Gaspipeline

Nabucco-Projekt macht Fortschritte

06. September 2010 12:22

Vereinbarung unterzeichnet - Vier Milliarden Euro in Sicht

Brüssel - Das Projekt zur Errichtung der geplanten Gaspipeline Nabucco unter Federführung der OMV, das Gas aus dem kaspischen Raum unter Umgehung Russlands nach Europa bringen soll, macht Fortschritte. Am Montag unterzeichneten Vertreter des Nabucco-Konsortiums mit der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und der Weltbank-Tochter Internationale Finanz-Corporation (IFC) in Brüssel eine formelle Vereinbarung. Darin geben die drei Finanzinstitutionen eine indikative Finanzierungszusage im Umfang von insgesamt 4 Mrd. Euros für das Nabucco-Projekt, das ist rund die Hälfte der geschätzten Investitionskosten von 7,9 Mrd. Euro.

"Historischer Augenblick"

Der sogenannte "mandate letter" (Mandatschreiben) ist noch keine endgültige Finanzierungsvereinbarung. In ihm sind die Bedingungen definiert, unter denen die Finanzinvestitionen Umwelt- und soziale Standards der Nabucco-Pipeline prüfen. "Das ist ein historischer Augenblick für das Nabucco-Projekt", sagte der Vorsitzende des Nabucco-Steering-Committees, OMV-Gas&Power-Vorstand Werner Auli.

Reinhard Mitschek, Geschäftsführer der Nabucco Gas Pipeline International GmbH, zeigte sich zuversichtlich, dass Nabucco mit Gas von Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak gefüllt werden könne. Diese Länder hätten auch ein Interesse daran, ihre Gasexporte zu diversifizieren. Verhandlungen mit dem aserbaidschanischen Schah-Deniz-Konsortium könnten "bald" gestartet werden. Entweder Ende des Jahres oder im ersten Quartal 2011 erwartet Mitschek Verhandlungen über die Buchung von Kapazitätern, der Prozess sollte noch im September starten, sei aber abhängig von der Unterzeichnung von Lieferverträgen. Nabucco sollte ab 2015 "einsatzbereit" sein, sagte der Geschäftsführer. Ziel sei ein zu Beginn eine jährliche Transportkapazität von 18 Mrd. Kubikmeter, die sukzessive auf 31 Mrd. Kubikmeter erhöht werden soll.

Mitschek erteilte Spekulationen eine Absage, dass andere Unternehmen in das Nabucco-Konsortium einsteigen könnten. "Aus meiner Sicht gibt es keinen Bedarf, die Gruppe zu vergrößern", sagte er. Die finanzielle und fachliche Stärke des Konsortiums sei gegeben. Auli betonte, wegen der gegenwärtigen Sanktionen gegen den Iran strebe Nabucco keine Verbindung zum Iran an. Man müsse aber sehen, wie die Entwicklung hier weiter verlaufe. (APA)

gregor.samsa
06.09.2010 12:54
VERZOEGERUNG = FORTSCHRITT ????

da hat bei der apa jemand nicht mitgedacht: das projekt verzoegert sich von 2014 auf 2015 und die headline lautet fortschritt...

cremeflöte
06.09.2010 13:48
Informationskrieg

Um die Nabucco-Pipeline ist seit einiger Zeit ein Informationskrieg entbrannt. Potenzielle Investoren sollen abgeschreckt werden. Dahinter steckt die russische Gazprom, die ihr Southstream-Projekt durchdrücken will, das DREIMAL so teuer wie Nabucco ist.

Wie man sieht, scheint der russische Desinformations- und Abwerbefeldzug erfolglos zu sein. Die Investoren springen nicht ab!

Es ist eben nicht jeder so käuflich wie der dt. Ex-Kanzler Gas-Gerd Schröder (Northstream).

Loquer Mar
18.09.2010 17:02

Welche Investoren?

Verschaffen Sie sich lieber ein Bild über die Realität:

Protest
Bagdad nennt Nabucco-Gasabkommen "illegal"

http://www.gas-magazin.de/gasmarkt/... 28910.html

„Nabucco ist heute wirtschaftlich uninteressant“

Pipeline Experten zweifeln an politischer und wirtschaftlicher Sinnhaftigkeit von Nabucco.

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/inte... pos=r.3.NT

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.