Lehrer ohne Stimme

6. September 2010, 10:42
  • Die Stimme kann trainiert werden, wichtig ist dabei Übung
    foto: photodisc

    Die Stimme kann trainiert werden, wichtig ist dabei Übung

  • Ingrid Amon: Gut bei StimmeVeritas VerlagISBN 978-3-7058-8234-8
    foto: buchcover veritas verlag

    Ingrid Amon: Gut bei Stimme
    Veritas Verlag
    ISBN 978-3-7058-8234-8

In ihrem Buch "Gut bei Stimme" beschreibt Stimmtrainerin Ingrid Amon wie Stimmprobleme vermeiden werden können

Österreichs Lehrer leisten stimmlich außerordentlich viel. Das tägliche Dauersprechen im Unterricht ist Hochleistungssport für die Stimmbänder. Aber die Lehrer sind nur unzureichend dafür ausgerüstet. 61 Prozent haben zeitweise Stimm- und Halsprobleme, 15 Prozent sogar chronische. Das zeigen verschiedene Studien der letzten Jahre. Dabei sind Stimmprobleme vermeidbar. Richtiges Training beugt Stimmerkrankungen vor und sorgt für mehr Gehör im Klassenzimmer. Stimmtrainerin Ingrid Amon hat ein Buch extra für Lehrer geschrieben. Schon fünf Minuten Aufwärmtraining pro Tag machen Pädagogen laut der Autorin stimmfit.

Wenig Sprecherziehung

Als ausgebildete Pädagogin hat sie selbst erfahren, wie wenig stimmliches Rüstzeug die künftigen Lehrer in ihrer Ausbildung erhalten. Sprecherziehung gibt es nur als Übung im Ausmaß einer Wochenstunde. "Unterricht ist gleichzeitig Hoch- und Dauerleistung für die Stimme" sagt. "Wer seine Stimme geschult, ökonomisch und effizient einsetzt, muss sich beim Sprechen weniger anstrengen, spricht lauter, deutlicher und bestimmter. Und beugt Stimmerkrankungen vor." Das Buch "Gut bei Stimme" ist speziell auf die stimmlichen Anforderungen im Unterricht abgestimmt und bietet ein Fünf-Minuten-Training auf CD. Zusätzlich liefert Ingrid Amon in ihrem neuen Werk vielfältiges Unterrichtsmaterial für die Stimm- und Sprechschulung der Kinder. Schließlich prägen Pädagogen die Sprechfähigkeit ihrer Schüler entscheidend. (red)

Zur Autorin

Ingrid Amon ist selbst ausgebildete Pädagogin und gilt als profilierteste Stimmexpertin im deutschsprachigen Raum. Zwanzig Jahre Erfahrung als Sprecherin und Moderatorin unter anderem beim ORF und fast dreißig Jahre als Trainerin für Sprechtechnik, Rhetorik und Präsentation sprechen für sich. Ingrid Amon wurde 1960 in Vorarlberg geborgen. Sie ist Gründerin des Instituts für Sprechtechnik in Wien, Mitglied des Austrian Voice Institute und Präsidentin des Europäischen Netzwerkes der Stimmberufe

Fünf Stimmtipps für Lehrer

  • Trainierte Stimmen halten mehr aus. Das ist wie im Sport. Stimmbänder werden kräftiger, wenn sie regelmäßig und gezielt trainiert werden. Tägliches Ausdauer- und Krafttraining bringt mehr Stimmvolumen und beugt Heiserkeit vor. Singen und summen Sie im Alltag und in den Pausen immer wieder leise vor sich hin - mit locker aufeinander gelegten Lippen. Die Lippen sollen dabei leicht vibrieren. Das MMMM ist der entspannendste Buchstabe unserer Lautgebung.
  • Vertraut werden mit Ihrer Stimme: Nehmen Sie so oft wie möglich Ihre Stimme auf und hören Sie sich an - ohne Ihre Stimme abzuwerten!! Besprechen Sie so oft wie möglich den Text auf Ihrer Mailbox oder Ihrem Anrufbeantworter neu. Damit stärken Sie Ihr Gefühl für Ihre eigene Stimme, und Sie werden schnell hören, was sie verbessern können und was Ihrer Stimme guttut.
  • Stabilität und Sicherheit: Stimmliche Kraft und Sicherheit beginnen bei den Fußsohlen. Sorgen Sie knapp vor dem Unterricht für ein bewusstes Fuß-Gefühl. Krallen Sie mehrmals die Zehen in den Schuhen ein und strecken Sie diese wieder aus. Ein gutes Beckengefühl sorgt für Stimm-Volumen. Po-Backen vor Sprechbeginn einige Male fest zusammenkneifen und loslassen, Beckenbodenmuskeln aktivieren: Die Stimme klingt sofort voller. Beim Sprechen die Knie locker lassen, nicht durchdrücken.
  • Stimmpflege: Jedem Pädagogen sein individuelles Stimm-Management! In die Toolbox für die Schule gehören als Standardausrüstung eine Trinkflasche mit Wasser oder dünnem Tee, Lutschpastillen, ein Woll- oder Seidenschal (gegen Zugluft). Außerdem die homöopathischen Globuli Arum Triphyllium D 30. Beim ersten Anzeichen von Halskratzen und Stimmschwäche fünf Globuli in einem Glas Wasser auflösen und alle fünfzehn Minuten einen Schluck trinken. Das ist eine absolute Notfallmaßnahme für etwa fünf Unterrichtsstunden. Vorsicht: Zu viel Kaffee, Cola und Energy Drinks schaden der Stimme.
  • Ökonomisch laut werden. Wenn es sein muss: Trichter vor dem Mund bilden, Rufen statt schreien, Vokale mehr betonen und dehnen (Haaaaaalloooooooo...) und nicht durchgehen rufen, sondern wie eine Sirene auf- und abschwellende Töne produzieren. Das wirkt insgesamt lauter und schont die Stimmbänder.
Kommentar posten
10 Postings
Hahaha… es ist soooo köstlich!

Egal ob eine Tatjana Lackner oder eine Ingrid Amon oder eine der anderen 2000 ehemaligen SchauspielerInnen, SprecherInnen, ModeratorInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (die allesamt selbstverständlich für jede beliebige Fernseh- und Radiostationen gearbeitet haben): Sie alle machen irgendwann einen Lehrbetrieb auf, gründen eine nationale oder internationale SprecherVereinigung oder Schule, deren PräsidentIn sie dann auch sind, oder werden Gutachter: http://derStandard.at/129782141... en-Haenden

Liebe KollegInnen, bitte verschont doch die Welt mit diesem ausgemachten Blödsinn. Wenn Ihr so gut seid, ja dann arbeitet doch erfolgreich als Sprecherin oder Sprecher – und nicht

alexandertechnik hilft. ehrlich!

REDELUST

..für alle Vielsprecher in Kärnten :
www.redelust.at

na klar ...

"Außerdem die homöopathischen Globuli Arum Triphyllium D 30." sowieso. immer globuli.

schon alleine deshalb:

lehrer mit 45 in die i-pension

Noch nie so mies bei dem Schulbeginn

Heute ist erst der 5. Tag in der Schule und bin seit dem 3. Tag richtig krank: Halsweh, krampfhaftes Husten, Schnupfen und so ein Kopf... das ganze Wochenede gelegen, auch Aspirin genommen, sogar Schnaps... aber kaum ist es besser geworden... muss heute nach dem Unterreicht zum Arzt. Dieses kalte Wetter ist heuer einfach zu früh gekommen... Ich hasse den Hebst!

also unser lehrer hat damals immer nur probleme mit der stimme gehabt, wenn er uns dauernd ausgeschimpft hat. irgendwann hat er dann angefangen mit kreide rumzuschiessen, wenn die leute ned aufgepasst haben ... hat für beide seiten funktioniert und war echt witzig :)

warum wird das nicht endlich in die lehrerausbildung reingenommen? man sollte einmal ausrechnen, wieviele tage lehrer im krankenstand verbringen müssen, nur, weil man ihnen diese bildung nicht zuteil werden lässt!

wir hatten ein jahr lang sprechtechnik.

es ist also schon in der (pädak)-ausbildung inkludiert, aber ein jahr lang heißt natürlich ein mal pro woche. und das nützt nicht wirklich. da weiß man gerade mal, wenns viel ist, wie es geht. aber das auch zu verinnerlichen und anzuwenden, was man gelernt hat, bedarf mehr.

Lehrer ohne Stimme -> wäre ein Traum ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.