Red Bulls

"Bayern München im österreichischen Eishockey"

6. September 2010, 15:15
  • Artikelbild
    foto: apa/krug

    Eishockey wieder im Rampenlicht.

Meister Salzburg geht wieder als Top-Favorit in die EBEL-Saison - Auftakt am Freitag mit Neuauflage des Finales Linz vs. Salzburg

Wien - Mit dem längsten Final-Spiel der österreichischen Eishockey-Geschichte, Favorit Red Bull Salzburg als Meister und einer Bilanz von mehr als einer Million Zuschauern ist im April die Saison der Erste Bank Eishockey Liga zu Ende gegangen. Am Freitag (19.15 Uhr) geht es u.a. mit der Neuauflage des Finales zwischen den Black Wings Linz und Salzburg wieder los. Die Roten Bullen sind neuerlich klarer Favorit, mit Servus-TV als neuem Medienpartner betritt die Liga 2010/11 aber viel Neuland.

Salzburg geht mit vollem Schwung in die Saison. In der Vorbereitung wurde bei der European Trophy gegen europäische Top-Clubs so viel und hochkarätig getestet wie noch nie. "Das waren Spiele auf sehr hohem Niveau. Wir haben zwölf Spiele auf einem Level absolviert, das über unseren Verhältnissen ist. Aber wir haben gut mitgespielt und einige Teams geschlagen", erklärte Salzburg-Kapitän Thomas Koch, der mit seinem Kollegen in der vergangenen Saison mit dem Salute-Turnier, der Meisterschaft und dem Continental-Cup alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.

Kommen und Gehen bei Red Bull

Trainer Pierre Page hat zwar u.a. Mike Siklenka, David LeNeveu und Kelsey Wilson verloren, die ihre Chance auf die NHL wahrnehmen wollen, aber auch wieder drei Kanadier dazu bekommen. Man hat sich überraschend wieder von den erst vergangene Woche verpflichteten Kanadiern Pierre-Luc Sleigher und Joey Mormina getrennt. Anstelle des Duos, bei dem laut Head-Coach Pierre Page "die Chemie nicht gestimmt hat", wurde der kanadische Verteidiger Shaun Heshka in die Mozartstadt geholt. Der 25-Jährige punktete in der vergangenen Saison in der NHL bei den Phoenix Coyotes in acht Spielen zweimal mit Assists und erzielte in der gleichen Saison mit den San Antonio Rampage in der AHL sieben Tore und 26 Assists. Heshka soll bereits beim EBEL-Meisterschaftsauftakt in Linz am kommenden Freitag debütieren.

Die Favoritenrolle wird den Salzburgern auch heuer wieder von allen Seiten zugeschoben, alle Trainer erwarten sich vor allem einen spannenden Kampf um die Play-off-Plätze.

"Dass die Liga sehr stark ist, sieht man an der Vorbereitung, in der Mannschaften aus Finnland, der Slowakei oder der Schweiz geschlagen wurden. Aber "Salzburg ist in unserer Liga weit voraus. Nur wenn sie viel falsch machen, werden sie hinten sein", erklärte Bill Gilligan. Der US-Amerikaner, gleichzeitig auch Österreichs Teamchef, hat in der Vorsaison mit den Graz 99ers überraschend den Grunddurchgang gewonnen, ist danach aber in der ersten Play-off-Runde ausgeschieden. Mit Eric Healey und Greg Day ließen die Steirer ihre beiden Topscorer ziehen, Mike Ouellette und die einheimischen Spieler sollen die Abgänge kompensieren. Zudem wurde die Abwehr mit Darcy Werenka und Yannick Tremblay verstärkt.

Linz will am Boden bleiben

Im Unterschied zu den Grazern liefen die Black Wings aus Linz im Play-off zu großer Form auf. Die Oberösterreicher gelang im Halbfinale gegen die Vienna Capitals nach 0:3-Rückstand ein historisches Comeback, im Finale mussten sie sich erst nach sechs Partien geschlagen geben. "Vom Potenzial her ist Salzburg der Favorit, aber wir haben gezeigt, dass der Underdog die Beute stehlen kann. Die Erwartungen sind groß, aber wir müssen realistisch bleiben", meinte Linz-Trainer Kim Collins.

So sieht es auch sein Kapitän Philipp Lukas. "Das Ziel muss immer sein, weiter zu kommen. Aber wir müssen am Boden bleiben. Wir müssen wieder unsere Tugenden Bescheidenheit und harte Arbeit zeigen, sonst haben wir keinen Erfolg", so Lukas, der einen Vergleich zum Fußball zieht: "Salzburg ist das Bayern München im österreichischen Eishockey. Jeder ist gegen sie Underdog, aber man kann sie immer wieder schlagen." Linz hat heuer einen Legionär mehr und setzt wieder auf Torhüter Alex Westlund, dem wertvollsten Spieler der vergangenen Saison.

Das Finale als allgemeines Ziel

Auch die Vienna Capitals, Rekordmeister KAC und der VSV haben sich das Finale zum Ziel gesetzt. "In den vergangenen Jahren war immer im Viertelfinale Schluss. Heuer wollen wir weiter kommen und das letzte Spiel gewinnen", sagte VSV-Coach Johann Strömwall. Der KAC war im Vorjahr durch viele Verletzungen gehandicapt, hat diesmal aber "einen bisschen größeren Kader. Das Ziel ist, weiter zu kommen", so Stürmer Christoph Brandner.

Die Capitals sind heuer einen "anderen Weg gegangen. Wir haben vier Ausländer weniger, dafür mehr Junge", wie Trainer Kevin Gaudet betont. Mit Jürgen Penker, der aus Schweden heimgekehrt ist, ist ein Österreicher auch der Einser-Torhüter. "Es gibt sieben Mannschaften, die das Finale erreichen können. Das ist auch unser Ziel", so Gaudet. Hoch gehandelt wird auch Zagreb, das mit 16 ausländischen oder eingebürgerten Spielern antritt.

Zagreb war mit durchschnittlich 5.843 Fans Zuschauer-Krösus und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die EBEL mit insgesamt 1,052.900 Zuschauern die Millionengrenze übersprungen hat und in Europa damit Platz sieben einnimmt. Mit dem Freiluft-Derby KAC - VSV vor 30.500 Zuschauern setzte die Liga auch da eine Top-Marke. Ob es auch heuer wieder ein Spiel unter freiem Himmel geben wird, ist offen. Wien hat jedenfalls Interesse signalisiert. (APA)

Kommentar posten
17 Postings
cantanto
00
11.2.2011, 23:13
Das Bayern München des Eishockeys???

So ein Unsinn!
Bayern München ist eine Mannschaft mit Jahrzehnte langer Tradition.

Salzburg ist eine zusammengekaufte Mannschaft, die sich nur über das Geld definiert und ohne Nachwuchsarbeit des KAC und VSV nicht einmal in die Play Off kommen würde....

Natürlich ist es gut, dass es Salzburg in der Liga gibt, doch der Vergleich hinkt nicht einmal!

ernst thaelmann1
04

man muss sich für dieses turnier echt mal bedanken.
selten so tolles hockey in ö gesehen. vor allem von den schwedischen mannschaften. auch gestern, aber die eisbären haben toll dagegen gehalten. aber der antritt der tv71 aus dem eigenen drittel rtg angriffsdrittel war echt gut.
und die salzburger "fans" sollten sich mal die berner und berliner als vorbild nehmen, 50 leute, die egal ob in zell oder in salzburg remmidemmi gemacht haben. aja und auch bei rückstand die mannschaft anfeuern....

Francetto
33
Caps

Ich hoff, heuer wirds was mit dem Finale...

Die Einkaufspolitik war sensationell...

Ulmer, Penker, Oraze,... Dazu Rotter langfristig verlängert - ich freu mich auf die Saison!!!!

Roterleo
21
hoffe solange ihr nicht auf die Bullen trefft

ob ihr nun im Viertelfinale, Halbfinale oder Finale gegen die Bullen aus Salzburg ausscheidet ist doch wirklich egal .....

safaricook
01
Gratulliere,

auch von der Aroganz her schon ganz auf Bayern München Niveau.

gensfleischs_erbe
21
Bayern München hat seit 1969 keine Eishockey-Abteilung mehr

... es gibt ja eine Reihe von Fußball-Fans, die dem RB Salzburg eine ähnliche Karriere wünschen würden, wie dem Eishockey-Club Bayern München, aber ein plausibler Vergleich wäre eher Adler Mannheim.

Francetto
12

Im Eishockey eckens nicht so an für mich, wie im Fussball. Dort sinds für mich einfach der Favorit, dem man gern ein Haxl stellt.

Im Hockey gehen die Uhren anders (GOTT SEI DANK)

99Problems
02

"..., mit Servus-TV als neuem Medienpartner betritt die Liga 2010/11 aber viel Neuland."

Erich Weiß...wie hat der den Kommentatorenjob bekommen? Haben die die letzten WMs im ORF verpasst?

exilkaerntner
00
des war der michi berger!!

wenigstens die letzten WMs.
der erich weiss und der berger haben zu fischerbräuzeiten dort eishockey gespielt.
beide sollten sich -rein theoretisch- gut auskennen.
nur sinds - leider beide- a bisl sehr patschert als kommentatoren.

-_-
15
blöde Headline

Francetto
00

Zustimmung!

Könnens ja gleich schreiben "7 Zwerge jagen Mateschwittchen"

Schade find ich übrigens (obwohls eigentlich eh eine Schande gewesen wär), dass es mit den Münchnern nicht geklappt hat, dass sie in der Liga mitspielen...

-_-
00

nun die wollten nicht wirklich, sondern haben nur gepokert um die DEL Aufnahme doch noch zu schaffen

hed
21
bayern münchen...

kommt drauf an. vom budget her sicherlich.

gemessen an den titeln ist das aber schon noch immer (und für eine ganze weile) der kac, meine lieben.

guilty
71

weil man in den paar jahren die rb jetzt in sbg ist zig titel gewinnen wird ... dafür hat der kac ewig und ein paar konkurse gebraucht.

exilkaerntner
00
alsoalso!!

wann war der KAC jemals in konkurs??
danke heidi!!!

Francetto
33

KAC ist nicht VEU Feldkirch...

levi
12

eine dreiste luege, der kac war nie im konkurs.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.