungshof (RH) seine Stellungnahme zu dem rund 350-seitigen Rohbericht zukommen zu lassen. Der Aufsichtsrat der Flughafen AG unter Führung von Anwalt Christian Herbst (ÖVP-nah; seine Stellvertreter sind die roten Ex-Banker Alfred Reiter und Karl Samstag) wartet nicht so lange zu. Der Austausch aller Vorstandsmitglieder wird immer wahrscheinlicher.

Am Freitag müssen die Flughafen-Chefs Herbert Kaufmann (rot), Ernest Gabmann (schwarz) und Gerhard Schmid (rot) den Kontrolloren zunächst einmal Rede und Antwort stehen. Laut einem Aufsichtsratsmitglied, das den "penibel recherchierten" RH-Bericht schlicht "vernichtend" nennt, soll danach alles schnell gehen.

Innerhalb von ein bis zwei Wochen werden man über personelle Konsequenzen entscheiden. Denn der Rohbericht zeige, wie "unfähig der Vorstand beim Skylink" vorgegangen sei.

Die Kritikpunkte der Prüfer reichen, wie berichtet, von schlechter Vorbereitung, unkontrollierter Planung bis hin zum Ignorieren von Warnungen. Zudem soll das Management schon vor dem Spatenstich 2005 von Planungsproblemen bei der Haustechnik gewusst haben. Doch statt mit dem Baubeginn zuzuwarten, habe der Flughafen (damals war auch Christian Domany im Team) die Haustechnik einer Arbeitsgemeinschaft übergeben, worin der RH laut Kurier einen "schweren Fehler" sieht. Laut Flughafen-Chef Kaufmann habe man aber die "die besten Experten der Baubranche ins Projekt geholt" .

"Kahlschlag" im Vorstand

Im Aufsichtsrat wird trotzdem schon von der völligen Neubesetzung des Vorstands gesprochen, "ich wäre für einen Kahlschlag" , sagt ein Beteiligter unromantisch. Hinter Kaufmann steht außer der Wand schon länger niemand mehr, laut Involvierten sei es "nur eine Frage der Zeit, bis Schmid die Unterstützung der Stadt Wien verliert. Und wenn Schmid geht, geht Gabmann auch" , heißt es.

Die Personalia für danach werden in den politischen Gremien von Wien und Niederösterreich längst verhandelt; von essentieller Bedeutung wird der Ausgang der Wiener Wahl sein. Sollte die SPÖ die Absolute verlieren, könnte die jetzige Vize-Bürgermeisterin und Finanzstadträtin Renate Brauner an der Flughafen-Spitze landen, aber auch Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker wird als Vorstandsmitglied gehandelt. (gra, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 61
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MAXIMA
07.09.2010 15:36
Die Liste der Vorstandsrochaden ist endlos...

.... ÖIAG, ÖBB, AUA, Asfinag, Flughafen Wien.... eine vorzeitige Auflösung von Vorstandsverträgen, um wieder eine politische Neubesetzung unterzubringen, ist Korruption. Die Kandidatin Brauner wartet schon auf den Flughafenvorstandsposten, ihre Voraussetzung: 30 Jahre SPÖ-Erfahrung. Es lebe die Bananenrepublik!

Chocoholic
07.09.2010 14:53
Spaete Genugtuung, die beim letzten Mal vom Vorstand ohne mit der Wimper zu zucken vors Schaffott geliefert wurden...

rumpelstelzchen
07.09.2010 14:25

ob da was besseres nachkommt?

Opus 25
07.09.2010 13:31
Habe diesen Artikel ...

... gerade im offline-Standard gelesen und habe mich ob des Satzes

"Sollte die SPÖ die Absolute verlieren, könnte die jetzige Vize-Bürgermeisterin und Finanzstadträtin Renate Brauner an der Flughafen-Spitze landen, aber auch Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker wird als Vorstandsmitglied gehandelt."

schon auf die Postings gefreut. Also Burschen und Mädels gebt's bitte no a bisserl Gas. Da muss doch mehr drin sein!

Knochenmann
07.09.2010 12:30

Go Rechnungshof!

Steinbock1959
07.09.2010 12:02

Rausschmeißen die ganzen politischen Günstlinge! Solange die im Spiel sind, geht das ja immer so aus.

elchtester
07.09.2010 12:01

"Sollte die SPÖ die Absolute verlieren, könnte die jetzige Vize-Bürgermeisterin und Finanzstadträtin Renate Brauner an der Flughafen-Spitze landen, aber auch Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker wird als Vorstandsmitglied gehandelt."

bei verfügen natürlich über jahrelange erfahrung im topmanagement von unternehmen dieser grössenordnung und sind für diese position keinesfalls aufgrund ihrer parteibonzenkarriere vorgesehen, das erfolgskonzept der ÖBB wird fortgesetzt.

frage: is jetzt die SPÖ oder das land wien beteiligt an der AG? oder: wie präpotent kann der adipöse alkoholiker noch werden?

Alpha Centaurus
07.09.2010 11:49
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...

Die Besetzung des Vorstandes hängt vom Ausgang der Wahl ab!!! - es wär zum Lachen, wär's nicht so traurig.

DER BUKARESTER
07.09.2010 11:22
Raus mit der Wahrheit!!!!

Vor der Wienwahl!!! Das ist doch eine Frechheit, dass da der Blade und sein Team verschont werden!

WFL1
07.09.2010 11:12
die wahren Verantwortlichen sind Pröll + Häupl

Die wahren Verantwortlichen für dieses Milliardendebakel sind die Herren Erwin Pröll und Michael Häupl. Denn diese haben - mittels eines
inferioren "Aufsichtsrates" - den Flughafenvorstand mit zwei roten und einem schwarzen Parteisoldaten bestückt ("culpa in eligendo"). Aber wetten, die drei Parteisoldaten werden als Bauernopfer in die (hochbezahlte) Pension geschickt werden, und die Herren Pröll + Häupl werden ungeschoren davon kommen. Die Medieneinheitsfront wird es nicht wagen, die beiden SPÖVP-Capos zu kritisieren.
(Der ORF schon gar nicht.)

leo lander
07.09.2010 11:09
und der flotten ÖVP Günstling Domany

der vertschüsst wurde, der geht ohne Schmalz aus?

pawel lewap
07.09.2010 11:05
ach wie oft..

haben wir solche und aehnliche artikel schon gelesen - gääähhhn! nix wird passieren, keiner muss was zurueckbezahlen, keiner kommt vor den richter und ein neuer besen wird den alten staub kehren.

josefa maier449
07.09.2010 10:58
...könnte den gesamten Flughafen-Vorstand den Job kosten...

das ist ja wohl das Mindeste. Zahlen die auch retour was sie beiseite gelegt haben?

gege80
07.09.2010 11:17

Träumen sie nicht, es wäre schon ein Fortschritt wenn die keine Millionenabfertigung bekommen.

Chocoholic
07.09.2010 14:57
Na, was glauben Sie, wie der Vorstand verschwinden wird.

NUR mit Handshake. Und ausschliesslich, weil der Skandal offensichtlich so gross ist, dass sich das keiner leisten kann, es wirklich aufzudecken. So gibt es ein paar Opfer und basta.
Nach den Erfahrungen beim letzten Debakel und wie das die Opferlaemmer vorgefuehrt wurden, da ist es kein Wunder, dass sich hier diesmal niemand mehr so weit aus dem Fenster gelehnt hat und irgendeine Arbeit geleistet hat, sohin auch nicht als Buhmann dargestellt werden kann....

der tueftler
07.09.2010 10:54
der alte proporz...

... hatte schon sein gutes! jeder wichtige job (oder den man für wichtig hielt...) wurde dreifach besetzt:
ein roter, ein schwarzer und einer, der was kann. aus kostengründen hat man den dritten eingespart....

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
07.09.2010 09:50

Neben dem Kahlschlag wären Klagen gegen diesen "Vorstand" angebracht.

didi111
07.09.2010 09:33
Wolfgang SOBOTKA for president!!

Am Traisenstrand scheint wirklich nichts unmöglich zu sein.

Der gute Sobotka dürfte mit seiner Tätigkeit als Finanz- und Gesundheitslandesrat echt nicht ausgelastet zu sein. Vom LH-Stellvertreter reden wir erst einmal gar nicht.

Sobotka hat mit sich noch viel vor.

Als nächtes lässt er sich zum nö. ÖAAB-Chef wählen
und folgt dort Spindelegger.

http://www.noen.at/redaktion... 24&cat=763

Da kann er unter anderem sein Fachwissen in Fínanztransaktionen einbringen.

Dem Tüchtigen scheint in Pröllanien wirklich alles möglich zu sein.

ela vie
07.09.2010 09:01

und die nachfolge von unfähigen politikern tritt an:
die nächsten politiker...

kingkade21
07.09.2010 09:43
hab ich mir auch gerade gedacht,

nachdem ich den letzten Absatz dieses Artikels gelesen habe.

Lernen die nie aus. Gibt´s ja nicht oder? Eigentlich unfassbar.

Wie wäre es mit einer objektiven Ausschreibung der Vorstandsposten samt objektiver Vergabe des Jobs an den oder die BEST-QUALIFIZIERTEN Bewerber. Ich weiß, ich träume von Dingen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Noch ein Gedanke am Schluß: Hätte man all die Milliarden vermieden, die durch rein politische Postenbesetzungen in den Sand gesetzt wurden, dann hätte Österreich möglicherweise jetzt kein Riesen-Sparpaket im Herbst vor der Türe.

Ergo kann man schließen, dass die Politik selbst die größte Geldvernichtungsmaschine in diesem Land ist.

locken
07.09.2010 08:59
Keine Abfindung für den unfähigen Vorstand !!!!!!!

Die kleine Frau
07.09.2010 13:29
sie vergessen da ganz auf den Vertrauensgrundsatz

so ein Manager oder Vorstand, muss sich doch darauf verlassen können, dass er bei seinem Ausscheiden anständig versorgt sein wird....

Hansi Huber
07.09.2010 12:26
"Verträge müssen eingehalten werden"

Bei den eigenen Leuten auf jeden Fall.

Zbgenev Dnjetroskyonewiz
07.09.2010 08:58

Der Kabarettist? Nun, das wäre einmal originell. Warum versucht man es nicht einmal mit einem erfahrenen Manager, der über meherere Jahre einen großen Konzern gelenkt hat? Darauf muss man aber erst mal kommen ;-)

Andreeeas
07.09.2010 10:54

Vermutlich, weil sich die wirklich Manager die lächerlichen Einmischungen seitens der Politik nicht antun wollen, eine ordentliche Bezahlung und Kontinuität (statt des 5-Jahresplans, den wir dank Nationalrat haben) wollen. Obendrauf dürften die ziemlich selten sein - vor allem, wenn man bei Besetzung auf die richtige Partei achten muss.

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