"WSJ": Ex-HP-Chef Hurd verhandelt mit Oracle

05. September 2010 18:24

53-Jähriger stolperte über Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und falscher Spesenabrechungen

Der geschasste Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd könnte laut einem Zeitungsbericht eine neue Chance beim Software-Riesen Oracle bekommen. Hurd verhandle über eine Spitzenposition bei Oracle, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag in der Online-Ausgabe.

Kein Ersatz für Ellison

Um welchen Job es genau geht, konnte die Zeitung nicht in Erfahrung bringen. Jedenfalls denke der 66-jährige Gründer und bisher einzige Chef von Oracle, Larry Ellison, nicht ans Aufhören, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Allerdings überlasse der charismatische Manager das operative Geschäft bereits jetzt schon weitgehend seinen Vize-Präsidenten Safra Catz und Charles Phillips.

Der 53-jährige Hurd galt nach seinen Jahren bei Hewlett-Packard als einer der erfolgreichsten Top-Manager in der Technologiebranche, stolperte aber im Sommer über amouröses Interesse für eine ehemalige PR-Mitarbeiterin. Die Frau warf Hurd sexuelle Belästigung vor; die Vorwürfe bestätigten sich allerdings nicht, man einigte sich auf einen Vergleich. Offizieller Grund für die Trennung von Hurd waren nach Angaben des Verwaltungsrates falsche Spesenabrechnungen, die Hurd nach Essen mit der Frau eingereicht habe.

Nicht überraschend

Wenn Hurd bei Oracle landen würde, käme das nicht überraschend. Ellison, der als guter Freund von Hurd gilt, hatte den Rauswurf des Managers heftig kritisiert. "Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben", schrieb er in einer E-Mail an die "New York Times" Anfang August. Der Verwaltungsrat von HP habe nicht im besten Interesse der Mitarbeiter, Anteilseigner, Kunden und Partner gehandelt. (APA)

 

Heinz Schmid
06.09.2010 09:59
War vermutlich eher:

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.

Die Strategie Kosten zu reduzieren war halt nach einigen Jahren auch schon ausgelutscht. War auch leichter als innovative und haltbare Produkte zu entwickeln. Viele HP Partner sehen sich schon des längeren nach Alternativen um.

Schade um die Firma, war mal wirklich gut.

faxe1
 
06.09.2010 08:24

also allein das essen kanns ja nicht gewesen sein vielleicht wars ja noch ein ferrari schluessel in der nachspeise :)

chelene chirsch
05.09.2010 22:25

" Der Verwaltungsrat von HP habe nicht im besten Interesse der Mitarbeiter, ... gehandelt"

ich kann mich noch gut daran erinnern, wie hurd 3 monate lang "jede niederlassung weltweit" besucht und "neue wege ausgelotet" sowie "neue ansätze durchdacht" hat - das ergebnis solch eines missverkannten genies war ein stockkonservativer ansatz, genauer der rauswurf weiterer 15tsd mitarbeiter. krönung des ganzen die "frimo*" mit verkündungen wie "nur die besten sind noch übrig, packen wir´s an!". denkste, die besten waren längst weg, hatten andere wie bessere jobs...

hurd handelt im sinne der aktionäre - ja. nachdem heads meistens aktien halten, kann das quasi wahr sein - aber rosen wird dem keiner streuen.

*friday morning speach

nichtkaefer
05.09.2010 21:24
Offizieller Grund für die Trennung von Hurd waren nach Angaben des Verwaltungsrates falsche Spesenabrechnungen, die Hurd nach Essen mit der Frau eingereicht habe.

Das ist so, als würde man den Chefredakteur feuern, weil er einen Radiergummi hat mitgehen lassen.

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