Spektakulärer Schatz beweist Welthandel im Frühmittelalter

6. September 2010, 17:29
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foto: fred ruchhöft, universität greifswald

Anklam/Greifswald - Auf einem Acker bei Anklam im Osten Mecklenburg-Vorpommerns - auf einem Areal von 20 mal 25 Metern - haben Archäologen einen der spektakulärsten frühmittelalterlichen Funde im südlichen Ostseeraum gemacht. Insgesamt finden die Wissenschafter 82 Münzen und Münzfragmente, einen Silberreif und drei Silberbarren. Das Außergewöhnliche an dem Fund ist jedoch nicht nur der Umfang des Schatzes, sondern die ursprüngliche Herkunft einiger der Artefakte: die rund 1.200 Jahre alten Silbermünze tragen arabischen Schriftzeichen und Verzierungen.

Im Bild: Ein Teil der entdeckten Münzen und Münz-Fragmente.

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vallis rosarum
 
00
11.9.2010, 19:53
Finder und Grundeigentümer teilen sich den Erlös.

Zumindest nach dem österreichischen ABGB.
Enthält das deutsche BGB eine ähnliche Regelung?

Lord Chaos
01
10.9.2010, 11:22

Dieser Fund beweist nichts, was nicht schon längst bekannt wäre. So gesehen ist er eine Bestätigung von Bekanntem.

das kleine Maßnahmenpaket
00
Das ist ja der Zeitraum des "verschwundenen Mittelalters"

Da war es also: im Acker versteckt =)

OGHaha
00
An den armen Sparer der dies vergraben hat und, da es heute noch dort ist, umgekommen ist denkt niemand.

Raphael Hythlodeus
00
der wäre so oder so nimmer am leben...

nostra57
01
die zerteten ...

... die Radieschen.

mens sana in corpore sano
00
oder dieser schatz

wurde durch generationen von pflugscharen zerstört.

das kleine Maßnahmenpaket
00
16.9.2010, 09:57

Wohl kaum. Auch in früheren Zeiten wussten es die Bauern zu schätzen, wenn beim Pflügen historische Münzen zutage traten - Sammler und Liebhaber solcher Stücke sind seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Dieser Fund muss tatsächlich über die ganze Zeit hinweg unbekannt gewesen sein, sonst wäre er schon längst in einer Sammlung gelandet.

Frankensteins Fekternich
71
OT

Auf welch verschlungenen Wegen wohl die Vorfahren von Dillo Sarazän nach Mitteleuropa gelangt sind?

hed
51
und dieser fund beweist welthandel?

na dann wundere ich mich auch gar nicht mehr darüber, wie man aus einem dino-skelett auf sein jagdverhalten schließen kann.

aber mal etwas ernster: hat man auch lieferscheine oder rechnungen gefunden? ich fürchte, es gibt einige mögliche erklärungen dafür, dass sich diese münzen dort gefunden haben.

das kleine Maßnahmenpaket
00
dann lassen Sie uns an Ihrem Wissen teilhaben

und erklären Sie uns die "einige Möglichkeiten" bzw. warum es Ihrer Meinung nach nicht am Welthandel lieben soll?

hed
10
von wissen kann nicht die rede sein

sondern davon, diese angebliche tatsache zu hinterfragen.

wenn es für sie keine einzige alternative erklärung dafür geben könnte, wie dieser schatz dahin gekommen ist, dann wünsche ich ihnen einfach eine schöne nacht :-)

Nick Tameer
00

Dieser Fund ist für sich genommen zwar noch kein Beweis für Fernhandel im eigentlich Sinn. Es ist aber bekannt, dass im früheren 9. Jahrhundert Normannen in den östlichen Mittelmeer- bzw. Schwarzmeerraum gelangten, von denen eine größere Anzahl, wie mehrere Quellen belegen, in byzantinischen Kriegsdienst trat. Es bestanden also Verbindungen zwischen Nord und Südeuropa und man darf annehmen, dass diese auch mit Fernhandel einhergingen, den es ja bereits nachweislich in der Steinzeit und der Antike gegeben hatte. Im übrigen war die Abgrenzung von merkantilen, militärischen und (je nach Standpunkt) kriminellen Unternehmungen immer schon fließend.

hed
20
danke für rot. wenn wissenschaft derart

mickey-mouse-mäßig betrieben wird wie offenbar n diesem fall, dann kann ich das aber einfach nicht mehr ernst nehmen.

aber vielleicht kann einer der schlaumeiernden postingbewerter ja erklären wie man von diesem fund zum beweis für einen welthandel im frühen mittelalter kommt. ich kann das beim besten willen nicht nachvollziehen.

ein bißchen erinnert mich diese meisterleistung des schlußfolgerns an watzlawicks "wie wirklich ist die wirklichkeit"...

khaleb
00
naja, der Handel könnte sich ja so abgespielt haben

ich lass Dir Dein Leben und versklave Dich nur, dafür rücktst Du Deine Münzen raus.

GreenTwig
41
Nur weiter so...

vielleicht findet man bald Silbermünzen mit der Datumsangabe "200 vor Christi".
Mit einem Echtheitszertifikat von einem ehrenamtlichen Denkmalamtsmitarbeiter.

pAraBol
00

Wie solche Dinare nach Europa gelangen und
besonders die Probleme auf dem Weg dorthin
kann man hier leicht dramatisiert bewundern:

http://www.youtube.com/watch?gl=... yBgdDjaBWw

Perynt
62
Oha

Wenn Sarazin davon erfährt, dann flippt der doch völlig aus...

Alberta Forgetti
00
Er wird vielleicht das Erbe des sarazenischen Vorfahren reklamieren,

der das Geld sicher verloren hat. Was kümmern einen Banker schon zweifelhafte Gene, wenn Bares lacht.

a grünes stricherl
 
01
schon längst bewiesen .. vielfach.

Wurzelloser Kosmopolit
014
Es handelt sich um sassanidische Drachmen und omajadische, bzw abbassidische Dinare.

Abgebildet ist Shahinshah Chosrau II. Die Jahreszahl ist kaum noch lesbar. Chosrau war noch Heide, also kein Moslem. 610 und die anderen Zeitangaben dürften hingehen.
Natürlich können die auch aus Nordafrika sein, denn es wurde ja noch in der Spätantike von den Sassaniden erobert und dann einfach von den arabischen Omajaden übernommen.
Der Schatz wurde mit ziemlicher Sicherheit von Händlern der Rus von Byzanz über Dnjepr, Wolchow, Nowgorod, seltener über die Wolga, nach Pommern in die Ostsee gebracht.
Solche Silbermünzen hatten selbst in ihren Herkunftsländern keinen grösseren Kaufkraftwert, sondern wurden immer nur nach ihrem Metallwert bewertet, egal ob in Bagdad oder in Pommern.

Herbert Steiner
00
20.11.2010, 00:52

die sassaniden habens mit chosrau II zwar versucht, haben den byzantinern aber nicht nordarfrika abgenommen. als die araber kamen war das ganze noch oströmisch. das arabische münzen über den wolgahandel nach europa kamen ist gar nicht so ungewöhnlich.
dieser fund ist zwar schön, aber bringt keine neuen erkenntnisse.

Mirabeau
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Seht ihr?

Deshalb ist die Wiener Uni die einzige weltweit, an der man Numismatik und Geldgeschichte studieren kann. Hervorragende Analyse! Bravo!

Wurzelloser Kosmopolit
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Danke. Ich bin nur Laie, aber dank Internet kann man seinen Horizont heute schön erweitern.

Was Sie über den Studiengang sagen, kann ich aber nur unterschreiben, besonders wenn man berücksichtigt was für ein Mauerblümchendasein die Numismatik unter den ansonsten so populären Studien wie Geschichte, Archäologie oder Volkswirtschaft einnimmt. Wenn man bedenkt, dass Münzen für viele, besonders asiatische, Kulturen oft die EINZIGEN Informationsquellen sind, dann ist die Vernachlässigung dieser Wissenschaft überhaupt nicht gerechtfertigt.
Übrigens einen Fehler hab ich bei meinem Kommentar oben jetzt auch noch entdecken müssen. Auch die arabischen Silbermünzen wurden Dirhem (=Drachme) genannt. Dinar verwendete man damals nur für die goldenen.

MBR
20

bl - ä -

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