Dinko Jukic, ÖVP-Kandidat in Wien, im Video-Interview über Migranten, Ghettobildungen und warum die ÖVP "auf keinen Fall" mit der FPÖ koalieren soll
Der 21-jährige Schwimmprofi Dinko Jukic ist im Jahr 2000 von Kroatien nach Wien gekommen. Er hat im 6. Bezirk das Realgymnasium absolviert und studiert derzeit Geschichte und Sport auf Lehramt. Als Vertreter der ÖVP Wien Meidling kämpft er bei der kommenden Wahl für ein Grundmandat. Im Interview mit Hans Rauscher erzählt Jukic, warum er es wichtig findet, dass in Wien Multikulturalität gelebt wird. "Ich glaube, dass die Zeit dafür gekommen ist, dass man sagt, man muss sich von der extremen Radikalität, die Strache vermittelt, lösen." Der gebürtige Kroate erklärt, warum es seiner Meinung nach in Wien gerade unter Türken zu Ghettobildungen kommt und was er dagegen unternehmen würde, damit "eine gesunde Mischung" zustande kommt.
"Ich glaube, wir haben derzeit in Wien größere Probleme in der Integrationspolitik als die Minarette", meint der gläubige Katholik zu aktuellen Wahlkampfdebatten. Man sollte endlich aufhören, einen Keil zwischen die verschiedenen Religionen und Nationen zu treiben. "Strache als Bürgermeister kommt für mich nicht in Frage, die ÖVP wird auf keinen Fall mit der FPÖ koalieren", hält Jukic klar fest. Wie auf den schmeichelhaften ÖVP-Plakaten in der Stadt sichtbar, greift auch Jukic den Wiener Bürgermeister nicht an, sondern sagt großkoalitionär: "Häupl wird aus unserer Sicht weiter Wiener Bürgermeister bleiben, wir wollen frischen Wind hinein bringen." (rasch, derStandard.at, 7.9.2010)