Fabrik ohne Arbeiter geplant

Foxconn haben Selbst­morde nicht geschadet

06. September 2010 11:17
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    Foto: reuters/yip

    Foxconn wurden nach den Todesfällen zu harte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und ein "militärischer" Managementstil vorgeworfen - der Unternehmensgründer empfindet die Kritik als "unfair".

Die Selbstmorde wegen zu harter Arbeits­bedingungen haben dem guten Geschäft keinen Abbruch getan

New York/Berlin - Der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn denkt über vollautomatische Fabriken in den USA nach. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde der Auftragsfertiger wahrscheinlich Bauteile und komplette Geräte in Amerika produzieren, sagte Foxconn-Gründer Terry Gou der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Mit Automatisierung in den USA kann man auch nach China liefern, die Kosten wären immer noch konkurrenzfähig", sagte Gou.

Der taiwanesische Foxconn-Konzern produziert in China für die Großen der Techbranche wie Apple, Dell oder Nokia. Das Unternehmen hat mehr als 900.000 Beschäftigte und kündigte vor kurzem an, bis zu 400.000 weitere einstellen zu wollen.

In diesem Jahr stand Foxconn unter heftiger Kritik, nachdem sich mehr als zehn Arbeiter in seinem Werk in Shenzhen das Leben genommen hatten. Nach den Selbstmorden wurden die Löhne zum Teil verdoppelt. Zeitweise brachte das Management Sicherheitsnetze an, die Arbeiter vom Sprung in den Tod abhalten sollten.

Unfaire Kritik

Der 59-jährige Gou sagte dem "Wall Street Journal" (WSJ), er fühle sich zwar schuldig wegen der Selbstmorde, die Kritik an seinem Unternehmen sei aber größtenteils unfair gewesen. "Das ist kein Ausbeuterbetrieb. Ich bin stolz, das sagen zu können." Foxconn waren nach den Todesfällen zu harte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und ein "militärischer" Managementstil vorgeworfen worden. Dem Geschäft von Foxconn habe die Diskussion nicht geschadet, betonte Gou. "Wenn alle denken würden, Foxconn sei böse, würden sie uns keine Aufträge mehr geben und sie würden nicht zu uns arbeiten kommen."

Gou hatte die Firma 1974 als Hersteller von Plastik-Knöpfen für Fernsehgeräte gegründet, inzwischen übersteigt der Umsatz von Foxconn das Geschäftsvolumen vieler seiner Kunden. Das Wachstumstempo der vergangenen Jahre lasse sich jetzt aber nicht mehr durchhalten, sagte Gou. "Bisher war das Ziel, jährlich um 30 Prozent zu wachsen. Jetzt sind wir zu groß dafür." Deshalb peile er jetzt ein jährliches Umsatzplus von 15 Prozent an. Bei Übernahmen wolle Foxconn genauer aufs Geld schauen, plane aber Vorstöße in Bereiche wie Biotechnologie, Nanotechnik und Medien. (APA)

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Erzpiefke
 
07.09.2010 07:14
Letztlich entscheidet nur das Preis/Leistungsverhältnis

alles andere ist für die Kunden zweitrangig. Das ist im privaten Konsum nicht anders.

139
06.09.2010 21:47

"Wenn alle denken würden, Foxconn sei böse, würden sie uns keine Aufträge mehr geben und sie würden nicht zu uns arbeiten kommen."

he..hehehe..hehe ja genau so läufts schließlich auf der welt -_-

-blos so-
06.09.2010 21:06
na wie denn auch

Apple als Hauptkunde läßt nach wie vor bei ihnen produzieren und die Kunden von Apple haben keine Alternative als wieder bei Apple zu kaufen...

rober777
07.09.2010 09:49
O gott ich hab ein EiPhone,

jetzt muss ich für immer den iScheiß kaufen.

Ich bin zum iSklaven geworden. Meinen PC muß ich jetzt auch weggeben - obwohl er neu ist!

Appel ist nicht nett.

E!

Beamen bei Magnetstürmen
07.09.2010 08:50

Was verstehen sie unter Hauptkunde? Foxconn produziert alles, vom einfachen schalter bis zu allen gängigen konsolen (wii, ps3, xbox 360).

Citizen
07.09.2010 08:46

na sicher haben's eine Alternative: nicht bei Apple zu kaufen. Aber ob das dann wer anderer als Foxconn gebaut hat??

der automat
06.09.2010 20:27
Ich wäre für ein ...

vollautomatisiertes Management, denn schlechter könnens programmierte Maschinen ah ned mochen.

Aguirre74
06.09.2010 19:28

Denk ich mir, dass Selbstmorde der Firma nicht schaden. Dem Selbsttöter hingegen umso mehr.

Gambler
06.09.2010 19:26
ja ja diese bööösse firma

jeder lästert über diese firma. aber die produkte weiterhin zu einem spotpreis haben wollen.

bob langer
07.09.2010 08:19
äühm

eifohn ...spottpreis?

ich glaub sie verwechseln da was

den spottpreis streift apple ein und verkauft ums vielfache

so schauts aus....kunde von foxconn sind nicht die handy käufer sondern produzenten

ähnlich wie beim erdöl-erdölfirma-tankstellenkunde...

Gambler
07.09.2010 10:55

das iphone ist nur ein produkt von foxconn. den verkaufspreis setzt nicht foxconn an sondern apple selbst und das die marge beim iphone nicht gerade klein ist ja bekannt. sollten sie einen flat-tv ihr eigen nennen dürfen, dann bin ich mir sicher das auch in diesem gerät produkte von foxconn stecken.

Beamen bei Magnetstürmen
07.09.2010 08:51

Und nintendo, sony und ms machen das mit ihren konsolen anders? Die alle werden bei foxconn gefertigt.

Eine Kreatur
06.09.2010 19:14
"Das ist kein Ausbeuterbetrieb. Ich bin stolz, das sagen zu können."

und gleichzeitig ist es möglich, das löhne fast verdoppelt werden ..

so etwas ist NUR in ausbeuterbetrieben möglich ..

dieser gou ist mehr als ein verlogenes ekel ..

Hardcoreboson
06.09.2010 23:53
naja kommt halt drauf an mit wem er sich vergleicht ...

im PRD ist foxconn vermutlich wirklich ein eher nicht so ausbeuterischer betrieb - so im vergleich mit den anderen ...

Stephen Ferrando
06.09.2010 18:42

Ich bezweifle das Maschinen billiger kommen als Chinesen. Selbst wenn die Maschinen 24/7 rennen.

Maschinen erfordern ein hohes know-how, verursachen wartungs- und Instandhaltung, eine ausgeklügelte Logistik. Also hoch Qualifizierte Mitarbeiter, die eine Stange Geld kosten, außerdem eine hoch entwickelte Infrastruktur, die derzeit nur in den Industrienationen gegeben ist.

Ich begrüße diesen Schritt aber auch gleichzeitig. Im Frühkapitalismus gab es viele Jobs aber wer würde heutzutage in solchen Jobs arbeiten möchten? Der Wohlstand wird durch maschinelle Verarbeitung erhöht und Menschen finden andere betätigungsfelder.

Eine Kreatur
06.09.2010 19:15
die löhne in den usa ..

sind dank wirtschaftsflaute auch nicht mehr so berühmt ;-)

vielleicht bauen sie schon für die zukunft, denn arbeiterInnen in china werden mit der zeit auch nicht billiger ..

Stephen Ferrando
06.09.2010 20:23

haben aber durchaus noch europäisches Niveau

Beamen bei Magnetstürmen
07.09.2010 08:52

Welches, das griechische oder das deutsche lohnniveau?

Hardcoreboson
06.09.2010 23:55
blue collar?

eher nicht wuerd ich meinen. und dann noch kaum lohnnebenkosten ...

Träume sind Schäume..
06.09.2010 16:59
Eine Fabrik ohne Arbeiter

Ist das höchste Maß an Effizienz im Produktionsbereich.
Natürlich unmöglich.

Selbst Maschinen müssen gewartet, überprüft, kontrolliert, justiert und überwacht werden.

Aber wie heißt es schon bei Karl Marx:
Für die Arbeit, nur das Notwendige schaffen.

Wenn Menschen sich nicht mehr in eintöniger Fabrikarbeit abplagen müssen, wäre das doch zu begrüßen.
Energien werden in andere Lebensbereiche gelenkt und Arbeitsplätze im zwischenmenschlichen Dienstleistungsbereich geschaffen.

Wer diese Entwicklungs als Übel des Kapitalismus verflucht, sollte bedenken dass selbst ein Karl Marx im Sozialismus von solchen Fabriken geträumt hat ;)

Ben Hur1
06.09.2010 17:09

Also ich verfluche diese Entwicklung nicht. In den 70ern hat man mir erklaert dass jetzt die Computer und Maschinen kommen und uns immer mehr arbeit abgenommen wird. Und diese Maschinen kamen. Milchseen, Autohalden usw... Wir produzieren in einem Ausmasz, den wir niemals verkonsumieren koennen.

Doch die sozialen Gegebenheiten haben sich nicht geaendert. Uns wird immer noch erklaert wir muessen laenger arbeiten weil wir ja aelter werden bzw. mehr Wochenarbeitszeit verrichten. Tja, die Ewiggestrigen habens eben noch immer nicht begriffen, dass Menschen wegrationalisiert werden auf Teufel komm und diese predigen immer noch was von Vollbeschaefigung.

Träume sind Schäume..
06.09.2010 22:34
Sie müssten nicht länger arbeiten

Aber auf viel verzichten.

Konsum und Lebensqualität ;)

Eine Kreatur
06.09.2010 19:17
also wirklich .. vollbeschäftigung ist super!

und wenn wir dafür neue jobs erfinden müssen! was ja auch laufend geschieht ;-)

die naivität vieler ist wirklich erschütternd .. dabei müssten in den industriestaaten schon längst 30 stunden woche und co. standard sein .. aber nein, stattdessen sollen die leut auch noch in den firmen bleiben, bis sie tot umfallen .. prämien für leute, die über ihr pensionsalter hinaus hackeln ..

seed
06.09.2010 16:39

na wenn ihnen eine 100%ige lohnerhöhung nicht schadet ist wohl noch einiges drinnen für die arbeitnehmerinnen.

die frage ist allerdings eher ob es apple, lenovo etc geschadet hat. foxconn hat kein image zu verlieren, apple sehr wohl.

Borat Sagdijev
06.09.2010 14:22
recherche..

ein wenig flott rechechiert...

1.) chart von Dell, Apple und Nokia sind vorhanden, aber Hon Hai, die Holding von Foxconn fehlt (eine der liquidesten Aktien in Taiwan felt..

2.) Hon Hai ist ytd 17% schlechter als der Taiex.. . würde das schon als deutliches Signal sehen, dass die Firma viel tun wird müssen...

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