Craigslist entfernt Erotik-Anzeigen

06. September 2010 07:58

War immer wieder als öffentliche Plattform für Prostituierte und Zuhälter bezeichnet worden

Craigslist, der weltgrößte Anbieter von Kleinanzeigen im Internet, hat nach anhaltender öffentlicher Kritik den Bereich für Erotik-Anzeigen für den US-Markt zensiert. Außerhalb des Landes sind die Einträge weiterhin verfügbar. Die Unternehmensführung gab bislang kein offizielles Statement für ihr Handeln ab, berichtet die BBC.

Heftige Kritik

Die entsprechenden Bereiche auf der Website seien lediglich mit der Meldung "Zensiert" ersetzt worden. In der Vergangenheit wurde Craigslist immer wieder heftig kritisiert: Staatsanwälte und Interessensgruppen bezeichneten die entsprechenden Anzeigen als virtuelle Plattform für Zuhälter und Prostituierte.

Bereits vergangenes Jahr hatte Craigslist den bisherigen freien Erotik-Bereich durch ein kostenpflichtiges Service ersetzt - nach offizieller Kritik von 40 Staatsanwälten. Zudem sollte ab diesem Zeitpunkt jede Anzeige vor der Veröffentlichung kontrolliert werden. Damit hätte Craigslist "seine Aufgabe über die gesetzlichen Vorgaben hinaus erfüllt", so Craigslist-Chef Jim Buckmaster in einem Statement im vergangenen Mai.

Die Website sei damit "führend im Kampf gegen Menschenhandel und Ausbeutung". Kritiker konfrontierten Craigslist dennoch mit schweren Vorwürfen. Die Seite würde zum Beispiel Kinderprostitution erleichtern, so die Gegner. Kürzlich geriet das Unternehmen erneut in die öffentliche Diskussion, nachdem sich ein Gefängnisinsasse umgebracht hatte, der beschuldigt worden war, eine Masseurin ermordet zu haben, die er über Craigslist kennengelernt haben soll.

Lob für Erotik-Sperre

Von Seiten der Staatsanwaltschaft wird die Sperre des Erotik-Bereichs auf der Website gelobt. "Wir begrüßen jeden Schritt in Richtung der Entfernung der Erotik-Anzeigen und Prostitutions-Werbungen, so wie wir es gefordert haben und werden das Vorgehen des Unternehmens weiterhin beobachten", so der Staatswalt von Connecticut, Richard Blumenthal. Craigslist solle nun als Vorbild für andere Seiten dienen. (pte)

Stefan Lindemann
06.09.2010 15:50
alles unter den tisch kehren

in kuerzester zeit finden die freier und zuhaelter eine alternative plattform, und wenn die geschlossen wird, die naechste, usw. oder das ganze wird halt als "massage", "escort service", oder "dating" vermarktet.

wir waere es mal zur abwechslung, die ursachen der prostitution von minderjaehrigen zu bekaempfen, anstatt dessen symptome?

Mathias
 
06.09.2010 09:07
Staatsanwälte und Interessensgruppen bezeichneten die entsprechenden Anzeigen als virtuelle Plattform für Zuhälter und Prostituierte.

Als nächstes müssen wohl diverse Anzeigen und Werbungen für Investmentfonds, -banken und Finanzoptimierer verschwinden ... sonst wäre ja Craigslist eine virtuelle Plattform für "Menschen-über-den-Tisch-Zieher" ;-)

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