Innenministerium

Mord an Israilow: V-Mann soll involviert sein

15. November 2010 16:10

Informant soll Mord an tschetschenischem Regimekritiker mitgeplant haben

Wien - Man habe keine Ahnung, wie der Spiegel zu seinen Aussagen komme, dementiert man im Innenministerium einen Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins, wonach ein V-Mann des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) selbst in dem Mord an dem Tschetschenen Umar Israilow verwickelt gewesen sein soll.

Zur Erinnerung: Israilow, Kritiker von Tschetscheniens Republikchef Ramsan Kadyrow, war am 13. Jänner 2009 von zwei Männern in Wien-Floridsdorf auf der Straße erschossen worden. Wie sich später herausstellte, hatte er zuvor beim LVT um Personenschutz angesucht - doch der wurde ihm verweigert. Begründung: Die Bedrohungslage sei zu vage. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) behauptete kurzfristig sogar, Israilow, habe den Schutz selbst abgelehnt, nahm die Aussage aber wieder zurück.

Telefonat nach Anschlag

Der nun bekanntgewordene Vorwurf lautet, ein V-Mann des LVT, also ein ständig für die Polizei arbeitender Informant, sei an der Planung des Mordes beteiligt gewesen. Kosum J. habe unmittelbar nach dem Mord mit seinem Kontaktmann telefoniert und sich mit Wissen des LVT ins Ausland abgesetzt. Auch von dort soll er noch mit den Geheimdienstlern telefoniert haben.

Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia dementiert dagegen, dass Kosum J. ein V-Mann gewesen sei. "Es gab zwar Kontakt mit ihm, er wurde aber mittlerweile auch schon von der Staatsanwaltschaft Wien einvernommen, die keine Ermittlungen gegen ihn eingeleitet hat", betont er.

Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz, der in der Causa Israilow seit längerem Vorwürfe gegen das Innenministerium erhebt, da es Absprachen mit dem russischen Inlandsgeheimdienst geben soll, will den Fall nun im nächsten Innenausschuss des Nationalrates auf den Tisch bringen. (moe, DER STANDARD, Printausgabe, 6.9.2010)

hotzenplotz1001
06.09.2010 10:08
Das kann nicht gut ausgehen, wenn in Österreich wesentliche Teile von Polizei und Justiz von einer Handvoll reicher russischer Verbrechern gesteuert werden.

Manche von ihnen stehen offenbar im Dienst der Republik. Fahnder arbeiten dynamisch und unter Leistungsdruck. Dynamik bedeutet in dem Bereich: Grenzgänger des Rechts sein. Wer effizient sein will, muß seine Bedingungen bis zum Äußersten ausloten. Anscheinend wurden hier aber rechtsstaatliche Prinzipien längst verlassen. Der polnische Mafioso und Mörder Jeremziasz Baranski erhielt sogar die Staatsbürgerschaft, weil er mithilfe der hiesigen Polizei zum Teil gegen das deutsche Bundeskriminalamt arbeitete, das ihm auf den Fersen war.

the falling man
07.09.2010 12:51
andererseits..

was geht uns das an wenn sich dieses gesindel hier gegenseitig das licht ausbläst. warum soll man hier österreichische polizisten als schutztruppen in gefahr bringen?

unangenehm
06.09.2010 09:51
die russen haben

sich die österreichische justiz gekauft. wenn sich das soger der karl-heinz leisten kann, können es die allemal.

mstislav raskachlovitsch
06.09.2010 06:57
Wer durch das Schwert lebt........

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