Neuer Baby-Speiseplan

Früher Kontakt mit Allergenen tut gut

6. September 2010, 11:44

Umdenken in der Prävention durch Babynahrung - Stillen als beste Allergie-Prävention

Bonn - Kinder sollten ruhig schon ab dem vierten Monat mit den Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, die häufig Allergien auslösen. Darauf macht der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte aufmerksam. Nur Babys, die nicht gestillt werden oder erbliche Vorbelastung für Allergien haben, brauchen hypoallergene Nahrung. Das ist den aktualisierten Richtlinien zur Allergieprävention zu entnehmen.

"Früher glaubte man Allergien zu vermeiden, indem man bei bestimmten Nahrungsmitteln länger als bis zum vierten Lebensmonat wartete. Es gibt aber keine Beweise dafür, dass diese Maßnahme sinnvoll ist", berichtet Barbara Behrbohn von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Ein Umdenken in der Beikost gibt es auch bei Fisch. "Statt Allergien auszulösen, schützt Fisch nach aktuellem Stand der Forschung sogar davor. Auch im ersten Lebensjahr ist somit Fisch zu empfehlen."

Stillen ist beste Vorsorge

Als beste Methode, um Nahrungsallergien bei Kindern vorzubeugen, bezeichnet Behrbohn das Stillen. "Alle Kinder, besonders aber solche mit Allergikern unter den Geschwistern oder Eltern, sollten zumindest vier Monate lang voll gestillt werden, sofern die Mutter stillen kann. Denn Muttermilch stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern wird vom Kind nicht als Fremdstoff eingeordnet und hat somit kein allergisches Potenzial." Wo Stillen nicht klappt, ist die erste Wahl Spezialnahrung, bei der Milcheiweiße bereits zerlegt und somit unschädlich gemacht wurden.

Allergieschutz, der über die Ernährung hinausgeht, ist vor allem Rauchverzicht und die Sorge um Schadstoff-freie Innenluft. Erst seit kurzem ist bekannt, dass Übergewicht ein Risikofaktor darstellt. "So süß pummelige Babys auch aussehen, es gibt einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Allergien und Übergewicht. Eltern ist somit auch aus diesem Grund zu raten, auf das Gewicht des Kindes zu achten, wozu auch das Stillen eine Hilfe ist."

Noch kein totaler Schutz

Zu unterschätzen sind diese Maßnahmen nicht, denn 25 bis 30 Prozent der Menschen entwickeln im Kinder- und Jugendalter Allergien. Bei erblicher Vorbelastung steigt dieser Anteil sogar auf 80 Prozent. "Einen hundertprozentigen Schutz gibt es aber nicht", betont Behrbohn. Hoffnung darauf besteht jedoch. Bochumer Forscher tüfteln an Nasentropfen, die auf Basis eines Bestandteils von Gräsern immun gegen Allergien machen sollen. (pte)

Bonair
41
Zu unterschätzen sind diese Maßnahmen nicht, denn 25 bis 30 Prozent der Menschen entwickeln im Kinder- und Jugendalter Allergien.

Der Artikel beginnt mit dem Thema Nahrungsmittelallergien und schmeißt am Ende o.g. Zahl hinein. Mag ja stimmen, passt aber nicht zusammen: Kinder haben besonders Nahrungsmittelallergien, die sich - je nach Nahrungsmittel - in 50-80% mit der Zeit verlieren. Die Zahl 25-30% bezieht sich auf Gesamtallergien und da geht es besonders um Heuschnupfen und allergisches Asthma, welche im Kindesalter häufiger werden und bis zum frühen Erwachsenenalter einen massiven Häufigkeitsschub bekommen. Die sind durch Stillen zwar teilweise vermeidbar, aber die Beikost ist eher nicht der Auslöser.

DagmarRehak
 
111
Es geht ja nicht um Allergien!!!

Sondern darum, dass es einfach unnatürlich ist, einem Baby, das noch nicht einmal Zähne hat, einen Brei aus etwas reinzustopfen, das es nicht kauen könnte. Das schaut einfach blöd aus, so wie manche Neugeborenen mit Latzhose und Schuhen und Hut und Pfeife. Oder Neunjährige mit Stringtangas und Straps. Passt nicht zum Alter, ist nicht gefährlich, aber macht einfach einen schlechten Eindruck.
Und generell muss man nicht alles machen, was ein Kind überlebt.

Kathi1609
 
157
"Hypoallergene" Milchpulvernahrung wird von Geburt an bereits weitaus kontroverser als Allergieauslöser debattiert, als die von Hi*p und Nest*e gesponserten Kinderarzt-Berufsverbände das gern zugeben.

Zufüttern ab dem 4. Monat ist eine neue Empfehlung, die aufgrund von zwei Studien durchgedrückt wurde, die mehrheitlich von der Babynahrungsindustrie bezahlt wurden und inhaltlich massive Fehler aufweisen. Zum Beispiel:

http://www.welt.de/die-welt/... schen.html

Mir persönlich können diese Gecken Märchen erzählen, soviel sie wollen. Ich beginne mit Beikost, sobald mein Kind Interesse daran zeigt, gebe ihm nur mehr und mehr Geeignetes vom Familientisch, und komme ganz wunderbar ohne ein einziges Babykost-Produkt aus.

Jaja, alle sind wir früher gestorben und waren massiv fehl- und unter- und sonstwas mangel-ernährt, als wir noch nicht den Kram im Sonderangebot kaufen konnten ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.