Zwei Richter angeblich befangen - Bei Verurteilung drohen TV-Moderator Jörg Kachelmann bis zu 15 Jahre Haft
Der mit Spannung erwartete Prozess gegen den Fernsehmoderator Jörg Kachelmann ist am Montag vor dem Landgericht Mannheim in Deutschland kurz nach Beginn unterbrochen und vertagt worden. Die Anwälte Kachelmanns hatten zuvor am Morgen Befangenheitsanträge gegen zwei Richter der Kammer gestellt. Die Verhandlung soll am kommenden Montag (13. September) fortgesetzt werden.
Eine Begründung der Anträge wollte Verteidiger Reinhard Birkenstock nicht öffentlich mitteilen. Das 67-seitige Ablehnungsgesuch gegen den Vorsitzenden Richter Michael Seidling und die Richterin Daniela Bültmann wurde zu Protokoll der Geschäftsstelle des Gerichts gegeben.
Enormer Andrang vor Gericht
Der Prozess hatte mit leichter Verspätung unter großem Medieninteresse begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52- jährigen Schweizer vor, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Bei einer Verurteilung drohen Kachelmann bis zu 15 Jahre Haft - derStandard.at berichtete.
Seit den frühen Morgenstunden warteten zahlreiche Zuschauer auf Einlass. Neben den Medienvertretern waren im Saal 1 des Mannheimer Landgerichts 85 Plätze für die Öffentlichkeit vorgesehen. Vor dem Gericht warteten Fernsehteams und Fotografen auf die Beteiligten.
Kachelmann hat zum Prozessbeginn sein Verteidigerteam erweitert: Neben dem Kölner Rechtsanwalt Birkenstock wird er nun auch von der Heidelberger Strafverteidigerin Andrea Combe vertreten. Das mutmaßliche Opfer, eine Radiomoderatorin, erschien zum Prozessauftakt überraschend vor Gericht. Sie wird als Nebenklägerin gleichfalls von einem Anwalt vertreten. (APA)