Kampusch: "Wäre seltsam, ihn mit Wolfgang zu bezeichnen"

06. September 2010 14:10
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    Foto: apa/dpa/marcus brandt

    Im Interview bezeichnet Kampusch das Weltbild von Wolfgang Priklopil als "recht naiv, komisch, seltsam, radikal".

Natascha Kampusch berichtet in ihrer Autobiographie über die "3096 Tage" ihrer Entführung - Wolfgang Priklopil heißt in der Autobiografie nur "Täter"

Wien/Mariazell - Der Rummel um Natascha Kampusch und ihre achteinhalbjährige Entführung findet seit ihrer Flucht vor vier Jahren kein Ende. In ihrer Autobiografie "3096 Tage" hat die heute 22-Jährige mit Hilfe von Co-Autoren ihre Geschichte selbst niedergeschrieben. In einem Interview erklärte Kampusch nun die Gründe, warum sie das Buch geschrieben habe: "Ich wollte mit der ganzen Geschichte abschließen. Ich wollte auch, dass sich Menschen, die sich dafür interessieren, etwas haben, woran sie sich orientieren können. Dass die nicht immer das glauben, was Verschwörungstheoretiker verbreiten."

Kampusch geht in ihrem Buch neben ihrer Gefangenschaft im Hause von Wolfgang Priklopil auch auf ihre Kindheit ein, da gerade das Verhältnis zu ihrer Mutter sehr oft falsch dargestellt würde. Demnach gab es keine Gewalt in der Familie, berichtet Kampusch: "Danach ist es eben nicht mehr verbreitbar, dass sie mich beispielsweise geschlagen hat oder dass sie total brutal gewesen ist."

"Mir ist das Ganze noch mal entgegen gesprungen"

Warum ihre Geschichte immer wieder als kontrovers und widersprüchlich interpretiert werde, erklärt sich Kampusch so: "Ich wollte zeigen, dass der Täter ein Mensch ist und dass Leiden und schlimme Zeiten nicht überzeichnet werden müssen. Dass dieses Gefängnis ja auch innen ist und es reicht, wenn man ein zehn-, elf-, zwölfjähriges Mädchen in einen Keller einsperrt. Dass es sich nicht wehren kann oder irgendwelche Fluchtpläne schmieden kann. Es hätte vielleicht sogar gereicht, wenn es eine ganz normale Tür gewesen wäre." Die Arbeit am Buch habe ihr geholfen Aspekte zu verarbeiten, die sie bislang verdrängt hatte. "Mir ist das Ganze noch mal so entgegen gesprungen", sagt sie.

Im Buch bezeichnet sie Wolfgang Priklopil durchgehend als "Täter". Kampusch meint dazu: "Es wäre seltsam, ihn mit Wolfgang zu bezeichnen. Das Buch ist ja für andere Menschen geschrieben, und ich wollte nicht, dass die dann so auf 'Du und Du' mit dem Täter sind. Das wäre unpassend und würde dem Ganzen ein bisschen den Ernst nehmen und wieder von dem ablenken, was mir passiert ist und wie das für mich war." Zudem konnte sie sich so eine Distanz zu ihrem Entführer bewahren. Kampusch habe es vermieden Vermutungen anzustellen, was Priklopil zu der Tat verleitet hat. Es sei nämlich ihr Buch und nicht seines.

"Wieder ich selbst werden"

Priklopil habe versucht, ihr sein Weltbild aufzudrängen, das Kampusch im Interview als "recht naiv, komisch, seltsam, radikal" bezeichnet. "Ich habe nach und nach bemerkt, dass ich vielseitiger und flexibler bin als er. Ich bin umfassend interessiert am Leben, an den Menschen, an Kulturen und an unterschiedlichen Lebensformen", erzählt sie. Und ergänzt: "Je mehr ich wieder ich selbst werde - die, die ich auch vorher als Kind war - entferne ich mich davon. Er hat mich irgendwie nicht psychisch geformt oder beeinträchtigt - er hat mich nur während der Zeit dort beeinträchtigt."

Über Schuldgefühle und Defizite des Täters

Kampusch ist überzeugt, dass ihr Entführer die Tat bereut hat: "Ich glaube schon, ihm ist gleich zu Beginn bewusst geworden, dass es eine ziemliche Last ist. Er dürfte am Anfang sehr stark geschockt gewesen sein durch das, was er gemacht hat." Er habe sich das Szenario zwar herbeigewünscht, sei dann aber von der Situation überfordert gewesen.

"Ich mochte als Kind den Religionsunterricht so gerne und mir ist in Erinnerung geblieben, dass die Religionslehrerin meinte, dass Gott die Verbrecher irgendwie mehr liebt. Dann haben sich natürlich alle Kinder aufgeregt und gesagt, wieso werden die mehr geliebt? Aber mir war das sofort klar: Weil die irgendwie ein Defizit haben", sagt Kampusch. (red/APA, derStandard.at, 6. September 2010)

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Ravenspower
09.09.2010 20:28
Ihr Buch...

..wird hoffentlich auch mit einigen "privatfotos" ausgestattet sein.

zB. dieses: http://forwardme.de/640fca.go

sollte das buch floppen gibt es bestimmt auch einen plan B. etwa: 2015 - fotos für den playboy =gg=

also dann ...
07.09.2010 14:36
mich erheitern ... all die kommentare von postern, die ihren eigenen kleinkarierten charakter + intellekt. beschränktheit ... hier so offenkundig ausleben - GRATULIERE !

es verwundert auch niemanden, dass sie nicht einmal "behirnen"..., wie sie sich selbst - auf entlarvende weise - selbst dis-qualifizieren !

mann o mann
da stößt sogar alkohol... an seine grenzen !

Allt sem ég fæ í dag, farið burt á morgun..
07.09.2010 12:21

ich bin immer hin,-und hergerissen, was ich von frau kampusch halten und denken soll. einerseits bedaure ich ihr schicksal und ihr leid, andererseits wundert mich ihre stetige medienpräsenz und ihre pressewirksamen auftritte und aussagen..

ich hab mir ihr buch vorbestellt bei amazon, ich freue mich schon auf nachdenkliche lesestunden..

mfg

Heasta
07.09.2010 11:05
Das ist doch nur wieder so ein Sternchen, das über kurz oder lang im Dschungelcamp oder im Big Brother-Container landet!

Wenn sie nicht bald auf ihre Linie schaut, sehe ich schwarz für die Karriere im Showbiz!

ichundwiederich
07.09.2010 11:20

aha

Susanne Zenk
07.09.2010 10:47
Morgen kommt endlich 3096 Tage raus!

Ich bin schon gespannt darauf, welche Abenteuer sie noch erlebt hat, wovon wir noch gar nichts wissen!

njet
08.09.2010 19:38

schleichwerbung?

frauauswien
07.09.2010 10:37
ist kampusch & sirny das geld ausgegangen?

was die anfängliche empathie, die man für das mädel hatte, in antipathie umschlagen hat lassen, hat mit ihrer absoluten mediengeilheit zu tun (und zweifelsohne auch der gier der mutter). na gut soll sie, aber dann bitte nicht wieder mit der wehleidigkeit wie zu anbeginn, als sie ihr gsichterl in jede kamera gehalten und gleichzeitig die bösen medien geklagt hat, weil die ihr ihre privatsphäre nehmen. sie wollte doch ein normales leben haben, setzt sich aber jetzt, bevor sie vergessenheit gerät, wieder massiv in szene. also was jetzt? vielleicht ein beispiel an der fritzl-tochter nehmen?

x x3
07.09.2010 23:26
Danke, dass du's aussprichst.

Ja, die Fritzl-Tochter, an deren Leid kann man sich richtig aufgeilen. Da kann man noch so richtig ein paar Krododilstränen vergießen, wenn schön kuschelig ist auf der Couch vorm Fernseher.

Die Kampusch ... ich weiss nicht. Wenn's die jetzt auch noch schafft, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Wie soll man für so eine Mitgefühl aufbringen. Die soll gefälligst leiden, und zwar so, das ich es sehen kann.
Schließlich zahl ich ja GIS-Gebühren, da will ich auch was geboten kriegen.

peter schmidt
 
07.09.2010 17:05
Sie an ihrer Stelle

würden jetzt schon längst beim Anker oder als Kellnerin arbeiten oder?

BISSERL denken bitte.

Erzsébet Lucas
07.09.2010 12:49
Und?

Es stört dich offenbar, dass ein Verbrechensopfer mal 'laut' ist...da solltest du mal darüber nachdenken.

frauauswien
07.09.2010 14:36

von mir aus soll sie laut sein, aber sie soll dann nicht wieder ebenso laut wehklagen über fehlende privatsphäre und die bösen, bösen medien klagen - das stört mich daran.
übrigens sind wir nicht per du.

peter schmidt
 
07.09.2010 17:15
Naja wenn man die Argumentationslinie einer 8jährigen pflegt

dann kann einem Erwachsenen schon mal das du herausrutschen Mäderl.

Erzsébet Lucas
07.09.2010 15:47
*lol*

anderen Wehleidigkeit vorwerfen, aber in einem Forum beleidigt auf Siezen pochen...das nenne ich mal Konsequenz...

Anna Angstlos
07.09.2010 12:13
Gut gesprochen, Frl. L. ;-)

Anna Angstlos
07.09.2010 10:24
Die junge Frau wirkt immer so roboterhaft. Ist die

auf Tabletten?

Merkt man vor allem auch beim reden. Wenn sie wiedergibt, was sie von ihren Therapeuten und Betreuern so aufgeschnappt hat.

Hoffentlich geht das alles gut...

schwarztee
07.09.2010 18:25
wenn Sie möchten, dann sperre ich Sie mal 8 Jahr in meinen Keller und dann reden wir mal weiter ....

peter schmidt
 
07.09.2010 17:01
Meinens nicht dass das Spuren hinterlässt wenn man

8 jahre lang immer aufpassen muss was man sagt damit der psychopath nicht wieder zu irgnedwelchen maßnahmen greift?

es würde ja wohl alle bemühungen um gute erziehung pädagogik elternliebe etc. als völlig sinnlos darstellen wenn sie dann nach einem derartigen erlebnis völlig unauffällig und normal wäre.

allerdings ist sie auf einem guten weg. das klingt alles schon viel solider und gefestigter als früher.

also dann ...
07.09.2010 14:27
hahaha ... es ist wirklich amüsant zu sehen, wie sie ihr loch ... zwischen den ohren

- wo bei allen anderen das hirn sitzt -
so entlarvend hier offenbaren.

GRATULIERE !

greenberetta
07.09.2010 14:26
Ich diagnostiziere: mangelndes Mitgefühl.

Sie haben mein Beileid.

Priscillah
07.09.2010 13:11
frau...

...kampusch hat acht jahre in der gewalt eines sehr verückten mannes verbracht.
welche entschuldigung haben eigentlich SIE für ihre eigenartigkeit?

MX2
07.09.2010 10:34
Kampusch hat einen Teil ihrer Kindheit als Gefangene in einem Kellerverlies verbringen müssen.

Natürlich hatte sie keine normale Entwicklung.

Aber diese Vorstellung übersteigt die geringe Gehirnleistung von den meisten hier, einschließlich Ihnen.

Anna Angstlos
07.09.2010 10:40
Statt sich sinnlos zu empören, hätten Sie

auf die Frage eingehen können...wirkt doch irgendwie wie eine Puppe; nicht gerade wie Barbie natürlich - kleiner Scherz -, aber doch...

ichundwiederich
07.09.2010 10:50

Ich hatte eine bei Weitem leichtere Kinderheit und Jugend als Frau Kampusch und habe dennoch viele Probleme mit Hilfe eines Therapeuten aufgearbeitet. Es ist zwangsläufig so, dass man dann viele Haltungen und Ansichten, die man mit dieser Hilfe bewerktstelligt hat, vertritt und weitergibt. Wo ist hier also Ihre Verwunderung?

MX2
07.09.2010 10:45
Welchen Teil von "sie hatte keine normale Entwicklung" haben Sie nicht verstanden?

Natürlich gibt sie wieder, was sie von ihren Therapeuten und Betreuern gesagt bekommt.

Was glauben Sie, wie die Aufarbeitung so eines massiven Missbrauchsfalles denn funktioniert? 2 Wochen Betreuung, und dann sind alle Spuren der jahrelangen Folter vorbei, und man führt ein normales Leben, als wäre nichts gewesen?

Sie haben doch überhaupt keine Ahnung.

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