Prozessbeginn im Fall Kachelmann

Fressen für den Boulevard

06. September 2010 17:56

Alles war so schön vorbereitet: "Breaking News"-Insert, Splitscreens, Reporter "vor Ort"

"Etwas Verwirrung hier" gab es Montagmorgen beim deutschen Nachrichtensender n-tv. Beitrag abgebrochen, der nächste zu spät angespielt, Moderator stotterte und lächelte peinlich verlegen. Ausgelöst wurde die Pannenserie durch die Vertagung des Prozesses im Fall Jörg Kachelmann. Der ARD-Wettermoderator steht im Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ein Befangenheitsantrag, von Kachelmanns Anwalt eingebracht, sorgte dafür, dass nach wenigen Minuten alles vorbei war. Die Justiz sorgte für eine kurze Irritation im gut geölten Getriebe alarmistischer Medienmaschinerien.

Dabei war alles so schön vorbereitet: "Breaking News"-Insert, Splitscreens, aufgeregte Reporter "vor Ort", auf "Blitzlichtgewitter" programmierte Fotografen. Alles, um dem Ereignis das Drama zu geben, als das es seit Monaten aufgebaut wird: ein Fressen für den Boulevard. Dem kann sich ein kommerzieller Nachrichtensender eben nicht verschließen: Kachelmanns Ex-Freundin klagte, weil er sie "vergewaltigt habe". Nur ein Wort trennt da vom "hat" und von lupenreiner Vorverurteilung. Die Verteidigung sei der Ansicht, der Richter habe "sozusagen Heimvorteil". Der Befangenheitsantrag wird mit lässiger Rhetorik ins Unglaubwürdige gezogen.

"Wir haben uns immer bemüht, von einem mutmaßlichen Opfer zu sprechen", betont der Reporter im Gerichtssaal. So vorsichtig war der Richter nicht. Einmal habe er das Opfer in der Öffentlichkeit nicht mutmaßlich genannt, und schon war es vorbei. Doch: "Das sind alles Spitzfindigkeiten, aber um die geht es letzten Endes." Mit einem Satz ist das Rechtssystem ausgehebelt. Ein beschämendes Schauspiel. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 7.9.2010)

rggre rewqfew
07.09.2010 16:35

die psychologische gutachterin hat festgestellt, dass die anklaegerin mehrmals gelogen hat, unglaubwuerdig ist und den hergang nur oberflaechlich beschreiben kann.

der medizinische gutachter hat festgestellt, dasss der tathergang wie von der anklaegerin beschrieben physikalisch unmoeglich ist und die wunden selbst zugefuegt wurden.

und das waren die sachverstaendigen der staatsanwaltschaft. und trotzdem sitzt der mann 4 monate in u-haft. wie muss man eigentlich tun, um von einem falschen vorwurf der vergewaltigung freigesprochen zu werden?

Neuer Nick neues Glück
07.09.2010 16:58

Wäre er HIV positiv und hätte mehrere Partner vorsätzlich mit der Krankheit angesteckt, müsste er nicht in den Knast.

Vorausgesetzt, er wäre eine Frau.

rggre rewqfew
07.09.2010 17:13

es ist erschreckend, aber die justiz scheint wirklich ein geschlechts-bias zu haben. haette nicht gedacht, dass ich das mal sag...

natuerlich weiss keiner, was wirklich passiert ist. aber wenn aussage gegen aussage steht und die gutachter zum schluss kommen, dass das angeblich opfer voellig unglaubwuerdig ist und der tathergang physikalisch nicht moeglich...das ist das maximum, dass man als beschuldigter mann in so einem fall erreichen kann. und trotzdem scheint es nicht zu reichen. hier scheint wirklich beweislast-umkehr zu herrschen...

Neuer Nick neues Glück
07.09.2010 17:28

"es ist erschreckend, aber die justiz scheint wirklich ein geschlechts-bias zu haben."

War schon immer so, siehe Sorgerecht etc.

http://is.gd/eZf4Z
Noch Fragen?

Neuer Nick neues Glück
07.09.2010 16:09

Sollte der Mann tatsächlich unschuldig sein sollte die Geldstrafe für sein "Opfer" so hoch ausfallen, dass sie den Rest ihres Lebens am Existenzminimum leben darf.

rggre rewqfew
07.09.2010 16:43

so ungefaehr wirds ablaufen....

http://www.express.de/regional/... index.html

rggre rewqfew
07.09.2010 16:31

denke, dass ist noch nie passiert und wird auch diesmal nicht passieren. auf dem aug ist die justiz blind...

buena1vista1
07.09.2010 16:03
Die ...

Schwarzer ist ein Witz ... die redet, als ob sie dabeigewesen wäre. Mann = natürlich schuldig.

Schon bei Andreas Türk hat sich herausgestellt, dass alles erstunken und erlogen war.

Wird hier wahrscheinlich ähnlich sein ...

Truhe
 
07.09.2010 12:41

Naja das große Rennen hat sich ja auch Alice Schwarzer vorgenommen, natürlich ganz vorverurteilungsfrei, sie weiß ja jetzt schon dass sowieso alle "pro Kachelmann" schreiben werden. Das ganze im Sattel der "Bild", bei der es der überzeugten Prostitutionsgegnerin gar nicht mal so stört dass die Hälfte der Zeitung aus einschlägigen Inseraten besteht.

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