Privatisierung kroatischer Werften als Politikum

06. September 2010 17:36

Langmut braucht man als Industrieller wie der Österreicher Mirko Kovats, wenn man eine kroatische Werft erwerben will

Langmut braucht man als interessierter Industrieller wie der Österreicher Mirko Kovats von A-Tec, wenn man eine kroatische Werft erwerben will. Kovats hat deshalb bereits mit Rückzug seines Angebots gedroht.

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Zagreb - Die kroatische Regierung hinkt in der Frage der Privatisierung der Schiffswerften ihrem Zeitplan hinterher. Vergangene Woche wollte der Privatisierungsausschuss eigentlich entscheiden, ob die Angebote für drei Werften angenommen werden, unter ihnen jenes für die Werft "3. Maj" in Rijeka, an der der österreichische Konzern A-Tec interessiert ist. Doch bisher blieb die Entscheidung aus, weil die kroatische Wettbewerbsbehörde die Restrukturierungspläne der potenziellen Käufer für die Werften noch prüft.

Der Privatisierungsfonds und das Wirtschaftsministerium wurden bei der Regierungssitzung vergangene Woche dennoch beauftragt, den Prozess fortzusetzen. Denn setzt man diesen nicht fort, ist nicht nur der EU-Beitritt verzögert. Auch drohen die potenziellen Käufer, im speziellen Mirko Kovats von A-Tec, abzuspringen.

Abgesehen von der Dauer, kommt noch ein Hindernis auf Kovats zu. Der "3. Maj"-Betriebsrat hat gegen Kovats Strafanzeige wegen Diebstahls von Betriebsgeheimnissen erstattet, woraufhin Kovats in österreichischen Medien damit gedroht hat, sein Angebot zurückzuziehen.

Der Kroatien-Berichterstatter der EU, Hannes Swoboda (SP), sagte dazu: "Mirko Kovats ist sicher nicht der 'leichteste' Industrielle, und seine Entscheidungen sind schwer vorauszusagen. Aber er ist ein durchaus erfolgreicher Industrieller." Kroatien habe aber das Recht, die Angebote genau zu studieren, fügte Swoboda hinzu. "Natürlich sollte man sich nicht zu viel Zeit lassen und das Interesse der Anbieter verlieren."

Der Verkauf von sechs unprofitabel arbeitenden Werften ist das Hauptkriterium für das Schließen des Verhandlungskapitels Wettbewerb mit der EU. Seitens der Kommission, die dem Verkauf zustimmen muss, wurde signalisiert, dass ein weiterer Privatisierungsversuch möglich sei. Doch auch hier kommt der Faktor Zeit ins Spiel.

"Ich gehe davon aus, dass die Werften-Frage vor Abschluss des Beitrittsvertrags gelöst sein muss", so Swoboda. Eine zügige Entscheidung liege angesichts der Budgetlage Kroatiens auch im Interesse der Regierung. Das kroatische Budgetdefizit soll heuer fast zwei Mrd. Euro betragen. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.9.2010)

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11 Postings
tramezzino
07.09.2010 08:49
kovats

hat genau null eigenkapital für den kauf. würde alles nur über fremdfinanzierungen und beteiligungen laufen. die besten aussichten also, dass es schiefgeht, wenn einmal die bora geht...

José Atento
07.09.2010 11:33
Wenn es schief läuft,

muss er auch nur rechtzeitig einen Dümmeren finden, der ihm das dann wieder abnimmt.

Das Geld liegt förmlich zu fast Null Zinsen auf der Straße. Also warum nicht einfach etwas riskieren? Ist nur eine Frage der Risikoanalyse. Mit etwas Glück und Geschick kann man damit viel Geld machen.

onlooker
06.09.2010 23:07
der swoboda hat sicher keine aktien von A-tec

sonst würde er nicht einen solchen unsinn von sich geben, nur zur erinnerung, kovacs wollte hoch hinaus, verkaufte seine aktien um 100€ das stück, die aktien stiegen auf 200€ und heute kosten die aktien bei etwa 5-10 €, what a deal, frage wer wird noch aktien von a-tec kaufen?

Toni Gruber
07.09.2010 09:05

stark forciert von der Erstebank auf deren Empfehlungen ich seither voll und ganz verzichten kann

onlooker
07.09.2010 13:47
die banken verdienen ein schweinegeld daran,

hatte eine ähnliche situation mit den strabagaktien, und die konnte man nur über die giebelkreuzler kaufen, zahlte damals 47.00€ und heute? aber nicht im vergleich zu den kovacs aktien

sou cou
07.09.2010 02:48
bitte keinen unsinn posten.

zwischendurch gab es ein splitting (1:4).

José Atento
07.09.2010 11:40

Hier ist der splitbereinigte Kurs:
http://www.comdirect.de/inf/aktie... imeSpan=5Y

Die Aktie ist fast wieder am Tief nach der Finanzkrise angelangt. Also diese Entwicklung ist nicht unbedingt berauschend. Und die Aktie ist noch immer hoch bewertet!

Toni Gruber
07.09.2010 09:06

Das Splitting hat er eingerechnet, splitbereinigt verlor die Aktie mindestens 90 Prozent vom Höchstkurs, meine Rechnung ist ähnlich

onlooker
07.09.2010 08:11
diese aktie war gestern €5.95 wert,

sie können splitten soviel sie wollen, vielleicht habe ich mit meinen aktien einen wert von € 24.00,
aber welch ein vergleich, ich kaufe um 100.00€ oder viel höher und jetzt bekommen ich € 24.00 dafür,
what a good deal,
kann mich erinnnern, wie in einem ö1 interview, kovacs in grossen tönen von seinen plänen sprach,
und der ö1, von einem voraussehenden enterpreneur sprach, die leute haben viel verloren, und jetzt braucht er wieder geld um diese werft zu kaufen, well good luck

José Atento
07.09.2010 11:44

Ja, es sind keine guten Zeiten für Industrielle.

Vor allem kann er jetzt kaum eine Kapitalerhöhung anstreben, bzw. nur unter grober Verwässerung der Aktien.

Also wird er versuchen Fremdkapital aufzutreiben. Die Banken werden ihm das Geld schon borgen ?
Aber er hat schon jetzt viel zu wenig Eigenkapital. Das Ganze sieht aus wie Harakiri.

onlooker
07.09.2010 13:50
ja wenn sich ein europa abgeordneter einsetzt muss es ja klappen,

diese politiker sind für alles zu haben, solange es sie kein geld kostet, diese kroaten haben auch schon ihre lektionen gelernt,

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