Jagd auf roter September: Neue Chefs in ORF-Info

05. September 2010 18:33

Fritz Dittlbacher leitet vorerst Innenpolitik, Hans Bürger TV-Info - Mediawatch: SPÖ und ÖVP in "ZiB 1" fast gleichauf - Mit Grafik

Wien - Der "Unabhängigkeit" widmet das Institut für das Recht der Massenmedien (REM) Donnerstag seine Jahrestagung. Österreichs Top-Rundfunkrechtler bewiesen wieder einmal Gespür für Thema und Timing: Donnerstag soll der Stiftungsrat des ORF Karl Amon zum Radiodirektor wählen.

Amons (60) Unabhängigkeit wurde etwa als Radiochefredakteur unter Generalin Monika Lindner und TV-Chefredakteur Werner Mück gelobt, die Schwarz-Blau installierte. Alexander Wrabetz machte ihn zum TV-Chefredakteur. Kanzler Werner Faymann wollte Amon schon als ORF-Chef, bisher winkte er ab. 2011 wird im ORF neu gewählt.

Nicht alleine die ÖVP kritisiert, dass der - erkrankte, aber arbeitswillige - Radiodirektor Willy Mitsche Amon für eineinviertel Jahre weichen muss. Kostet sogar weniger, behauptet die ORF-Spitze. Sie geht von einer Mehrheit für Amon aus - dank einiger Enthaltungen.

Die ZiBs verlieren damit ihre Chefs, von Amon abwärts: Stefan Ströbitzer, ZiB-Chef für ORF 2, wird Radiochefredakteur. Vize Waltraud Langer (ORF 1) wurde schon, auch unter VP-Protest, Magazinchefin.

Nach STANDARD-Infos soll Innenpolitikchef Hans Bürger die TV-Info vorerst leiten. Aber: Bürger hat laut ORF-Quellen demnächst Väterkarenz angemeldet. Innenpolitikchef wird (ebenso interimistisch) Bürgers Vize Fritz Dittlbacher. Der kommt diese Woche, im Wahlkampf um Wien und Steiermark, aus der Karenz zurück. Dittlbacher gilt als SP-Wunsch für die TV-Chefredaktion. Beide waren Sonntag nicht erreichbar.

Im August lagen SP und VP in der ZiB 1 fast gleichauf, Josef Pröll (VP) knapp vor Faymann. Dazu trug freilich ein ZiB-Bericht über Berechnungen zur Besteuerung von 13. und 14. Gehalt bei, der Finanzminister Pröll erzürnte - und den er gar von seinem Beamten eidesstattlich dementieren ließ.

BBC-Chef Mark Thompson musste gerade beim Strategen des konservativen britischen Premiers David Cameron antreten, journalistische Unabhängigkeit zu verteidigen. Thema: Berichte zu Sparplänen der Regierung. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 6.9.2010)

Cape Code
11.09.2010 10:49
sein motto:

lieber bauch vom saufen als buckel vom arbeiten.
wie man auf dem bild sieht: mission completed

Gregor2702
06.09.2010 15:10
"Nur ein Ping!"

...

Stifter
05.09.2010 22:03

Interessant ist, dass die ÖVP bei der letzten Wahl noch für Karl Amon gestimmt hätte, die SPÖ aber Willy Mitsche vorzog. Und nun plötzlich musste Mitsche unter Druck der SPÖ (und von Generaldirektor Alexander Wrabetz) zurücktreten - und die ÖVP sperrt sich jetzt gegen Amon. Merkwürdige ORF-Welt!

eamon clever
06.09.2010 10:18

sie vergessen welche fraktionen wrabetz gewählt haben, daher ist es doch klar, warum die vp für amon war.

Rudi Lölein
05.09.2010 21:20
sorry,

ich habs ja schon einmal gepostet: die infos von der orf-nachbesetzung finde ich grundsätzlich wichtig und interessant aber sie werden hier in völlig zusammenhangslosen sätzen vermittelt. Ein bisschen struktur und hintergrundinfo wäre wohl angebracht, dann bräuchte man halt länger als 5min für einen artikel lieber fid.

schmecks
06.09.2010 08:31

liebe/r lölein,
umgekehrt: Sie unterschätzen, wie lange es braucht, jedes nicht zwingend notwendige wort aus einem artikel zu bekommen, um ihn auf 60 zeilen zu kriegen.
daraufhin kommen Sie mit der unendlichkeit des internets, übersehen aber dabei womöglich den sachdienlichen hinweis: (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 6.9.2010).
wenn ich eine möglichkeit gefunden habe, auch ohne schlaf auszukommen, werde ich jeden printartikel online ausbreiten, damit jeder lölein auch beim raschen überfliegen - zum lesen reichen ja 30 sekunden, höchstens - alles gut portioniert und leicht fassbar serviert bekommt. bis zum ende meines schlafbedarfs muss ich mich für verknappung entschuldigen.
besten gruß, fid

Pharoah
06.09.2010 15:29
Ich kann die Kritik Löleins allerdings nachvollziehen

Wenn sie sich auf die 60 Zeilen berufen - ich kenne das Problem - warum dann soviel "Breite" statt "Tiefe"?
Der Artikel ist vollgepackt mit Hinweisen auf div. Konflikte und Konfliktkonstellationen...
Mediawatchdaten auch noch dazu... ein bissl ORF-Geschichte, ... Kostenfrage..., Krankheit und Karenz,... Wahlkampfhinweis,... Pröll war erzürnt...
Was ist das substantielle Thema???

der unbedarfte leser
06.09.2010 16:39
erklär jemand die orf-welt in 60 zeilen; oder strukturier die anstalt so um, das sie straff organisiert ist.

beides ein ding der unmöglichkeit.
genau so unmöglich wie beim thema orf in die tiefe zu gehen.

knievel
05.09.2010 19:17

muss ja ein super job sein...

was machen sie beruflich?
ich zähle redesekunden von politikern in nachrichtensendungen :-)

ich hoffe da wird kaufmännisch gerundet...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.