Titelanwärter

Murray in dritter US-Open-Runde out

06. September 2010 10:44

Wawrinka überraschte Schotten - Damen-Favoriten alle durch - Stosur gewann Rekord-"Night Session"

New York - Einen Tag nach Jelena Jankovic bei den Damen hat sich am Sonntag auch die Nummer 4 der Herren überraschend in der dritten US-Open-Runde verabschiedet. Der schottische Mitfavorit Andy Murray musste sich dem überraschend starken Schweizer Stanislas Wawrinka nach 3:56 Stunden mit 7:6,6:7,3:6,3:6 beugen. Rafael Nadal, der einmal mehr ungefährdet siegte, ist damit in seiner Rasterhälfte den vermeintlich schärfsten Konkurrenten auf dem Weg ins Endspiel los geworden.

Der Schweizer spielte ausgezeichnet, doch Murray war wohl körperlich nicht perfekt beisammen. Er ließ sich an seinen beiden Beinen, dem rechten Ellbogen und am Nacken behandeln. Es fehlte ihm die Energie, Wawrinka hingegen freute sich über seinen bisher größten Sieg bei einem Major. "Ich habe einfach versucht, wirklich aggressiv zu sein", war das einfache Rezept des Eidgenossen. Murray hingegen war freilich nach dem frühesten Ausscheiden seit den French Open 2008 (ebenfalls 3. Runde) verbittert. "Ich hatte körperliche Probleme und wurde immer frustrierter", gestand Murray in gewohnt eintöniger Manier.

Er habe wohl gemerkt, dass seine Chancen für ein gutes Abschneiden schwinden. "Ich habe sehr hart gearbeitet, um mir eine Chance zu geben, Turniere zu gewinnen." Der Schotte war in ausgezeichneter Form nach Flushing Meadows gekommen und hatte berechtigte Hoffnungen gehabt, die 74-jährige Wartezeit der Briten auf einen Herren-Grand-Slam-Titel zu beenden. Wawrinka trifft nun im Achtelfinale auf den US-Amerikaner Sam Querrey, der einen der vielen Spanier, Nicolas Almagro, in drei Sets bezwang.

Doch die obersten vier Spiele der Herren-Auslosung gingen alle an Spanier. Neben Nadal kamen auch Feliciano Lopez, David Ferrer und Fernando Verdasco weiter, die in dieser Reihenfolge im Achtelfinale gegeneinander spielen. "Es ist großartig, damit steht ein Spanier schon jetzt sicher im Halbfinale", meinte Nadal. Und dieser wird wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit er selbst sein. Mit stark verbessertem Aufschlag präsentiert sich der Weltranglisten-Erste bisher extrem stark, aus seiner Tableau-Hälfte scheint ihn niemand mehr stoppen zu können.

"Es ist wichtig, dass ich ohne Satzverlust gewinne. Es scheint, als spiele ich jeden Tag besser und das ist gut für mein Selbstvertrauen", sagte Nadal, der bei den US Open seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren will. Als insgesamt sechster Spanier (nach Albert Montanes am Vortag) kam auch Tommy Robredo weiter, er spielt nun gegen Michail Juschnij, der wiederum die Träume des US-Amerikaners John Isner beendete.

Von den vier ersten Damen-Achtelfinali waren drei am Sonntag neuerlich sehr einseitig: French-Open-Siegerin Francesca Schiavone gab gegen Anastasia Pawljutschenkowa (RUS-20) nur drei Games ab und steht ebenso ohne Satzverlust im Viertelfinale wie die als Nummer 3 gesetzte Venus Williams. Für eine der beiden ist in der nächsten Runde Endstation, denn sie spielen nun gegeneinander. Auch das Match der Titelverteidigerin Kim Clijsters (BEL-2) gegen die wieder erstarkte Ana Ivanovic (SRB) wurde mit 6:2,6:1 zur einfachen Übung für Clijsters.

Dafür hatte es aber das Night-Session-Match der Damen in sich: Jelena Dementjewa (RUS-12) und die Nummer 5, Samantha Stosur (AUS), kämpfen bis zum Umfallen - und bis 1:37 Uhr in der Früh (Ortszeit), womit sie das am spätesten beendete Damen-Match der US-Open-Geschichte bestritten. Die Siegerin war am Ende Sam Stosur, die im dritten Satz schon mit 0:3 und 3:5 zurücklag und sogar vier Matchbälle abwehren musste. 6:3,2:6,7:6(2) setzte sie sich letztlich durch und trifft nun auf Clijsters. (APA)

 

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Roland Garros
06.09.2010 21:15

der djoker isst gerne fish!

3?
06.09.2010 21:44

...ohne dabei viel zu kauen.

Roland Garros
06.09.2010 21:58

dachte mir eigentlich, dass er sich da eventuell verschlucken könnte, aber nix da - einfach verschlungen!

auch roger nimmt heut nacht noch einen imbiss! befürchte fast, dass er es ähnlich eilig haben wird.

3?
06.09.2010 23:38

Da waren wir wohl nicht die Einzigen, die sich das gedacht haben. Kein Wunder nachdem Fish zum Mitfavoriten hochstilisiert wurde. Roger könnte seinen Imbiss kriegen, Robin allerdings so nicht.

falzo1
06.09.2010 18:59

freut mich dass wawrinka den rattenähnlichen Schotten besiegt hat. Sorry für so viel Gemeinheit, aber er ist mir echt unsympathisch..
Leider hat auch Dementieva verloren. Heul!

Roland Garros
06.09.2010 22:00

mit murray ist's ähnlich wie mit nadal! am platz sehr kämpferisch - außerhalb sehr sympathisch! zumindest mein eindruck!

MarcoMadre
06.09.2010 15:36
spaziergang von nadal

wird es jetzt wohl werden. seine landsmänner können ihn bestimmt nicht gefährden, ansonsten wartet auch nichts mehr überragendes. würde man nadal mit melzer tauschen, so hätte sogar melzer gute chancen das finale zu erreichen. auf dieser hälfte kann er jeden schlagen.

federer wirds da um einiges schwerer haben. melzer wird wohl noch der einfachste gegner sein (will seine leistung nicht schmälern, wie gesagt, auf der oberen hälfte würde er zu den favouriten zählen), danach wartet wohl söderling, und dann djokovic oder fish (tippe auf fish, der ist momentan super drauf).

hoffe federer schafft das (glaube fest daran), ein finale nadal-federer wäre ein traum!!!

(mit hoffentlich sieger federer - nadal kann die us-open später gewinnen)

leo_nardo
06.09.2010 18:02
seh ich etwas ausgeglichener,

verdasco hat nadal schon an den rand einer niederlage gedrängt (AO). ferrer, den ich eher als nächsten gegner erwarte, hat nadal beim USO bereits geschlagen.
hingegen hatte federer gegen söderling auf hartplatz noch nie schwierigkeiten.wenn fish weiter so spielt wie gegen clement, wird er gegen federer kein land sehen.

Roland Garros
06.09.2010 22:08

stimmt alles - allerdings war verdasco damals in absoluter überform und nicht mal da hat's gereicht.

ferrer schlug nadal, als dieser noch weit entfernt war von seinem heutigen (hartplatz)-level.

söderlings entwicklung ging dagegen eindeutig nach oben! immerhin gewann er schon letztes jahr bei den UO einen satz gegen RF! das letzte duell der beiden in paris ist ohnehin noch in bester erinnerung. dennoch ist federer für mich klarer favorit - weil: gut in form u heiß auf revanche.

möcht nichts verschreien, aber die chancen auf das traumfinale stehen diesmal echt nicht so schlecht.

Polk Salad
06.09.2010 14:35

Ja, ich fürchte auch, dass es jetzt in der oberen Tableau-Hälfte keinen Spieler mehr gibt, der Nadal irgendwie gefährlich werden könnte. Murray in Hochform wäre der Einzige gewesen, dem ich zugetraut hätte, Nadal zu stoppen. Was ein mögliches Finale zwischen Federer und Nadal anlangt, fürchte ich, dass sich die Federer-Fans (so wie ich) nach dem Spiel ähnlich fühlen werden wie im Jahr 2008, als Nadal den damals auf Rasen für unschlagbar gehaltenen Federer in fünf Sätzen besiegt hat. Aber dazu müsste Federer erst einmal Söderling und dann Djokovic (ja, ich weiß, auch Melzer) aus dem Weg räumen, wovon ich viel weniger überzeugt bin, als von einem ungefährdeten Sieg Nadals über Lopez oder Ferrer oder einen anderen Spieler der oberen Hälfte.

derStandardmeint
06.09.2010 15:40
Ihre Logik passt nicht.

Wawrinka hat Murray klar besiegt, weil er in allen Belangen besser war. All das kann er auch im weiteren Turnierverlauf und natürlich auch in einem potenziellen Halbfinale gegen Nadal zeigen.

Polk Salad
06.09.2010 15:52
Keine Logik, sondern Prognosen

Abgesehen davon, dass es nicht sicher ist, dass Wawrinka mit seiner gestern gezeigten Leistung auch Nadal besiegt hätte, bezweifle ich sehr stark, dass Wawrinka auf diesem Niveau bis zum Semifinale weiterspielen wird können.

Herr Nadal
06.09.2010 16:07

eben. wawrinka hat sehr gut gespielt, aber er ist kein top20-spieler, und daher fehlt es ihm an konstanz.

Buck Naked
06.09.2010 16:25

Aber er war immerhin ein top 10 Spieler, also er kommt nicht wie die Jungfrau zum Kind. Und ausserdem trainiert ihn jetzt Dolph Lundgren ;).

d87
06.09.2010 15:35

Nadal hat eindeutig die einfachere Tabelau-Hälfte.
Ob's ihm was nützt, werden wir ja sehen.

Roland Garros
07.09.2010 10:40

nicht ganz! :) federers turnierhälfte wurde erst zu 'vermeintlich' schwierigeren - als murray (und berdych) ausschieden! der schotte war sicher für die RF u RN der größte brocken.
vor turnierbeginn - nach papierform - hatte federer mit söderling lediglich das schwierigere viertelfinale.
zudem hatte nadal schon in den ersten beiden runden sehr gefährliche gegner, was man von federer nicht behaupten kann!
alles relativ! ;-)

Makro 24/7
07.09.2010 01:14

richtig. nur murray war eine wirklich große gefahr in seiner hälfte und die ist nach einer herausragenden tagesleistung von wawri entfernt.

ein federer hat immerhin einen söderling und joker vor sich.

Herr Nadal
06.09.2010 15:18

naja, schon im jahr davor (2007) ging das finale über die volle distanz. ab da war von unbesiegbarkeit nicht mehr die rede.

reporter49
06.09.2010 15:15
Legende

Federer ist eine lebende Legende. Sie dürfen ihm schon zutrauen Nadal zu schlagen. Er ist noch immer der König dieses Sports und hat sein Tennis nicht verlernt. Er geht nur weniger verbissen an die Spiele heran, warum auch hat längst alles erreicht.

KL MI
06.09.2010 15:13
und keiner hat ...

...richard gasquet auf der rechnung - mal schauen, ob er in einen flow kommt. wenn ja, wird es selbst für nadal schwierig werden.

dr. supergscheit
06.09.2010 19:27

wies ausschaut wird sich dieser flow nicht mehr ausgehen in diesem turnier, 0:2 in sätzen zurück...

lolfish
06.09.2010 17:20

genau so ist es, genau so

bester tennisspieler nach federer den ich je gesehen habe.

3?
06.09.2010 20:29

...dann haben Sie aber noch nicht viele Tennisspieler gesehen und ja, mir ist schon klar, dass sich Ihre Aussage eher auf seinen Stil bezogen hat.

lolfish
08.09.2010 15:29

das grösste talent trifft wahrscheinlich eher zu.... aber in den wenigen spielen, in denen ich ihn gesehen habe, hat er mich total beeindruckt, deswegen öfters zusammenfassungen auf youtube angeschaut.
sein einziges problem ist eben wie gesagt die konstanz. seit jeher lastete ein riesen druck auf ihm, die franz. presse, und die internationale auch handelten ihn seit kindesalter als grösstes talent. das hat ihm einfach zugesetzt und er hat nie den ganz grossen durchbruch geschafft.
ich würds ihm gönnen, so richtig zu explodieren... zeit hätt er ja an und für sich noch

KL MI
07.09.2010 12:13
es geht ja nur darum..

...dass es spielertypen gibt, die es zwar nicht konstant zusammenbringen, auf höchstem level zu spielen, aber zumindest auf einzelne spiele bezogen absolute weltklasse sein können. und genau solche typen können den konstanten weltklassespielern gefährlich werden. meiner einschätzung nach gehört richard zu solchen spielern.

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